Grbic rettet den Sieg

Sport / 15.11.2020 • 23:09 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hart arbeiten mussten Stefan Lainer (vorne) und Co., um am Ende doch noch als Gewinner vom Feld gehen zu können.gepa
Hart arbeiten mussten Stefan Lainer (vorne) und Co., um am Ende doch noch als Gewinner vom Feld gehen zu können.gepa

Ex-Altacher erzielte Österreichs Siegtreffer beim 2:1-Erfolg über Nordirland.

Wien Es war ein hartes Stück Arbeit, ehe Österreichs 2:1-Sieg über Nordirland feststand. Denn lange tat sich das Team sehr schwer und fand erst in den Schlussminuten die richtigen Lösungen. Jetzt kann gegen Norwegen der Aufstieg in die A-Gruppe fixiert werden.

Es war eine sehr rustikale erste Halbzeit, deren sportliche Höhepunkte schnell erzählt sind. Weil die Nordiren in der Abwehr sehr dicht standen, teilweise mit fünf Mann in der Kette den Defensivblock bildeten und die Foda-Schützlinge sich schwer taten, Anspielstationen zu generieren. So sorgte eher ein Kopfballduell zwischen Ilsanker und McLaughlin für Aufsehen, weil der ÖFB-Teamspieler eine Platzwunde am Hinterkopf erlitt und mit einem Turban weiterspielen musste (32.). Zuvor gab es zarte Elferreklamationen, weil McCann im Strafraum Sabitzers Fuß traf (16.). Torgefahr gab es nur einmal, bei einem Gregoritsch-Kopfball, nach Eckball Alaba, knapp neben das Tor. Ansonsten stand die die nordirische Abwehrmauer sicher. Selbst offensiv wurde man mit weiten Bällen durch die Mitte über die schnellen Washington und Boyce, wobei Letzterer in der Anfangsphase nach einem schnellen Konter in aussichtsreicher Position verzog (8.).

Lange Anlaufzeit

Zur Pause reagierte der Teamchef, brachte mit Reinhold Ranftl mehr Geschwindigkeit und zog dafür Stefan Ilsanker für den enttäüuschenden Aleksandar Dragovic ins Abwehrzentrum zurück. Vorerst aber blieb das Spiel ideenlos, auch das Flügelspiel wurde vernachlässigt. Und es gab weiter Kopfschmerzen, wie ein Zusammenstoß zwischen Hinteregger und McNair bewies (55.). Spielerisch blieb es Magerkost, weshalb sogar das Aufwärmprogramm von Marko Arnautovic, der die letzten sieben ÖFB-Matches versäumt hatte, für überzogene Aufmerksamkeit (54.) sorgte. Wenig später (63.) war es soweit und Arnautovic feierte nach über einem Jahr sein Teamcomeback. Mehr Struktur, mehr Durchschlagskraft, mehr Schnelligkeit, mehr Torgefahr – all das sollte nun schlagend werden.

Die Joker stachen

Ein Kopfball von Kapitän Baumgartlinger in die Hände von Torhüter McGovern leitete die Schluss­offensive ein (67.). Doch es waren die Gäste, die dann erstmals jubeln durften. Josh Magennis nutzte eine Verwirrung und überrumpelte die Abwehr (74.). Kurz saß der Schock des 0:1, dann bewies auch Franco Foda ein goldenes Händchen. Er wechselt Louis Schaub und Adrian Grbic ein – und beide sollten mit ihren Toren die Partie zugunsten Österreichs drehen. Für den Ex-Altacher Grbric, der das 1:1 per Kopf vorbereitete, war es im fünften Länderspiel der zweite Treffer. Damit stieß er die Tür zum Gruppensieg weit auf.

Ein Fragezeichen steht hinter der Zukunft von Marko Arnautovic. Nicht was das ÖFB-Team betrifft, sondern vielmehr seinen Klub SIPG Shanghai. Der 31-Jährige fehlt im 36-Mann-Aufgebot des Vereins für die asiatische Champions League.

Einzelbenotung nach dem Schulnotensystem

Pervan (3): Sehr besonnen in seinen Aktionen, ruhig und sicher. Stark auch sein Spiel mit dem Fuß. Beim Gegentreffer chancenlos.

Lainer (3): Vor allem vor der Pause versuchte er, Druck über die rechte Seite zu machen. In der Defensive gewohnt konsequent.

Dragovic (4): Hatte gegen die schnellen Spitzen der Nordiren seine Probleme und blieb zur Pause in der Kabine.

Hinteregger (3): Der Frankfurter war schon einmal dominanter. Konnte seine Gefährlichkeit bei Standardsituationen nicht zeigen. Solide in der Defens

Ulmer (4): Litt in der ersten Hälfte sichtlich darunter, dass fast alles über rechts passierte. Auch nach der Pause sehr zurückhaltend.

Baumgartlinger (4): Wollte dem Spiel Struktur geben, was allerdings nur sehr selten gelang.

Ilsanker (3): Stemmte sich gegen das körperbetonte Spiel der Nordiren. Sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr.

Xaver Schlager (3): Versuchte es mit Weitschüssen gegen die nordirische Abwehrmauer, spielerisch blieb er meist blass.

Sabitzer (4): War nicht Dreh- und Angelpunkt des heimischen Spiels, weil die Ideen fehlte und er sich in Einzelaktionen aufrieb.

Alaba (4): Vermochte keine Akzente setzen, trat meist nur als Eckballschütze in Erscheinung.

Gregoritsch (4): Mehr als ein Kopfball wollte nicht gelingen.

Ranftl (3): Fand schnell Bindung und zeigte, dass auf ihn Verlass ist.

Arnautovid (0): Zu kurz eingesetzt.

Grbic (0): Zu kurz eingesetzt, aber mit einem Tor.

Grbic (0): Zu kurz eingesetzt, aber mit einem Tor.

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