So wirken unterschiedliche Erfahrungen

Sport / 02.04.2021 • 23:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
So wirken unterschiedliche Erfahrungen
Keiner trifft schneller: Daniel Nussbaumer hat beste Erinnerungen an das Spiel bei der Austria im Juni 2020. GEPA

Das erste Mal – Altachs Daniel Nussbaumer und Neven Subotic kennen das Gefühl, ausgerechnet gegen Austria Wien, den Gegner vom Samstag.

Altach, Wien Viel Zeit zum Nachdenken für die SCRA-Profis am gestrigen Tag. Denn mit dem Bus ging es nach Wien, wo heute der Auftakt in die Qualifikationsgruppe ansteht. Nachdenken und erinnern sind angesagt, denn in nicht einmal einem Jahr haben die Spiele bei den „Veilchen“ die Zukunft des Cashpoint SCR Altach entscheidend mitgeprägt.
Daniel Nussbaumer hat sich in den Stunden im Bus mit Sicherheit an den 9. Juni des Vorjahres erinnert. Es war der dritte Qualifikationsrunde-Spieltag nach Wiederaufnahme der Liga. Gerade einmal 21 Sekunden hatte es gedauert es, ehe der 21-Jährige für einen Rekord gesorgt hatte. Beim 2:0-Sieg der Altacher gelang dem Stürmer aus dem Bregenzerwald nämlich der schnellste Treffer in der Bundesliga-Geschichte der Rheindörfler. Es war zugleich das erste von inzwischen sechs Toren von Nussbaumer im Fußball-Oberhaus. Bei bislang 36 Einsätzen in der Bundesliga ergibt das einen Schnitt von einem Treffer in sechs Spielen. Zuletzt ist er diesbezüglich ein wenig ins Hintertreffen geraten, weshalb ein Treffer des antrittschnellen und laufstarken Angreifers fast überfällig ist. Das letzte Tor von Nussbaumer liegt nämlich schon etwas zurück. Zuletzt traf er am 24. Oktober des Vorjahres beim 4:2-Sieg gegen die Admira. In zwölf weiteren Einsätzen ist er ohne Treffer geblieben.

Bittere Erfahrung

Ein wenig nachdenklicher dürfte Neven Subotic die Busreise „genossen“ haben. Feierte der 32-jährige Innenverteidiger doch gegen die Violetten im Februar dieses Jahres seine Liga-Premiere in Österreich. Doch sein Pflichtspiel-Debüt im SCRA-Dress sollte zugleich das letzte Spiel von Alex Pastoor auf der Trainerbank der Altacher sein. Mit 1:5 kassierten Subotic und Co. eine bittere Schlappe, wobei man noch mit einer 1:0-Pausenführung in die Kabine gegangen war. In Halbzeit zwei zerbrach die Mannschaft nach dem Ausgleich (46.) und kassierte anschließend in 19 Minuten noch vier Gegentreffern. Es war das Ende der Ära Pastoor – und der Restart mit Cheftrainer Damir Canadi sollte seinen Anfang nehmen.

Mögliche Aufstellungen

FK AUSTRIA WIEN

AUFSTELLUNG (4-1-4-1) Pentz; Zwierschitz, Schösswendter, Palmer-Brown, Poulsen; Martel; Teigl, Fitz, Wimmer, Sarkaria; Djuricin

ERSATZ Kos; Handl, Ebner, Demaku, Grünwald, Zeka, Monschein

ES FEHLT Pichler (gesperrt)

FRAGLICH Jukic (angeschlagen), Suttner (rekonvaleszent)

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (5-4-1) Kobras; Anderson, Dabanli, Zwischenbrugger, Subotic, Edokpolor; Meilinger, Haudum, Tartarotti, Fischer; Daniel Nussbaumer

ERSATZ Casali; Oum Gouet, Netzer, Bukta, Obasi, Maderner, Wiss

ES FEHLEN Karic, Thurnwald (beide krank), Schreiner (verletzt), Carando (überzähliger Ausländer)

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Klare Vorstellungen

Der 51-Jährige hat mit seinem klaren Konzept für eine neue Struktur im Spielsystem der Altacher ausgerichtet. Alles, so betont Canadi immer wieder sei darauf ausgerichtet, den Ligaerhalt zu sichern. „Da spielen Namen keine Rolle, da steht nur die Mannschaft im Mittelpunkt“, lautet das Credo vom Coach. Und so wird er wohl keinen Gedanken daran verschwenden, dass sein letzter Sieg bei der Austria als SCRA-Trainer auch schon einige Zeit her ist. Am 12. Dezember 2015 gewann er mit Altach in Wien-Favoriten mit 2:1, wobei mit Torhüter Martin Kobras und Jan Zwischenbrugger nur noch zwei Spieler von damals auch heute dabei sind. Denn Emanuel Schreiner (Knöchelverletzung) fehlt verletzungsbedingt und Louis-Clement Ngwat-Mahop sitzt als Cotrainer auf der Bank. Bemerkenswert zudem, dass Marco Meilinger damals noch für den Klub aus Wien spielte.

„Wir sind keine Träumer. Wenn eine Saison holprig verläuft, dann bleibt sie auch holprig.“

Damir Canadi, Cheftrainer Cashpoint SCR Altach

Realistische Einschätzung

Das Spiel selbst sieht Canadi ganz unter dem Motto: „Mit einem positiven Start wäre vieles leichter.“ Deshalb erwartet er von der Mannschaft, dass sie „aktiv und mutig auftritt“. Vor allzu großen Hoffnungen warnt er allerdings, denn als Routinier auf der Bank weiß er: „Wenn ein Saison holprig verläuft, dann bleibt sie auch holprig. Deshalb sind wir keine Träumer. Wir wissen wo wir stehen und wir wissen was wir können.“ Altach könne seine Ziele vor allem als Kollektiv erreichen, dessen ist er überzeugt. Und für ihn als Trainer gibt es auch noch eine weitere Komponente, nämlich jene, die Spieler in ihrer Entwicklung zu fördern. Dies, so Canadi, sei ein wesentlicher Bestandteil der Klubphilosophie.
Mit unklarem Ausblick biegt Gegner Austria Wien in die finale Meisterschaftsphase ein. Verhandlungstage in der Länderspielpause brachten wenig Konkretes, sportlich versuchen sich die Wiener gegen Altach am Kaschieren der Saison. Landen die „Veilchen“ unter den besten zwei der Qualifikationsgruppe, könnte über das Liga-Play-off letztlich sogar noch ein internationaler Startplatz herausschauen.„Wir wollen die beste Mannschaft der unteren Sechs sein, um die Minichance für das internationale Geschäft zu haben“, sagte Peter Stöger. Doch Altach hat nach einem Trainerwechsel neues Selbstvertrauen intus. Auch Stöger erwähnte „neue Rahmenbedingungen“. „Neuer Trainer, gute Struktur in der Mannschaft, Erfolgserlebnisse – es wird eine interessante Aufgabe werden.“