Die Chance am Schopf packen

Sport / 17.11.2020 • 22:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Julius Forer bekommt beim Freestyle-Weltcupstart am Stubaier Gletscher die Chance, sein Können zu zeigen.Krojer
Julius Forer bekommt beim Freestyle-Weltcupstart am Stubaier Gletscher die Chance, sein Können zu zeigen.Krojer

Freestyler Julius Forer gibt in Stubai seinen Einstand im Weltcup.

Dornbirn Weltcuppremiere für Julius Forer bei der Freestyle-Saisoneröffnung am Stubaier Gletscher. Der Europacupfahrer aus Dornbirn gehört erstmals dem neunköpfigen ÖSV-Weltcupaufgebot an. „Mein Ziel ist es, einen sauberen Run hinunterzubringen“, möchte der 20-Jährige die Chance am Schopf packen. „Auf Ergebnisse bin ich im ersten Weltcup aber nicht großartig fokussiert, ich schaue, dass ich meine gewohnte Leistung abrufen kann.“

Kleiner Heimvorteil

Ein wenig Nervosität werde bei der Weltcuppremiere dabei sein, glaubt Forer. „Aber da mache ich mir jetzt noch keine große Gedanken. „Es ist generell bei mir auch im Europacup so, dass ich nicht darüber nachdenke, was schief gehen könnte, was klappt oder was nicht klappt.“

Vorbereitet hat sich Österreichs Freestyle-Elite im Oktober eine Woche lang in Stelvio, anschließend in Hintertux und zuletzt am Weltcup-Schauplatz in Stubai „Wir konnten schon mehr oder weniger auf der Weltcuplinie trainieren, uns darauf einstellen, was und wie wir es angehen. Wir wissen, was uns erwartet“, sieht Forer einen kleinen Heimvorteil beim Gletscherbewerb.

Im Wettkampf will er über den ersten Kicker einen doppelten Salto mit viereinhalb Drehungen, also einen Double Cork Three-sixty, präsentieren, vorwärts angefahren und rückwärts gelandet. Den zweiten Kicker geht Forer rückwärts an, zeigt einen doppelten Salto mit zweieinhalb Drehungen. Anschließend gilt es auf den Rails, wo die Fehlerquote am größten ist, nochmals die Form unter Beweis zu stellen.

Forer fand schon in jungen Jahren das Skifahren auf der Piste als zu langweilig. „Ich bin mit den Eltern Ski gefahren, habe aber abseits selber ein bisschen herumgegurkt. Mit elf Jahren bekam ich zu Weihnachten die ersten Freestyleski, ein, zwei Jahre habe ich für mich selber Kunststücke ausprobiert. Mit Kollegen ist es dann im Funpark mehr geworden, wir haben uns selbst Tricks beigebracht.“ Nach der Matura 2018 durfte der Läufer des SC Mühlebach im Winter erstmals mit dem ÖSV-Kader mittrainieren, eine Saison später wurde er vom Skiverband fix aufgenommen.

Coronabedingt leben auch die Freestyler in einer Blase. „Es gab bei jedem Trainingskurs Covid-19-Tests. Jetzt sind wir in einer Bubble, dürfen keinen Kontakt zu anderen Leuten haben. Sollte jemand in der Bubble positiv sein, darf die gesamte Gruppe nicht an den Start gehen.“ In Stubai haben sich Teilnehmer aus 23 Nationen, praktisch die gesamte Weltklasse, angesagt.

Konzentration auf den Europacup

Für den einzigen Vorarlberger im ÖSV-Team steht nach dem Heim-auftakt wieder das Europacupprogramm im Vordergrund. „Ich möchte am Ende unter den Top Fünf landen“, sagt Forer, der sich nach der Grundausbildung beim Bundesheer wieder voll auf seinen Sport konzentrieren kann. „Wenn ich meine Runs sauber und wie geplant runterbringen kann, sollte das möglich sein.“ VN-ko

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