Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Schere geht auseinander

Sport / 01.11.2020 • 21:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nun also auch im Sport. Wenn am Dienstag um 0 Uhr der Teil-Lockdown in Kraft tritt, geht die Schere zwischen Amateuren und Profis noch weiter auseinander. Während sich nämlich viele Hobbysportler in Vorarlberg ins Frühjahr zurückversetzt fühlen und der Amateursport wegen der Coronapandemie ein zweites Mal zum Erliegen kommt, beklagt der Profisport „nur“ das Aussperren der Zuschauer.

Der Einschnitt für den Sport ist enorm, auf beiden Seiten. Was bleibt, sind Fragen über Fragen: Haben die Hygienekonzepte versagt? Welche Überlebenschancen haben Sportligen, in denen der Anteil der Zuschauereinnahmen am Gesamtetat höher ist als beim TV-vermarkteten Fußball? Was passiert mit dem Nachwuchs, der in seiner sportlichen Entwicklung wieder um Monate zurückgeworfen wird? Und anders als im Frühjahr, wo die vielen Sonnentage in den Monaten März, April, Mai und Juni für einen wahren Lauf-Boom gesorgt hatten, wartet im November graues Herbstwetter auf die Jugendlichen.

Angesichts dieser Aussichten ist Ihr Appell, Herr Sportminister Werner Kogler, an Funktionäre, Trainer, Pädagogen und Eltern, die „Kinder zu Bewegung zu motivieren“ eindeutig zu wenig. So nämlich führt kein Weg vorbei an einer Zweiklassengesellschaft. Oder glaubt wirklich jemand daran, dass mit 1. Dezember alles besser wird?

Christian Adam

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