Allein Altachs Torhüter Martin Kobras verhinderte Schlimmeres

Sport / 29.11.2020 • 23:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Allein Altachs Torhüter Martin Kobras verhinderte Schlimmeres
SCRA-Kapitän Martin Kobras bei seiner Elfmeterparade gegen Johannes Eggestein. Altachs Schlussmann parierte auch noch den Nachschuss von Andrade. GEPA

Einen Elfmeter gehalten, starke Paraden – doch der Schlussmann der Rheindörfler allein war zu wenig. Er konnte die 0:3-Niederlage in Linz gegen den LASK nicht verhindern.

Linz Der letzte Sieg liegt schon mehr als zwölf Jahre (5. Oktober 2008, 3:1 in Linz) zurück, doch nicht nur die Statistik macht den LASK zum Angstgegner in der Bundesliga. Die 151. Liga-Niederlage des Cashpoint SCR Altach fiel mit 0:3 deutlich aus, wenngleich Torhüter Martin Kobras mit seinen Paraden und einem gehaltenen Elfmeter Schlimmeres vermied. Die Pastoor-Schützlinge, mit einem straffen Defensivkonzept ins Spiel gegangen, waren gegen den Tabellenzweiten aus der Stahlstadt in jeglicher Beziehung unterlegen. Nach etwas mehr als einer Stunde brach auch der Abwehrriegel.

„Wir haben alles gegeben, aber heute war einfach nicht mehr drinnen.“

Martin Kobras, Cashpoint SCR Altach

Kobras glänzte, Bumberger gut

Die Altacher, ohne Jan Zwischenbrugger (Pastoor: „Er wäre nicht fit gewesen für 90 Minuten“), begannen gegenüber dem Cupspiel mit fünf Neuen in der Grundaufstellung. Dabei stand David Bumberger gegen seinen Ex-Klub zum zweiten Mal in der Startelf – und der 21-Jährige lieferte eine ansprechende Leistung und zeigte sich nach dem Schlusspfiff selbstkritisch. „In den entscheidenden Momenten haben wir nicht mehr klären können. Gegen den LASK, der ein wirklich starker Gegner ist, musst du in jeder Aktion da sein. Sonst geht es halt so aus wie heute.“

tipico Bundesliga

Vergleich

LASK Linz Cashpoint SCR Altach

27 Schüsse gesamt 5

13 Schüsse auf das Tor 1

72,8 % Ballbesitz 27,2 %

19 Eckbälle 0

30 Flanken (aus dem Spiel) 4

58,9 % Zweikampfquote 40,7 %

 2 Abseits 2

72,5 % Passquote 37,1 %

13 Fouls 24


Noch klarer brachte Martin Kobras, der beste Mann auf dem Platz, die Überlegenheit der Linzer auf den Punkt: „Wir haben alles gegeben, aber man sieht, dass wir momentan nicht mit dem LASK mithalten können. Heute war einfach nicht mehr drinnen.“ In seinem 335. Ligamatch parierte er seinen siebten Elfmeter, am Ende aber sollte es nichts nützen. Die Paraden des 34-Jährigen waren zu wenig, um ein gutes Resultat zu erzielen. Dabei stand Kobras von der ersten Minute an im Mittelpunkt. Waren doch erst 100 Sekunden gespielt, da jagte LASK-Abwehrchef Gernot Trauner den Ball aus kurzer Distanz über das Tor – nach einem Eckball. Diese Gefährlichkeit der Oberösterreicher bei ruhenden Bällen sollte sich über 90 Minuten ziehen. Allein die 19 Eckbälle sprechen eine deutliche Sprache. Vorerst aber hielt die SCRA-Defensive dank Kobras dem Angriffswirbel stand. Auch noch in der 33. Minute, als Daniel Maderner und Trauner im Strafraum sich ein Duell Körper an Körper lieferten, der Unparteiische schließlich auf den Elfmeterpunkt zeigte. Doch Johannes Eggestein, der später mit zwei Treffern maßgeblichen Anteil am Linzer Sieg haben sollte, scheiterte mit seinem Strafstoß am SCRA-Torhüter, der auch noch den Nachschuss von Andrés Andrade mit einer Hand über die Querlatte drehte. Und schließlich hielt Kobras kurz vor dem Pausenpfiff die Null, als er erst gegen Thomas Goiginger rettete und dann eine Volleyabnahme von Trauner knapp das Ziel verfehlte (44.).

Kritik am Unparteiischen

Der schon in den Schlussminuten der ersten Halbzeit stärker werdende Druck der Linzer setzte sich nach Seitenwechsel fort. Dennoch kam Altach zu einem Konter über Maderner, der von der Mittelauflage allein auf das LASK-Tor zulief, vom, Referee aber fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen wurde (51.). Damit hatten die Rheindörfler aber ihr Pulver für die zweite Hälfte verschossen, und der Tabellenzweite aus Linz nutzte nun die sich häufenden Fehler der Vorarlberger. So nach einem Gouet-Pass auf Maderner, als Letzterer den Ball nicht annehmen konnte, das Leder verlorenging und bei Eggestein landete. Gegen dessen 20-Meter-Schuss war Kobras machtlos (65.). Der LASK-Stürmer profitierte wenig später von einem argen Patzer von Anderson, der den Ball dem Gegner am Fünfer servierte und Eggestein sich diese Chance nicht entgehen ließ (71.). Den Schlusspunkt setzte SR Markus Hameter mit einer falschen Elfmeter-Entscheidung, womit er dem eingewechselten Mamoudou Karamoko den ersten Saisontreffer ermöglichte (90.).

tipico Bundesliga

9. Spieltag

LASK Linz – Cashpoint SCR Altach 3:0 (0:0)

Stadion der Stadt Linz, keine Zuschauer erlaubt (wegen Coronavirus-Pandemie), SR Markus Hameter (NÖ)

Torfolge: 65. 1:0 Eggestein, 71. 2:0 Eggestein, 90. 3:0 Karamoko (Elfmeter)

Gelbe Karten: Keine bzw. Wiss, Maderner, Edokpolor, Bumberger

Die Besten: Eggestein, Trauner, Michorl, Andrade bzw. Kobras

Besonderes Vorkommnis: Altach-Torhüter Martin Kobras hält einen von Johannes Eggestein getretenen Foulelfmeter (33.)

LASK Linz (3-4-3): Xaver Schlager – Wiesinger, Trauner, Andrade – Ranftl, Holland, Michorl (66. Madsen), Renner (77. Tscheberko) – Gruber (70. Reiter), Eggestein, Goiginger (66. Karamoko)

Cashpoint SCR Altach (3-5-2): Kobras – Anderson, Bumberger, Edokpolor – Thurnwald, Oum Gouet, Wiss (76. Fischer), Stefel (81. Casar), Schreiner (46. Karic) – Maderner (76. Babil), Daniel Nussbaumer (66. Obasi)


„Diese Fehlentscheidungen heute haben uns wehgetan“, sagte danach SCRA-Trainer Alex Pastoor. Dass der 54-Jährige die Leistung des Unparteiischen ansprach, ist eigentlich ungewöhnlich, normalerweise beschränkt sich die Analyse des Niederländers auf die Leistung seiner Mannschaft. Nach dem Spiel aber meinte er, zum Schiedsrichter befragt: „Enttäuschend.“ Auf sein Team bezogen sprach er erneut von der Stabilität, die es noch zu bewahren gelte. Und weiter: „Im Cup haben wir eine Leistung gebracht, die unterklassig war. Heute haben wir gezeigt, wie sich Sportler, wie sich ein Fußballer verhalten soll. Nicht nur jeder für sich allein, sondern als Mannschaft. Darauf können wir aufbauen.“ Klar sei aber auch, dass es offensiv noch mehr brauche. Defensiv sei eine gewisse Ordnung zu sehen gewesen. Das Fundament passe, zumal man gegen einen Klassegegner gespielt habe.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.