Matsuyama versetzt Japan in Ekstase

Sport / 12.04.2021 • 21:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hideki Matsuyama jubelt über das legendäre grüne Sakko, das dem Masters-Sieger neben einem Preisgeld von rund 1,68 Millionen Euro zusteht. apa
Hideki Matsuyama jubelt über das legendäre grüne Sakko, das dem Masters-Sieger neben einem Preisgeld von rund 1,68 Millionen Euro zusteht. apa

Historischer Golf-Triumph beim Masters in Augusta.

Augusta Die Bilder von Hideki Matsuyama im grünen Jackett des Champions beim legendären US Masters lösten in der Heimat pure Ekstase aus. Bei einem Fernsehkommentator flossen die Tränen, als der erste Triumph eines Japaners bei einem Golf-Major perfekt war. An der Börse in Tokio schossen golfbezogene Aktien in die Höhe, Premierminister Yoshihide Suga sprach gar von einem Lichtblick in der Coronakrise – und selbst Tiger Woods realisierte die Bedeutung des Erfolges.

„Du machst Japan stolz“

„Du machst Japan stolz, Hideki“, twitterte der Superstar, der nach seinem schweren Autounfall nicht antreten konnte. Dieser „historische Masters-Sieg“ werde „die gesamte Golf-Welt beeinflussen“. Dass Matsuyama auf der Back Nine der Schlussrunde schwächelte, ehe er mit seinem 278. Schlag den historischen Erfolg auf dem Grün des Augusta National Golf Club besiegelte, verkam zur Randnotiz.

Nun sei klar, „dass ein japanischer Spieler gewinnen kann“, sagte der 29-Jährige, der „Pionier“ sein will. Er sprach von einer „Menge junger Leute in Japan“, die in seine Fußstapfen treten und auf der Weltbühne spielen könnten. Und er richtete einen eindringlichen Appell an sie: „So wie ich mein Bestes gebe, möchte ich, dass Ihr auch euer Bestes gebt und weiter davon träumt, bei einem Major zu spielen.“

So wie Matsuyama, der erstmals im Alter von vier Jahren mit seinem Vater auf dem Golfplatz stand und zum besten Spieler des golfverrückten Landes aufstieg – mit allen Vorzügen und Lasten. Jeder seiner Schritte wird in Japan verfolgt, jede Kleinigkeit in den Medien aufgegriffen. Er wird in einem Atemzug mit Tennisstar Naomi Osaka oder den besten japanischen Baseballern in den USA genannt.

Doch der Hype und Ruhm schienen den zurückhaltenden Matsuyama bisher eher zu belasten. Vor den Medien zu stehen, sei „immer noch schwierig“ und nicht seine „Lieblingsbeschäftigung“, sagte die Nummer 25 der Welt vor dem Finaltag in Augusta. Da durch die Pandemie diesmal weniger Journalisten vor Ort waren, sei es „weniger stressig“ gewesen, er habe „diese Woche genossen“.

Ein schwarzer Tag

Bernd Wiesberger erwischte einen schwarzen letzten Tag, rutschte von Rang zehn auf Endrang 40 ab. Mit einer 78er-Runde fiel der 35-Jährige gesamt noch von zwei unter auf vier über Par, 14 Schläge fehlten ihm im Endeffekt auf Matsuyama. Seine schlechte Masters-Runde aus dem Jahr 2016 unterbot Wiesberger immerhin um einen Schlag, das bisher beste Major-Abschneiden eines Österreichers ist weiterhin Rang zwölf von Markus Brier von den British Open 2007.