Olympia bleibt das größte aller Gefühle

Sport / 14.04.2021 • 20:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die 49er-Medaillenhoffnungen Benjamin Bildstein (r.) und David Hussl.GEPA
Die 49er-Medaillenhoffnungen Benjamin Bildstein (r.) und David Hussl.GEPA

Für Segler Benjamin Bildstein hat sich trotz der Pandemie an der sportlichen Wertigkeit nichts geändert.

Wolfurt 100 Tage vor der am 23. Juli geplanten Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Tokio ist nicht nur das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiter ganz auf die Durchführung des Großereignisses eingestellt. „Die Spiele werden eine Feier der Widerstandsfähigkeit, der Solidarität und unserer gemeinsamen Menschlichkeit“, sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto in Japans Hauptstadt.

Auch auf Seiten des Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) soll die Coronakrise kein Hindernis für das weltweit größte Sport-Event sein, sondern ein wichtiges Zeichen zur Bewältigung der Pandemie. „Es ist in erster Linie wichtig für unsere Athletinnen und Athleten, die ihr Leben darauf ausgerichtet haben“, befürwortete ÖOC-Präsident Karl Stoss die Austragung der Spiele. „Sie haben unendliche Anstrengungen und Entbehrungen auf sich genommen. Deswegen glaube ich, dass es für uns ganz wichtig ist, dass wir diese Hoffnung weiterentwickeln. Diese Hoffnung soll ein Zeichen als Licht am Horizont sein, auch für die Gesellschaft. Eine nochmalige Verschiebung steht nicht zur Debatte, es gibt nur Durchführen oder Absage. Es gibt keine Alternative dazwischen“, betonte der 64-jährige gebürtige Dornbirner.

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel bestätigte das Vorliegen von derzeit 40 ÖOC-Quotenplätzen, in vielen Sportarten seien Aktive in noch laufenden Qualifikationen auf sicheren Tokio-Plätzen und der 65 Jahre alte Bregenzer rechnet mit dem Erreichen des bei Sommerspielen langjährigen Schnitts von rund 70 ÖOC-Athleten bei den 32. Sommerspielen der Geschichte.

Aus Vorarlberger Sicht haben Kunstturnerin Elisa Hämmerle aus Lustenau und das 49er-Segelduo Benjamin Bildstein und David Hussl bereits die Norm erbracht. Aussichtsreichste Kandidaten auf weitere Ländle-Startplätze sind Karatekämpferin Bettina Plank und Tennis-Doppelspezialist Philipp Oswald.

Sportliche Leistung hat Priorität

Trotz der zu erwartenden restriktiven Pandemiemaßnahmen hat nach Ansicht von Benjamin Bildstein Olympia aus sportlicher Sicht nichts vom ursprünglichen Geist verloren. „Eine Olympiateilnahme bliebt aus sportlicher Sicht das größte aller Gefühle. Dies war in der Vergangenheit so und dies wird hoffentlich auch in Tokio so sein“, betont der 29 Jahre alte Wolfurter, der sich derzeit auf Lanzarote auf sein Debüt im Zeichen der fünf Ringe vorbereitet. „Als Sportler hat man sich jahrelang darauf vorbereitet und ist trotz der Nebengeräusche heiß auf die Teilnahme. Zumindest was uns betrifft, hat die sportliche Leistung weiterhin oberste Priorität und an dieser Einstellung wird sich nichts ändern.“

Ob die ideellen Werte von Olympischen Spielen durch das Fehlen der ausländischen Zuschauer und die zahlreichen Einschränkungen abseits des eigentlichen Wettkampfes verlorengehen, ließ Bildstein offen: „Da ich noch nicht selbst als Aktiver bei Olympia war, und das ganze Drumherum und das Spektakel nur aus der Zuseherrolle kenne, erlaube ich mir dahingehend kein Urteil. Natürlich wäre es mir lieber, wenn die Familie oder Freude dabei wären. Doch es herrscht nun einmal seit knapp einem Jahr durch die Pandemie eine Ausnahmesituation, die man so gut wie möglich ausblenden muss. Es ändert nichts an den Umständen, wenn man sich darüber jeden Tag den Kopf zerbricht. Viel wichtiger ist es, noch gezielter den Fokus auf die sportliche Leistung zu lenken.“

„Der sportliche Wert von Olympia in Tokio ist genauso groß wie bei allen Spielen zuvor.“