Flick will die Scheidung

Sport / 18.04.2021 • 22:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Bild mit Symbolcharakter, auch wenn in den Stadien derzeit keine Fans erlaubt sind. Bayern-Trainer Hansi Flick mit einer Geste der Verabschiedung.afp
Ein Bild mit Symbolcharakter, auch wenn in den Stadien derzeit keine Fans erlaubt sind. Bayern-Trainer Hansi Flick mit einer Geste der Verabschiedung.afp

Erfolgstrainer der Münchner bittet um Vertragsauflösung, FC Bayern reagiert frostig.

München Die hohen Herren von Bayern München waren schwer beleidigt. Und sie benötigten lange, um sich von dem Schreck zu erholen, den ihnen Hansi Flick eingejagt hatte mit der öffentlichen Ankündigung, dass er um die Auflösung seines Vertrages gebeten habe. Erst am Sonntagnachmittag reagierten die Bosse des Rekordmeisters – mit einer scharfen Rüge: „Der FC Bayern missbilligt die nun erfolgte einseitige Kommunikation durch Hansi Flick“, schrieb „Der Vorstand“ knapp.

Nein, war aus den frostigen Worten herauszulesen, das war so nicht abgemacht mit dem Trainer. Ja, bestätigte der Vorstand um den Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und den mit Flick im Clinch liegenden Hasan Salihamidzic, Flick habe sie „im Verlauf der vergangenen Woche unterrichtet“, dass er seinen bis Juni 2023 laufenden Vertrag auflösen wolle. Aber: Abgemacht war, Stillschweigen zu bewahren. Flick jedoch wollte dem „Flurfunk“ zuvorkommen. Die überrumpelten Herren aus der Chefetage wollten sich wie erwartet nicht weiter einlassen zum Ansinnen ihres Cheftrainers.

Seine Liebe zum alten und wohl auch neuen deutschen Fußballmeister erkalten, ließen zweifellos die, denen Flick nicht zufällig derlei warme Worte verwehrte: Oliver Kahn – und vor allem Hasan Salihamidzic. Zum Sportvorstand hat sich ein tiefer Graben aufgetan, der unüberwindbar scheint. Flicks Wunsch nach Veränderung befeuert hat die greifbar nahe Gelegenheit, nach der EM Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw zu werden. Von einem Automatismus bei der Rückkehr zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wollte Flick allerdings nicht sprechen, im Gegenteil. „Der DFB ist eine Option, bei der jeder Trainer überlegen muss.“