Bayern-Coach Flick feiert Jahrestag mit Sieg über Bullen

Sport / 03.11.2020 • 23:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vor dem Anpfiff in Salzburg gab es eine Trauerminute für die Opfer des Terroranschlags von Wien, wenig später durfte Mergim Berisha (links) über sein erstes CL-Tor jubeln.ap/gepa
Vor dem Anpfiff in Salzburg gab es eine Trauerminute für die Opfer des Terroranschlags von Wien, wenig später durfte Mergim Berisha (links) über sein erstes CL-Tor jubeln.ap/gepa

Starke Salzburger forderten den deutschen Rekordmeister, verloren am Ende aber 2:6.

Salzburg Nach dem Vertrags-Theater um David Alaba haben die Münchner Profis Hansi Flick zum Jahrestag als Chefcoach den nächsten Sieg in der Champions League geschenkt. Der Titelverteidiger mühte sich beim österreichischen Meister RB Salzburg erst dank später Tore zu einem 6:2. Damit können die Bayern als souveräner Tabellenführer der Gruppe A nach einem Neun-Punkte-Start für das Achtelfinale im kommenden Jahr planen. Vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag beim punktgleichen Tabellenzweiten Borussia Dortmund konnte Flick seinen 44. Sieg im 48. Pflichtspiel bejubeln. „Wir waren sehr erfolgreich“, sagte Flick zu seinem ersten Bayern-Jahr als Chef.

Die Partie begann mit einer Schweigeminute für die Terroropfer von Wien, beide Mannschaften spielten mit Trauerflor. Im Dauerregen agierten die Münchner in der Anfangsphase zum wiederholten Mal nachlässig in der Defensivarbeit – und wurden dafür bestraft. Einen Schuss von Sekou Koita konnte Boateng noch abblocken, doch der gebürtige Berchtesgadener Berisha überwand den verdutzten Manuel Neuer mit einem Schuss ins kurze Torwart-Eck zum 1:0. Damit hat der 22-jährige Stürmer, der ja im Vorjahr noch als RB-Leihgabe für den SCR Altach spielte, seinen ersten regulären Treffer in der Champions League erzielt.

Nach dem Wechsel erwischte erneut RB den besseren Start. Doch Bayern-Keeper Neuer parierte glänzend gegen Mwepu. Danach übernahmen die Bayern die Kontrolle. Gnabry (62.) und Coman mit einem Lattenschuss (64.) verpassten die Vorentscheidung. Salzburg schlug zurück, Neuer verhinderte danach Schlimmeres. Nach Ecke von Joshua Kimmich gelang Boateng per Kopf das erlösende 3:2, Salzburg fiel schließlich in den Schlussminuten in sich zusammen. Deutliche Kritik an David Alaba (28) und dessen Berater Pini Zahavi gab es vor dem Spiel von Lothar Matthäus. „Wenn es ihm nur um noch mehr Geld geht, dann hat er sich dafür leider die falschen Zeiten ausgesucht. Das Angebot von elf Millionen Euro plus weiteren sechs Millionen als Boni ist ja kein Kindergeld.“ Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Entscheidung der Vereinsführung, denn Alaba habe nicht den gleichen Stellenwert wie „ein Thomas Müller, Manuel Neuer und Robert Lewandowski. Daivd ist schwer zu ersetzen, aber Müller, Lewy und Neuer sind gar nicht zu ersetzen.“

Alaba wohl vor dem Abgang

Dass man bei den Bayern bereits mit einem Abgang von Alaba rechnet, unterstrich Hasan Salihamidzic. „Ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir zusammenfinden sollen“, sagte der Sportvorstand, gab aber zu: „Wenn so ein Spieler ablösefrei den Klub verlässt, ist das der Super-Gau.“

„Wir waren knapp dran, das 3:2 zu machen. Eine so hohe Niederlage haben wir nicht verdient.“

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