Aus dem Flugzeug direkt auf das WM-Parkett

Sport / 13.01.2021 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Aus dem Flugzeug direkt auf das WM-Parkett
Andy Schmid ist einer der besten Spielmacher der Welt und Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Schweizer, Auftaktgegner von Österreich bei der WM-Endrunde in Ägypten. AFP

Durch coronabedingtes Aus der USA kommt die Schweiz zur elften WM-Endrunde.

Olten Nach zehn Teilnahmen von 1954 bis 1995 und zwölf missglückten Qualifikationen feiert die Schweiz eine unerwartete Rückkehr auf der weltweiten Handballbühne. Durch die Ausfälle von Tschechien und der USA aufgrund von einer Vielzahl von Coronafällen sind Nordmazedonien und die Schweiz sprichwörtlich über Nacht ins Starterfeld der 27. Männer-WM in Ägypten gerückt. Die Eidgenossen ersetzen in Gruppe E die USA und absolvieren bereits wenige Stunden nach der heute vormittag geplanten Ankunft, ab 18 Uhr (MEZ) ihr Auftaktspiel gegen Österreich. Primäre Voraussetzung dafür ist, dass alle auf dem Flughafen in Kairo geplanten PCR-Tests negativ sind.

Späte Genugtuung

Das glückhafte Nachrücken der Schweizer ist auch eine Genugtuung. Die Eidgenossen waren mit der Absage der in Mai geplanten Play-off-Spiele gegen Island der sportlichen Chance beraubt worden, sich 26 Jahre nach der letzten Teilnahme wieder für ein WM-Finalturnier zu qualifizieren. Während die Schweiz von der Internationalen Handballförderation (IHF) auf die Warteliste gesetzt wurden, erhielten mit Polen (EM-21.) und Russland (EM-22.) zwei Nationen eine Wildcard für Ägypten, die bei der EURO 2020 schlechter als den Eidgenossen (EM-16.) klassiert waren.

Statistik spricht für die Schweiz

Dass auf Österreich im Auftaktspiel im Gegensatz zu der USA nun ein komplett anderer Kaliber wartet, unterstreicht der Blick auf die Statistik in den Duellen mit unserem Nachbarland. Die Schweiz hat in 50 WM-Endrundenpartien mit mit 19 Siegen, vier Remis und 27 Niederlagen die bessere Ausbeute als Österreich mit zwölf Siegen, zwei Remis und 18 Niederlagen in 32 Spielen.

Bei der zweiten Weltmeisterschaft in der Geschichte 1954 in Schweden belegte die Schweiz nach einer 11:24-Niederlage im kleinen Finale gegen die Tschecholowakei den vierten Platz. 1993 musste man sich nach einem 19:26 im Duell im Bronze gegen Gastgeber Schweden geschlagen geben. Zwei Jahre später, beim IHF-Championat in Island wurde die Schweiz Siebter, qualifizierte sich damit für die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta und belegte dort den achten Platz. Bei der WM 1995 wurde Marc Baumgartner mit 41 Treffern Torschützenkönig.

Auch in den 46 direkten Duellen seit 1950 liegen sie mit 30 Siegen, drei Remis und 13 Niederlagen vor Österreich. Allerdings konnte Österreich die letzten vier Duelle seit Jänner 2013 für sich entscheiden.

Schmid der Star im Schweizer Aufgebot

Auffälligster Akteur im Großteils aus in Deutschland und Frankreich spielenden Legionären und Akteuren der Topklubs Schaffhausen und Winterthur zusammengesetzen Schweizer Kader ist sicherlich Andy Schmid. Der 37-Jährige bestritt bislang 184 Länderspiele und warf dabei 891 Tore. Schmid steht seit 2010 beim deutschen Spitzenklub Rhein-Neckar-Löwen unter Vertrag, gilt als einer der besten Spielmacher der Gegenwart und wurde von 2014 an fünf Mal in Folge als wertvollster Spieler der DKB-Bundesliga ausgezeichnet. Ihn gilt es in Schach zu halten, will Österreich im ersten WM-Duell gegen die Eidgenossen reüssieren.

Zuletzt musste sich die Schweiz im November 2020 in der Qualifikation für die EM 2022 auswärts gegen Dänemark in Aarhus mit 26:31 geschlagen geben. Zwei Tage später gab es in Schaffhausen ein 23:25 gegen Nordmazedonien. Insgesamt war die Schweiz vier Mal bei einer EM-Endrunde vertreten: 2002 gab es einen 13. Rang, 2004 wurde man Zwölfter, 2006 beendete man als Gastgeber auf Platz 14 das Turnier und bei der letzten EURO 2020 gab es nach einen 31:24 gegen Polen und den Niederlagen gegen Schweden (21:34) und das am Ende viertplatzierte Slowenien (25:29) den 16. Endrang unter 24 Mannschaften.

27. Handball-WM 2021 in Ägypten

Zahlen und Fakten zu Schweiz, WM-Auftaktgegner von Österreich

am 14. Jänner (18 Uhr MEZ)
Anzahl WM-Endrunden: 11

Bisherige Platzierungen: 1954 (4. Rang); 1961 (10.); 1964 (12.); 1967 (14.); 1970 (15.); 1982 (12.); 1986 (11.); 1990 (13.); 1993 (4.); 1995 (7.)

Statistik WM-Endrunden: 50 Spiele – 19 Siege/4 Remis/27 Niederlagen – 914:1006 Tore

Head-to-Head gegen Österreich: 46 Spiele – 30 Siege/3 Remis/13 Niederlagen – 989:885 Tore

Höchster Sieg gegen Österreich: 34:17 am 7. Jänner 1995 in Buchs

Höchste Niederlage gegen Österreich: 28:38 am 8. Jänner 2015 in Krems

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