Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Alles reine Nervensache

Sport / 14.02.2021 • 22:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zwei Siege und zwei Nullnummern (Austria Wien bzw. Rapid) und acht Niederlagen, das aktuelle Zahlenspiel hat, gelinde ausgedrückt, in der Tat Potenzial nach oben. Als Beleg dafür darf zudem die Statistik des Rapid-Spiels gewertet werden: null Torschüsse, null Eckbälle und gerade einmal ein Flankenball in 90 Minuten. Selbst Torhüter Martin Kobras konnte sich nicht daran erinnern, Ähnliches schon erlebt zu haben. Offensiv gesehen war die Leistung ungenügend, defensiv hingegen sehr akzeptabel. Weil man dem langen Unterzahlspiel mit viel Kampfkraft entgegengetreten ist, weil man über weite Strecken die Räume gut zugestellt hat und weil man in Kobras und Stefan Haudum zwei überragende Akteure in den Reihen hatte.
Dass sich mit Emanuel Schreiner ausgerechnet ein Routinier und ansonsten besonnener Spieler zu einer Überreaktion hinreißen ließ, zeigt aber deutlich, wie schwach das Nervenkostüm inzwischen ist. Die Entschuldigung des Spielers für seine Fehltritte gegen Rapids Filip Stojkovic ließ der Klub dann über seine sozialen Netzwerke vermelden. Dass ihm die Aktion leid tut, darf man Schreiner mit Sicherheit abnehmen. Die Fragilität der Einheit aber bereitet Sorgen. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Rückkehr der Verletzten und den Einsatz der Neuen, Subotic und Carando. Zumal spielerische Fortschritte wohl nur langsam vonstatten gehen werden. Aber in puncto Selbstvertrauen sollten die Routiniers Positives bewirken können.