Heimvorteil für Kufenflitzer

Sport / 24.11.2020 • 19:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Neben WM- und EM-Medaillen hat Jonas Müller in seinen bisherigen zwei Weltcupsaisonen bereits neun Podestplätze eingefahren. GEPA
Neben WM- und EM-Medaillen hat Jonas Müller in seinen bisherigen zwei Weltcupsaisonen bereits neun Podestplätze eingefahren. GEPA

Thomas Steu, Jonas und Yannick Müller starten in Innsbruck in die Weltcupsaison.

Innsbruck Die Olympiabahn in Innsbruck-Igls ist nicht nur die sportliche Heimstätte von Vorarlbergs Assen im Kunstbahnrodeln. Die 1270 Meter lange und 14 Kurven aufweisende Eisrinne wurde gerade im letzten Jahr zu einer Stätte des Erfolgs für die drei Nationalkaderathleten des RC Sparkasse Bludenz.

Exakt vor einem Jahr zum Auftakt in diese Weltcupsaison war es Jonas Müller, der im Blitzgewitter der Fotografen stand und zum Objekt der Begierde der Fachjournalisten wurde. Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels im Sprint im Jänner 2019 stand der HLSZ-Sportsoldat erstmals bei einem Weltcupbewerb ganz oben auf dem Siegerpodest. „Die Eindrücke und Emotionen werde ich ganz sicher nie vergessen“, blickt der 23-jährige Bludenzer mit Freude zurück. Geht es nach dem Älteren der beiden Müller-Brüder, will er diese Glücksgefühle natürlich so oft wie möglich in seiner dritten Weltcupsaison auskosten. „Dafür trainiert man ja auch schließlich das ganze Jahr“, betont Müller. „Doch die Konkurrenz ist hochkarätig, und um im Kampf um die Medaillen und Podestplätze mitzureden, darf man sich keine Fehler erlauben. Besonders nicht auf der Bahn in Igls, die im Vergleich zu anderen Bahnen nicht so viele technische Raffinessen aufweist. Hier wird jeder kleineste Fehler unweigerlich bestraft.“

Dass Müller jede Kurve und Einzelheit auf seiner Trainingsstrecke bis ins letzte Detail beherrscht, bestätige er bei der Generalprobe am Wochenende. Mit Laufbestzeiten in beiden Läufen wurde der amtierende U-23-Weltmeister zum ersten Mal Staatsmeister und verwies 2018-Olympiasieger David Gleirscher auf den ersten Ehrenplatz. „Der Titelgewinn war natürlich eine Bestätigung dafür, dass die Trainingsarbeit im Sommer gepasst hat. Allerdings war dies nur eine interne Standortbestimmung. Bedingt durch die Covid-19-Auswirkungen gab es keinerlei Lehrgänge mit anderen Nationen und deshalb fehlen aktuelle Vergleichswerte zu den Topathleten aus Deutschland, Russland oder Italien.“

„Haben noch Luft nach oben“

Im Doppelsitzer gehören der Bludenzer Thomas Steu und sein gleichaltriger Tiroler Partner Lorenz Koller ebenfalls seit Jahren zu den Besten der Besten in ihrer Sparte. Insgesamt 19 Top-3-Platzierungen in den letzten vier Jahren unterstreichen dies eindrucksvoll. An den Heimweltcup haben die beiden 26-jährigen HLSZ-Sportler besonders gute Erinnerungen: 2018 feierten sie Triumphe im Sprint und olympischen Doppelsitzer, und im Vorjahr gab es die Plätze zwei im Doppelsitzer sowie drei in der Teamstaffel. Nach einem schweren Sturz letzten Jänner in Sigulda und einem Schien- und Wadenbeinbruch von Steu will Österreichs Parade-Doppelsitzer trotz der Freude des Restarts die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen: „Noch haben wir etwas Luft zu unserer Leistungsspitze. Doch wir wollen nicht jammern, sondern freuen uns, dass es wieder los geht. Wettkämpfe sind bekanntlich das beste Training. Man wird sehen, ob wir bereits wieder vorne mitmischen können oder uns noch gedulden müssen.“

Komplettiert wird die Ländle-Garde durch den Bludenzer Yannick Müller (21) und Partner Armin Frauscher aus Tirol. Das zweite ÖRV-Paar im Doppelsitzer will sich weiter in kleinen Schritten an die Weltspitze herantasten und startet mit viel Zuversicht in seine zweite Weltcupsaison.

Olympia 2022 ist erst übermorgen

Unisono die Zielsetzung für diese Saison bei den Müller-Brüdern und Thomas Steu: „Olympia 2020 ist übermorgen. Vorerst gilt die volle Konzentration dem Alltagsgeschäft in der Weltcupsaison“, erklärt Jonas Müller stellvertretend.

„Die Generalprobe war perfekt, doch Vergleiche zu anderen Top­nationen fehlen noch.“

Thomas Steu (v.) und Lorenz Koller starteten 2018 mit einem Doppelpack in Innsbruck-Igls in die Weltcupsaison.ÖRV
Thomas Steu (v.) und Lorenz Koller starteten 2018 mit einem Doppelpack in Innsbruck-Igls in die Weltcupsaison.ÖRV

Kunstbahnrodeln

Weltcup 2020/21

1. Station (27. bis 29. November) Weltcup Innsbruck-Igls (AUT)

Das Programm  Freitag: Nationencup (9 Uhr)

 Samstag: Herren-Einsitzer (9/10.35 Uhr); Herren-Doppelsitzer (12.40/14 Uhr)

 Sonntag: Damen-Einsitzer (9/10.25 Uhr); Teamstaffel (12.25 Uhr);

 Sprint Herren (14 Uhr); Doppelsitzer (14.45 Uhr); Damen (15.20 Uhr)

Die weiteren Stationen

5./6. Dezember Weltcup Altenberg (GER)

12./13. Dezember Weltcup Oberhof (GER)

19./20. Dezember Weltcup Winterberg (GER)

2./3. Jänner Weltcup Berchtesgaden-Königssee (GER)

9./10. Jänner Weltcup und Europameisterschaft Sigulda (LAT)

16./17. Jänner Weltcup Oberhof (GER)

23./24. Jänner Weltcup Innsbruck-Igls (AUT)

29. bis 31. Jänner Weltmeisterschaften Berchtesgaden-Königssee (GER)

20./21. Februar Weltcup Peking (CHN)

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