Gelingt der dritte Geniestreich?

Sport / 16.04.2021 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gelingt der dritte Geniestreich?
Elias Wallenta, im Bild gegen Tadej Cimzar, und seine EHC-Kollegen müssen sich in Laibach auf ein hartes Gefecht gefasst machen. Serra

Der EHC Lustenau spielt in Laibach um ein Ticket für das Finale in der Alps Hockey League.

Lustenau Showdown um den Einzug ins Play-off-Halbfinale in der Alps Hockey League zwischen dem EHC Lustenau und Olimpija Laibach. Nach vier Duellen steht es zwischen den beiden Kontrahenten in der Serie 2:2, Spiel fünf muss über Wohl und Weh entscheiden. Auf slowenischem Boden versucht das Team von Mike Flanagan heute (19.30 Uhr) gegen Titelfavoriten den dritten Geniestreich zu landen.

Ein heißer Tanz wartet

Es wird ein Gefecht auf Biegen und Brechen, in der Hala Tivoli wartet ein heißer Tanz auf den EHC. Das Olimpija-Team ist unter Druck, die Nerven liegen nach den beiden 1:2-Niederlagen blank. Marc-Olivier Vallerant, der ehemalige EHC-Torjäger pflaumte nach dem Spiel die vier Schiedsrichter an, weil er sich von Dominic Haberl provoziert fühlte. Trainer Raimo Summanen, als Spieler mit WM-Titel und dem Stanley Cup dekoriert, polterte während der Begegnung zuerst auf der Spielerbank. Anschließend legte sich der Finne mit Lustenaus Coach Flanagan an, forderte ihn zu einer handfesten Auseinandersetzung auf.
Der oft strapazierte Begriff des Momentums liegt auf jeden Fall ganz auf Seiten der Lustenauer. Nach zwei Erfolgen der Slowenen im Ausmaß von 4:2 und 8:0 schlugen Max Wilfan und Kollegen zwei Mal zurück. „Wir fahren nach Slowenien, um Laibach aus dem Bewerb zu werfen“, so ein selbstbewusster Kapitän, der am Donnerstag beim Heimerfolg die Treffer von Martin Grabher Meier und Renars Karkls vorbereitete. „Jetzt kann alles passieren – und wir können nur gewinnen“, sieht sich Präsident Herbert Oberscheider in der komfortableren Situation. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sieht er als halbe Miete für den Erfolg. „Wir haben keinen Superstar, aber dafür eine Einheit“, schwärmt Oberscheider von seinem Kollektiv. Der Klubchef erhielt gestern von Karkls einen – nicht ganz ernst gemeinten – Anruf: „Mein Vertrag ist am 15. April ausgelaufen“, ließ der Verteidiger Oberscheider wissen. Der wusste eine schnelle Antwort: „You play, I pay“ – du spielst, ist zahle.“

Referees aus zwei Generationen

Oberscheiders Option, einen Tag früher nach Laibach anzureisen, wollte die Mannschaft nicht wahrnehmen. „Wir sind es gewohnt am Spieltag zu fahren“, wurde dem Klubboss mitgeteilt.
Eine interessante Konstellation gibt es bei der Besetzung der beiden Head-Schiedsrichter für das Entscheidungsspiel. Mit der Spielleitung wurden der Laibacher Borut Lesnjak (51) und der Wiener Alexander Hlavaty (21) betraut – der eine ist der älteste, der andere der jüngste Head-Referee der Alps Hockey League. Und, wie im Play-off nicht unüblich, darf man sich in der Regelauslegung „Old-school-hockey“ erwarten – es wird von den Referees also mehr physisches Eishockey zugelassen.