Duell mit Finalcharakter und Happy End

Sport / 17.11.2020 • 23:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach dem Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Tsitsipas bezwang Dominic Thiem bei den ATP Finals in London auch Rafael Nadal.
Nach dem Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Tsitsipas bezwang Dominic Thiem bei den ATP Finals in London auch Rafael Nadal.

Dominic Thiem nach 7:6-, 7:6-Erfolg gegen Rafael Nadal bei ATP Finals mit weißer Weste.

London Ein großartiger Dominic Thiem hat bei den ATP Finals klar Kurs auf das Halbfinale genommen. Der 27-jährige US-Open-Sieger bezwang im zweiten Gruppenmatch beim Saison-Showdown in London den Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal nach 2:26 Stunden mit 7:6(7), 7:6(4). Für den 26-jährigen Thiem war es im 15. Duell mit dem sieben Jahre älteren Spanier, das erste Aufeinandertreffen der beiden Top-3-Spieler in der Halle überhaupt, der sechste Sieg. „Generell war es echt ein super Match, es hat alles gepasst“, freute sich Thiem in der Zoom-Video-Pressekonferenz. Besonders glücklich sei er über seine Rückhand. Diese habe er in der Corona-Auszeit sehr viel trainiert. „Das zahlt sich jetzt richtig aus. Das sind Sachen, die mich richtig glücklich machen, weil man da sieht, wie sich die harte Arbeit eben auszahlt.“

Obgleich es der sechste Sieg bei neun Niederlagen gegen den 20-fachen Major-Sieger war: Es bedeutet Thiem nach wie vor besonders viel, gegen einen der „big three“ zu triumphieren. „Es ist immer noch ein Riesenprivileg, gegen diese Leute zu spielen, weil es einfach die drei besten Spieler aller Zeiten sind“, streute Thiem Nadal, Federer und Djokovic Rosen. „Je mehr Matches ich gegen die spiele, desto besser ist das für mein Spiel, weil, sich mit denen zu matchen, ist wahrscheinlich das beste Training, das es gibt.“ Besonders, weil Nadal eine starke Performance lieferte. „Solche Matches sind Gold wert fürs Selbstbewusstsein, fürs ganze Spiel, deshalb war es ein guter Tag.“

Tennis auf allerhöchstem Niveau

Das Königsduell der Gruppe London verlief von Beginn an hochklassig, ausgeglichen und umkämpft. Lange Rallyes, Stopps und Gegenstopps sowie keine einzige Breakchance bedeuteten nach 57 Minuten ein fast erwartetes Szenario: Tiebreak. In diesem geriet Thiem mit 2:5 in Rückstand glich auf 5:5 aus, ermöglichte nach einem Doppelfehler zum 5:6 den ersten Satzball Nadals. Als Nadal auch seine zweite Chance bei 7:6 nicht nutzen konnte, war es Thiem, der nach 72 Minuten den ersten Durchgang mit 9:7 im Tiebreak für sich entschied.

Zweite Chance eiskalt genutzt

Im zweiten Satz nutzte Nadal seine zweite Chance und nahm Thiem den Aufschlag zum 4:3 ab. Doch Thiem gelang nach einem großartigen Ballwechsel, der die Zuschauer, wenn sie denn zugelassen wären, von den Sitzen gerissen hätte, das sofortige Rebreak. Bei 5:4 und 40:0 hatte Thiem drei Matchbälle, die Nadal aber abwehrte. Es ging neuerlich ins Tiebreak. Nach einem großartigen Rückhand-Passierball entlang der Linie zum 4:3 erarbeitete sich Thiem bei 6:3 weitere drei Matchbälle, seinen insgesamt fünften nutzte er.

„Ehrlich gesagt, finde ich, dass ich heute ein bisschen ein höheres Level als bei den US Open gespielt habe. Das war vielleicht mein bestes Match seit dem Restart der Tour“, meinte der 17-fache Turniersieger.

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