Ein früher und ein später Jubel

Sport / 27.11.2020 • 21:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein mehr als gelungenes Comeback von Christian Hirschbühl, der schon viel Druck auf die Skier brachte und am Ende Platz acht belegte.gepa/2
Ein mehr als gelungenes Comeback von Christian Hirschbühl, der schon viel Druck auf die Skier brachte und am Ende Platz acht belegte.gepa/2

Christian Hirschbühl ärgerte erst Platz acht, Franzose Pinturault schrieb Skigeschichte.

Zürs Mit einem fulminanten Comeback von Christian Hirschbühl und einem Eintrag in die Skigeschichte durch den Franzosen Alexis Pinturault endete der erste Weltcup Zürs. Im Flutlicht-Finale setzte sich der Franzose gegen den Norweger Henrik Kristoffersen durch und feierte seinen 30. Weltcupsieg. Pinturault ist damit auch der erste Skirennfahrer, der in gleich sechs Disziplinen gewonnen hat, sofern man City-Events als eigene Bewerbe zählt. Bester Österreicher wurde Adrian Pertl als Vierter.

Ins Loblied aller Fahrer ob der perfekten Piste stimmte auch Christian Hirschbühl mit ein. „So was in der jetzt schwierigen Zeit zu bewerkstelligen ist lobenswert“, sagte der 30-Jährige. Seine eigene Leistung indes wollte der Lauteracher in den ersten Minuten nach dem Rennen nicht als lobenswert erwähnen. „Vielleicht freue ich mich in zwei, drei Stunden mehr darüber“, analysierte er seinen achten Rang im Comebackrennen nach 400 Tagen Pause doch recht trocken. Es war dieser Fehler im Mittelteil im Viertelfinale gegen den Deutschen Alexander Schmid, der ihn wohl eine bessere Platzierung und eine größere Freude gekostet hat. „Ich bin hängengeblieben. Zudem ist eine Kleinigkeit in der Startbox passiert, bei der ich mir den Ski beschädigt habe. Nichtsdestotrotz war der andere schneller.“

Als dann während des Gesprächs die Freude ob seiner Leistung doch durchsickerte, hielt sich Hirschbühl vor Augen: „Wenn mir vor dem Rennen einer gesagt hätte, es wird der achte Platz, dann hätte ich ihn genommen. Es ist ja nicht meine Spezialdisziplin und das nach fast einem Jahr Rennpause.“ Eines aber konnte sich der Vorarlberger nicht verkneifen: „Als Sportler willst du gewinnen. Und deshalb sind die beiden letzten Duelle ärgerlich.“

Slalomtraining am Rennhang

Ein wenig kam auch die Müdigkeit zum Tragen, nicht zuletzt ob des neuen Rennformats. „Du kommst ins Ziel, raus aus dem Ski, rauf auf den Hang und schon heißt es wieder: Noch 1:45 bis zum Start.“ Deshalb hieß sein Plan: früh ins Bett, denn am Samstag war am Weltcuphang Slalomtraining angesagt.

Alexis Pinturault schrieb in Zürs mit seinem 30. Weltcupsieg Skigeschichte.
Alexis Pinturault schrieb in Zürs mit seinem 30. Weltcupsieg Skigeschichte.

Ski Alpin

Weltcup Zürs 2020

PAR Herren, Qualifikation

1. Stefan Luitz (GER) 45,77 Sek., 2. Alexis Pinturault (FRA) +0,03, 3. Alexander Schmid (GER) +0,07, 4. Adrian Pertl (AUT) +0,26, 5. Thibaut Favrot (FRA) +0,28, 6. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,35, 7. Semyel Bissig (SUI) +0,37, 8. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,39, 9. Filip Zubcic (CRO) +0,45, 10. Erik Read (CAN) +0,46, 11. Christian Hirschbühl (AUT) +0,47, 12. ex aequo Gino Caviezel (SUI) und Atle Lie McGrath (NOR) je +0,48, 14. Timon Haugan (NOR) +0,52, 15. Dominik Raschner (AUT) +0,53, 16. Mathieu Faivre (FRA) +0,54.

Nicht qualifiziert u. a.: 19. ex aequo Fabio Gstrein (AUT) und Roland Leitinger (AUT) +0,63 0. Michael Matt (AUT) +0,93 – 37. Matthias Mayer (AUT) +1,04 – 45. Vincent Kriechmayr (AUT) +1,33

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