Junioren-Weltmeisterin Magdalena Egger ist zurück im Norden

Sport / 13.11.2020 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Junioren-Weltmeisterin Magdalena Egger ist zurück im Norden
In den Trainingstagen in Sölden hat Magdalena Egger schon richtig Zug auf den Ski gebracht und sich für den Slalom-Weltcupauftakt in Levi qualifiziert. GEPA

19-Jährige aus Lech am Arlberg hat sich für die Rennen in Levi (21./22. November), nicht unweit des Ortes ihrer großen Erfolge vom März im norwegischen Narvik, qualifiziert.

Kaabdalis Das Lächeln hat sich Magdalena Egger bewahrt, sie strahlte nach dem ersten Trainingstag im schwedischen Kaabdalis über das ganze Gesicht. Kein Wunder, warten auf die 19-Jährige noch im November die ersten Weltcupeinsätze bei den Slaloms am 21./22. des Monats im finnischen Levi. Rund 410 km davon entfernt, nahe der finnischen Grenze hat das ÖSV-Technikerteam mit den beiden Vorarlbergerinnen Katharina Liensberger (23) und Egger im schwedischen Ressort Kaabdalis Quartier bezogen. An das Leben in einem Coronabubble ist die Skisportlerin inzwischen gewöhnt, wie auch an die permanenten Testungen. Schnelltest, PCR-Test und bei der Abreise wieder ein Test, so beginnen in Zeiten der Coronapandemie die jeweiligen Trainingstage für die ÖSV-Athleten.

„Es ist richtig cool, Gewissheit zu haben, dass es nun losgeht.“

Magdalena Egger, Skirennläuferin

Optimale Bedingungen

Zuletzt hatte sich Egger in Sölden in der ösv-internen Qualifikation – aus sechs mach zwei – durchgesetzt. Damit hat nunmehr schon die intensive Vorbereitung auf Levi begonnen. „Endlich auf einem eisigen Untergrund“, erzählt Egger im VN-Telefonat nach der ersten Trainingseinheit. Zumal genau solche Bedingungen auch zum Weltcupslalomauftakt erwartet werden. Dabei, so erklärt die Vorarlbergerin, sei Eis und Eis nicht dasselbe. Vor allem, wenn sie keinen Grip mehr verspürte, dann hatte sie in der Vergangenheit doch ein paar Schwierigkeiten. Das sollte nun nicht mehr passieren, zumal sie sich technisch weiter verbessert hat. „Skifahren ist eigentlich einfach“, lacht sie. „Du musst halt die Ski vor dem Schwung auf Zug bringen.“ Und damit wird es schon nicht mehr so leicht. Ihr habe in der Umstellung geholfen, dass sie nunmehr viel mehr aus dem Knie heraus fährt. „In diesem Sport hast du nie ausgelernt“, bringt es die Läuferin des SC Arlberg auf den Punkt. „Es geht immer weiter und es kann schnell gehen, in beide Richtungen.“ Genau deshalb hat sie die Erfolge von Narvik mit den drei Goldmedaillen bei der Junioren-WM innerlich schon abgehakt. Dabei ist der norwegische Ort gar nicht so weit entfernt von Kaabdalis, gerade einmal 440 Straßenkilometer. Der Norden scheint es also gut zu meinen mit Magdalena Egger.


„Ich fühle mich auch extrem wohl“, verrät sie, ohne dies mit den geographischen Gegebenheiten in Verbindung zu bringen. Zum einen ist da die Gewissheit, dass es endlich losgeht. „Dafür arbeitest du als Sportler hin. Dass es jetzt gleich im Weltcup passiert, ist umso schöner.“ Und das noch im November. Denn, so erklärt sie ganz offen, eigentlich sei sie ein absoluter Spätstarter. „Ich brauche einfach meine Trainingstage auf Schnee. Dann allerdings geht es oft sehr schnell.“ Dies wissend sei nach der erfolgreichen Quali gleich eine Glückwunsch-SMS von einem ihrer Trainer in der Europacupgruppe gekommen, erzählt sie freudestrahlend.

Ein Fernstudium ist möglich

Vor ihrem nunmehr dritten Weltcup-Einsatz nach den Rennen in Flachau und Kranjska Gora macht sie sich auch Gedanken über ein mögliches Studium. Die Matura nämlich hat sie im Juni erfolgreich abgelegt, trotz vieler Winterrennen und Distance Learning. „Im Moment bin ich eine Suchende“, verrät sie – und: „Erst war ich froh, dass die Schule vorbei ist. Jetzt aber merke ich, dass mir was fehlt. Vielleicht wird es ja Spanisch.“ Das aber ist noch Zukunftsmusik, jetzt wartet der sportliche Saisonauftakt auf die Heeressportlerin, die ihre Grundausbildung in der Steiermark absolvierte.

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