Liensberger mit klarem Ziel für Heimrennen: Skifahren am Limit

Sport / 25.11.2020 • 22:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Flexenarena ist bereit für die beiden Parallel-Weltcuprennen der Damen und Herren.gepa/3
Die Flexenarena ist bereit für die beiden Parallel-Weltcuprennen der Damen und Herren.gepa/3

Nach zwei dritten Plätzen in Levi freut sich die Göfnerin auf den heutigen Parallelbewerb.

Zürs Vorfreude, Selbstvertrauen, „Vertrauen in mein Skifahren“ – letztendlich ist es eine Kombination aus allem, das Katharina Liensberger im Moment ausstrahlt. Ja, die 23-jährige Göfnerin steht im Mittelpunkt der ÖSV-Fragestunde im Eingangsbereich des Hexenbodenlifts. Abstand bewahren, Hygienevorschriften einhalten – der Ski-Weltcup präsentiert sich bei seiner Rückkehr nach Vorarlberg coronabedingt doch ein wenig anders. Vor 26 Jahren jubelten Tausende Skifans beim Doppelsieg von Alberto Tomba, heute wird sich die Siegerin im neuen Skistadion in der Flexenarena ein wenig einsam vorkommen.

Lob für die Organisatoren

Liensberger ist sich all dessen bewusst und ist trotz ihrer großen Vorfreude auf das Heimrennen demütig. „Ich kann meinen Beruf ausüben. Das ist in dieser Zeit nicht selbstverständlich. Ohne Fans zu fahren, ist sicherlich anders, als anfangs erhofft. Aber ich weiß, dass viele vor dem Fernseher sitzen und mir die Daumen drücken.“ Auch daraus, so sagt sie, lasse sich Kraft schöpfen. Und diese wird sie heute brauchen, wenn es ab 10 Uhr in der Qualifikation um einen der 16 Finalplätze (ab 17.45 Uhr) geht. Nach zwei dritten Plätzen in Levi will die Vorarlbergerin vor allem eines: Skifahren am Limit und zeigen, was sie kann.

Erwartungen zu äußern, ist nicht ihre Art, zumal in dem doch neuen Bewerb – Parallel-Riesentorlauf – die Erfahrungswerte fehlen. Und sie an Sestriere im Vorjahr nicht die besten Erinnerungen hat. Liensberger aber zieht schnell ihre Schlüsse, analysiert messerscharf und sucht nach Verbesserungen. Allein deshalb darf man mit großer Spannung ihrem ersten Heimauftritt entgegenblicken. Dass auch für sie der Weltcuphang neu ist, entlockt ihr ein Schmunzeln. Immerhin, so erzählt sie, gebe es für sie als Skifahrerin viele Erinnerungen. „Auf diesem Berg bin ich schon öfter gefahren, wenngleich nicht auf diesem Hang.“ Dabei hat sie bei ihrer Ankunft nach den Trainingstagen in Sölden schnell mehr als nur einen Blick auf ihn geworfen. „Ich bin stehengeblieben und kann den Organisatoren nur ein Lob aussprechen. Sie haben einen super Job gemacht.“

Bereit für das nächste Level

Wie wichtig ihr der Spaß am Skifahren ist, betont Liensberger immer wieder. „Dann gelingt es am besten, das Beste aus mir herauszuholen.“ Das werde es brauchen, um sich für das Finale bei Flutlicht zu qualifizieren. Sich von Beginn an zu pushen, sich auf sich selbst zu fokussieren und vom Start weg alles geben. Diese Faktoren sind ihr wichtig, denn: „Bei jedem Run geht es von vorne los. Die Uhr tickt jedes Mal neu.“ Und das kann bei einem Lauf mit 20 Paralleltoren und nur wenigen Sekunden am Ende maßgeblich sein.

In diesem Winter heißt die zusätzliche Herausforderung Coronavirus. Eine mögliche Infektion hängt wie ein Damoklesschwert über dem Ski-Weltcup. „Es ist sehr wichtig, sich auf das zu besinnen was man wirklich selbst in der Hand hat, was man selbst kontrollieren kann“, sagt Liensberger. „Die äußeren Umstände kann ich nicht beeinflussen, aber sehr wohl mein eigenes Handeln.“ Deshalb betont sie, die Kontrolle über das eigene Handeln und Tun.

Letzerers beinhaltet für sie auch, sportlich den nächsten Schritt zu machen. Betont sie in den Gesprächen doch immer, noch Verbesserungspotenzial zu haben. Deshalb denkt sie auch gar nicht an einen Dreikampf mit Vlhova und Shiffrin, sondern konzentriert sich vielmehr auf sich selbst – und ihr Heimrennen heute in Zürs.

„Wichtig ist, alles rundherum auszubleben und sich auf das Skifahren zu konzentrieren.“

. . . Mittelpunkt des Medieninteresses.
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Katharina Liensberger stand im . . .
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Ski Alpin

Weltcup Zürs 2020

ÖSV-Aufgebot Damen

Katharina Liensberger, Katharina Gallhuber, Franziska Gritsch, Ricarda Haaser, Katharina Huber, Chiara Mair, Elisa Mörzinger, Ramona Siebenhofer und Katharina Truppe

Programm

PGS Damen, 26.11.2020 (10 Uhr Qualifikation/17.45 Uhr Finale – ORF 1, live)

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