„Eine Extremsituation“

Sport / 12.11.2020 • 22:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Eine Extremsituation“

Corona hat Austria Lustenau weiter fest im Griff.

Lustenau, Dornbirn Alexander Kiene ist derzeit bei Austria Lustenau nicht nur Cheftrainer sondern gleichzeitig auch der „Hans-Dampf in allen Gassen“. Beide Assistenten, Cotrainer Tamas Tiefenbach und Tormanntrainer Mathias Nessler, sind wegen Corona in Quarantäne, daher bleibt jegliche Arbeit vor, im und nach den Trainings an Kiene hängen. „Die Situation ist nicht nur für mich, sondern für alle im Klub extrem herausfordernd. Zum Glück steht mir Teammanager Alexander Schneider zur Seite. Denn die Aufgaben sind in Zeiten wie diesen nicht leicht zu bewältigen,“ erklärt der 42-Jährige.

Mentale Unterstützung

In den letzten Tagen standen oft nicht mehr als 14 Spieler auf dem Trainingsplatz. Dort wurde eben aus Vorsichtsmaßnahme „mit so gut wie keinem Körperkontakt agiert,“ erklärt der Trainer, der seine Haupttätigkeit derzeit in Gesprächen mit den Spielern sieht. „Es gilt, diejenigen die am Platz stehen, weiter zu motivieren. Und die Jungs, die in Quarantäne sind, mental zu unterstützen. Das bedeutet eben viele Gespräche“. Wann wieder an einen normalen Trainingsbetrieb zu denken ist, lässt Kiene offen. Zu vage wäre für den Fußballlehrer eine Prognose. Immerhin konnten fünf Spieler die zehntägige Quarantäne verlassen, werden nun langsam wieder ans Training herangeführt. „Wir bleiben trotz der Umstände zuversichtlich. Es ist eine Extremsituation, aber wir müssen alle da durch,“ erklärt der Deutsche. Und sieht daher dem Testspiel heute gegen den FC Vaduz – Schnelltests wurden Freitagabend durchgeführt – trotz der widrigen Umstände mit Freude entgegen. „Die Burschen brauchen wieder Spielpraxis. Außerdem möchte ich unseren Amateurspielern auch eine Möglichkeit geben, sich zu präsentieren“.

Der Deutsche nimmt die Situation an wie sie ist, will aus dieser auch persönliche Lehren ziehen: „Ich bin normalerweise ein akribischer Arbeiter, der alles bis ins kleinste Detail geplant und besprochen haben will. Aber die Umstände jetzt, haben mich gezwungen, flexibler zu werden, provisorischer zu denken und zu handeln. Denn jeden Tag kann sich alles ändern. Es behagt mir zwar nicht, aber wie sagt man: In Extremsituationen lernt man am meisten,“ so Kiene.

Verwirrung in Dornbirn

Während man in Lustenau weiter inständig darauf hofft, die Coronakrise innerhalb der Mannschaft schnell zu bewältigen, begab sich der FC Dornbirn von Dienstag bis Donnerstag in Selbstisolation. Grund: Das Testergebnis eines Spielers war am Dienstag positiv, daher der Weg der Mannschaft in die Quarantäne. Aber ab heute dürfen die Kicker von FCD-Trainer Markus Mader bereits wieder am Traininsgplatz stehen. Der positiv getestete Kicker unterzog sich beim Hausarzt einem Antigen-Test, der einen negativen Bescheid einbrachte. Großes Aufatmen bei den Rothosen. Coach Mader verordnete schon Isolation bis Montag. Trainings hätte nur in virtueller Form stattfinden können.

„Trotzdem bleiben wir zuversichtlich. Es ist eine Extremsituation, da müssen wir durch.“

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