Dieter Alge über die gefährliche Situation beim SCR Altach

Sport / 23.11.2020 • 20:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dieter Alge über die gefährliche Situation beim SCR Altach

Nach einem Sieg überwiegt meist die positive Stimmung, während eine Niederlage oft alles schlecht aussehen lässt. Mit dieser bitteren Erfahrung gingen die Kicker des Cashpoint SCR Altach nach dem 0:2 gegen den Wolfsberger AC am Samstag vom Platz. Interessant aus taktischer Sicht, dass beide Trainer dieselbe Grundordnung – Offensiv 3-5-2/Defensiv 5-3-2 – wählten. Am Ende hatte schließlich die für mich reifere und qualitativ bessere Mannschaft die Nase zu Recht vorne. Und das, obwohl Altach das Spiel in der ersten Halbzeit dominierte und zu zwei, drei guten Torchancen kam.

Wichtig ist, als Trainer bestimmte Aspekte des Spiels gezielt zu hinterfragen und in die Bewertung mit einzubeziehen, damit aus der oberflächlichen Gesamtbewertung eine Analyse mit nachvollziehbaren Beobachtungen wird. Es geht hierbei nicht darum, eine hochkomplexe Analyse zu erstellen, sondern sich auf Kernpunkte zu konzentrieren. In meiner heutigen Analyse möchte ich auf zwei Problematiken eingehen, die mir im Auftreten der Altacher am Samstag besonders aufgefallen sind.

Angriffsspiel limitiert

Den Rheindörflern fehlte meiner Meinung nach vor allem im Angriffsspiel die Durchschlagskraft. Trotz viel Ballbesitz kommt aus dem Mittelfeld zu wenig Torgefahr. Einzig Emanuel Schreiner sorgte gegen den WAC für etwas Druck. Zudem liegt aus meiner Sicht zu viel Verantwortung auf den Schultern von Spielern wie Mario Stefel, Daniel Maderner oder Daniel Nussbaumer, die sich zwar abrackern, aber zu selten im Strafraum auftauchen. Wo sind die Alternativen? Was ist mit Obasi? Weiters fehlt mir im Mittelfeld ein Kreativ-Spieler, wie es bei Wolfsberg ein Michael Liendl ist. Manfred Fischer war für mich auf dem besten Weg, diese Rolle einzunehmen. Davon ist er nun weit entfernt, was die Frage aufwirft: Was ist da schiefgelaufen?

Ein weiterer großer Unterschied waren für mich die Auswechslungen: Während sich das Wolfsberger Spiel nach den Einwechslungen von Verteidiger Nemanja Rnic, Mario Leitgeb (Mittelfeld) und Stürmer Eliel Peretz nicht nur stabilisierte, sondern klar verbesserte, zeigten die Wechsel der Altacher Bank mit Manfred Fischer, Emir Karic und später Chinedu Ogbuke Obasi sowie Kofi Babil leider nur wenig Wirkung. Und dass Michael Liendl schlussendlich nur zwei gute Aktionen in einem Spiel reichen, um ein Spiel zu entscheiden, spricht für den 35-jährigen Vorarlberger.

Mein Fazit: Altach muss den Weg aus dem Tabellenkeller finden. Vielleicht ist es deshalb ratsam, sich noch einmal auf dem Transfermarkt umzuschauen und sich zu hinterfragen, ob der jetzige Kader, vor allem in der Offensive, konkurrenzfähig ist. Meiner Meinung nach würden Verstärkungen im Mittelfeld und Angriff nicht schaden.

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