Katharina Liensberger: “Diese Schneetage waren wertvoll”

Sport / 06.06.2020 • 16:00 Uhr
Katharina Liensberger: "Diese Schneetage waren wertvoll"
Für einen Moment innehalten und genießen. Ein besonderer Balanceakt von Liensberger am Bergrücken ihres Heimatskigebiets Laterns. GEPA

Zwischen den Skitrainings in Sölden und im Mölltal fand Katharina Liensberger Zeit für ein Fotoshooting.

Schwarzach „Es war ein Supertag“, sagt Katharina Liensberger und muss noch immer herzhaft lachen, wenn sie an das kleine Malheur zu Beginn des Fotoshootings denkt. „Wir haben beim Speichersee in Laterns die ersten Fotos geschossen. Nahe des Wassers haben wir eine Slackline gespannt. Ich war sehr stabil, doch dann kippte ich kopfüber ins Wasser“, erzählt die 23-Jährige. Neben Laterns („Da bin ich mit den Ski aufgewachsen“) waren Furx und Bürs die weiteren Orte für die Fotos, die einen ganz anderen Blick auf das Vorarlberger Alpin-Ski-Ass erlauben.

Dabei war die dritte der Slalom-Weltcupwertung 2019/20 eben erst vom ersten Skitraining in der Nach-Coronazeit zurückgekehrt und dabei von einer Postsendung der FIS überrascht worden. Völlig unspektakulär wurde Liensberger die Medaille für Rang drei zugesandt. Quasi als neue Motivation für die nächsten Aufgaben. Diese zeichnen sich am Horizont schön langsam ab. „Es gibt nun einen FIS-Kalender, es gibt Renntermine und das gibt Sicherheit“, sagt die Technikspezialistin, die von sich selbst sagt, gerne „einen fixen Plan“ zu haben. Diesbezüglich sei der plötzliche Lockdown und die „extrem lange Zeit ohne Schnee“ für sie lehrreich gewesen. „Ich habe gemerkt, dass es durchaus gut ist, für einmal auf sich selbst gestellt zu sein.“ Umso mehr habe sie die 15 Schneetage auf dem Gletscher in Sölden genossen. Allein die Auffahrt auf den Berg („Meist kurz nach vier Uhr morgens“) dem Sonnenaufgang entgegen sei täglich ein Erlebnis gewesen. „Die Zeit hat mich gelehrt, die Natur noch intensiver und bewusster wahrzunehmen.“

“Ich bin eigentlich ein Mensch, der gerne einen Plan hat. Genau das hat es in den letzten Wochen nicht gegeben.”

Katharina Liensberger, ÖSV-Weltcupläuferin


Beim Training selbst sei vor allem die Technik im Mittelpunkt gestanden. „Natürlich haben wir die Zeit auch für Materialabstimmung genutzt“, verrät die Vorarlbergerin. Ein paar Super-G-Einheiten, mit schnell zu fahrenden Kurven, sorgten zudem für eine gewisse Abwechslung im Training. „Die Bedingungen waren mega, richtig wertvolle Schneetage.“ Selbst der Muskelkater, den sie in den ersten Tagen nach den vielen Wochen mit Trockeneinheiten verspürt hatte, nahm sie gelassen.

Die Medaille für Platz drei im Slalom-Weltcup 2019/20 kam per Post. Die Freude war bei Katharina Liensberger dennoch riesengroß. <span class="copyright">@rauch/Kothner</span>
Die Medaille für Platz drei im Slalom-Weltcup 2019/20 kam per Post. Die Freude war bei Katharina Liensberger dennoch riesengroß. @rauch/Kothner


Nächste Woche geht es im Mölltal erneut auf Schnee, ehe dann eine längere Konditionseinheit wartet. Währenddessen werden weiter Trainingsmöglichkeiten gesucht. Denn: Übersee ist abgesagt, Skandinavien fällt auch ins Wasser, bleibt möglicherweise die Schweiz als Alternative.