Keine Tore, keine Punkte und kein Liendl

Sport / 22.11.2020 • 20:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Solange sich Alain Wiss (links) um die Eingrenzung des Radius für Michael Liendl (rechts) kümmerte, war es für den Wolfsberger nicht leicht, danach wurde er wieder zum Matchwinner für die Kärntner.gepa
Solange sich Alain Wiss (links) um die Eingrenzung des Radius für Michael Liendl (rechts) kümmerte, war es für den Wolfsberger nicht leicht, danach wurde er wieder zum Matchwinner für die Kärntner.gepa

Cashpoint SCR Altach enttäuschte beim 0:2 im Heimspiel gegen Wolfsberg ob des ideenlosen Spiels.

asdf Die Heimniederlage des Cashpoint SCR Altach gegen Wolfsberg zeigte einmal mehr die Schwächen der Vorarlberger auf. In der Offensive ohne Durchschlagskraft und defensiv schnell verwundbar – in dieser Verfassung präsentierten sich die Rheindörfler als zahnlos. „Wir haben die Partie verschenkt. So ein Spiel muss halt 0:0 enden“, war selbst SCRA-Trainer Alex Pastoor bei Temperaturen von knapp über Null Grad die Stimme eingefroren. Dabei attestierte der Niederländer seinem Team vor der Pause eine defensiv gute Leistung und „offensiv war es ok“. Doch nach der Pause hatte sein Team die Spielkontrolle verloren und dem WAC genügte eine Leistungssteigerung, um die Partie nach Hause zu spielen. Beide Tore der Kärntner fielen nach Vorarbeit von Michael Liendl.

Nach zuletzt vier Punkten in drei Spielen war Altach seinem Spielsystem mit einer Dreierkette bzw. einer Fünfer-Abwehrreihe in der Defensive treu geblieben. Und die Pastoor-Schützlinge waren sichtlich gewillt, von Beginn weg das Heft in die Hand zu nehmen. Aggressiv in den Zweikämpfen, dazu mit viel Augenmerk auf WAC-Spielmacher Michael Liendl – Altach dominierte klar die Anfangsphase. Hinzu kam ein spektakulärer 20-Meter-Schuss von Emanuel Schreiner, den Wolfsbergs Goalie Manuel Kuttin in extremis über die Kreuzecke lenkte (3.). Auch nach dem frühen ersten Eckball blieben die Hausherren die spielbestimmende Mannschaft, allein im letzten Drittel fehlte fortan die Gefährlichkeit. Zugleich war es spürbar, dass man die Gäste, die coronabedingt zuletzt kaum trainieren konnten, mit langen Ball­stafetten müde spielen wollte. Dass die Kärntner in der Schlussphase der ersten Halbzeit dann besser ins Spiel fanden, war schließlich dem nachlassenden Druck der Altacher geschuldet. Wirklich Torgefahr strahlte allerdings keine der beiden Mannschaften mehr aus.

Liendl mit zwei Torvorlagen

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: Mit einem ausgeglichen verlaufenden Spiel, in dem beide Mannschaften nach der Torgefahr suchten. Gefunden wurde sie lange Zeit nicht, auch weil Schiedsrichter Walter Altmann mit einer Fehlentscheidung – Abseitspfiff – verhinderte, dass Daniel Nussbaumer allein Richtung WAC-Tor ziehen konnte (58.). Ein Doppeltausch Fischer/Karic für Wiss/Schreiner sollte schließlich mehr Offensivpower ins Altacher Spiel bringen (68.). Dies allerdings sollte ein Wunschgedanke bleiben, denn es waren die Gäste, die einen Torerfolg bejubeln durften. Einmal mehr war Michael Liendl der Assistgeber. Sein Flankenball ins Zentrum wurde von Eliel Peretz per Kopf eiskalt verwertet (73.). Und nur sechs Minuten später zeigte der 35-jährige Spielmacher erneut seine Qualitäten, als er nach einem Ballverlust schnell umschaltete und Dario Vinzinger auf die Reise schickte. Erfolgreich, denn der WAC-Stürmer schloss mit einem Schuss ins kurze Eck zum 2:0 ab (79.). Das war die Entscheidung, auch weil Anderson in der 90. Minute gar noch das 0:3 durch Vizinger verhinderte.

Lichtblick Emanuel Schreiner

Bester Altacher war Emanuel Schreiner, dem in der Schlussphase ein wenig die Substanz fehlte. „Ich habe vier Monate nur Kraft trainiert“, sagte der 31-Jährige nach der Partie. Diese analysierte er ganz nüchtern, sprach von einer „zerfahrenen zweiten Halbzeit“, davon, dass „die Gegentore aus dem Nichts gefallen“ waren und dass „heute alles frustrierend ist“. Als positiv bewertet Schreiner aber das Gefühl, dass die Mannschaft intakt sei. Es brauche jetzt Zeit und vor allem eines: „Wir müssen uns für unseren Aufwand belohnen.“ Dazu darf aber nicht, wie es der Trainer ausdrückte, aufgehört werden Fußball zu spielen.

„Die Gegentore fielen aus dem Nichts, das darf nicht passieren und ist frustrierend.“

Die Zahlen zum Spiel

Cashpoint SCR Altach Wolfsberger AC

12 Schüsse gesamt 13

 4 Schüsse auf das Tor 7

48,9 % Ballbesitz 51,1 %

 7 Eckbälle 7

16 Flanken (aus dem Spiel) 9

36,4 % Zweikampfquote 63,6 %

 3 Abseits 4

73,4 % Passquote 72,9 %

13 Fouls 11

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