Genau deshalb hat Plan A noch immer klar Priorität

Sport / 19.04.2021 • 22:15 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Marco Meilinger soll mit seiner Übersicht die Mitspieler in Position bringen, zudem ist er auch ein Mann für ruhende Bälle. <span class="copyright">gepa</span>
Marco Meilinger soll mit seiner Übersicht die Mitspieler in Position bringen, zudem ist er auch ein Mann für ruhende Bälle. gepa

Marco Meilinger steht vor dem Admira-Heimspiel vor seinem 50. BL-Einsatz für den Cashpoint SCR Altach.

Altach Es sind schon entscheidende Wochen, die auf den SCR Altach und die Spieler in der Quali-Runde reinprasseln. Zumal Spannung garantiert ist. Denn mit den Heimspielen heute (18.30 Uhr) gegen die Admira und am Samstag (17 Uhr) gegen Hartberg kann nicht nur der Klassenerhalt vorzeitig gesichert werden, mit zwei Heimsiegen könnten neue Träume entstehen. Das Fundament dafür ist Cheftrainer Damir Canadi mit der Stabilisierung der Defensive gelungen, nun heißt es, in die Offensive zu gehen. Verbal, wie es Canadi am Vortag des Spiels praktizierte, und auch in der Umsetzung auf dem Platz. „Wir müssen gieriger werden“, lautet die Ansage des Coach in Richtung seiner Stürmer, „gieriger darauf, Tore zu erzielen.“ Canadi nimmt seine Offensivabteilung in die Pflicht, wohlwissend dass ein „ganz wichtiges Spiel“ vor der Brust ist. „Gerade zu Hause“, sagt er, und: „Die Admira ist ein Gegner, den wir im Heimspiel schlagen möchten, auch wenn es nicht leicht wird.“

Genau wissen, was gefordert ist

Für dieses Ziel wird es Stürmertore brauchen, wie auch Canadi weiß. „Ich warte noch auf das erste, seit ich da bin“, versucht er seine Spieler an der Ehre zu packen. Sich was zutrauen, dorthin gehen, wo es weh tut. All diese Dinge will Canadi sehen.

„Die Mannschaft hat die Chance, sehr viel zu reparieren, was nicht so gelungen ist.“

Damir Canadi glaubt, dass noch vieles möglich ist


Angesprochen ist auch einer, der unter Canadi schon getroffen hat und deshalb mit einem leichten Schmunzeln antwortet: „Ich bin ja kein Stürmer …“ Aber natürlich weiß auch Marco Meilinger, was nunmehr gefordert wird. Natürlich, so sagt er, wolle jeder 6:0 gewinnen, doch in dieser Situation war es wichtig, dass die Null stehe. Als Mann für die wichtigen Zuspiele weiß er selbst, dass von ihm – wie von der gesamten Mannschaft – in der Offensive nun mehr gefordert wird. Und dafür käme die Admira-Partie für den 29-Jährigen gerade recht. Wäre es doch sein 50. Bundesliga-Spiel im Dress des SCRA. Ein Grund mehr, dieses mit einem Treffer zu feiern. Derzeit hält er bei vier Toren seit seiner Verpflichtung im Jänner 2018. Allerdings verlor der Linksfuß fast ein gesamtes Jahr durch seinen Schienbeinbruch. Zumal er auch im Kopf lange brauchte, um die Verletzung wirklich aus seinen Gedanken zu bekommen. „Nach sechs Monaten dachte ich, es gehe normal weiter. Das war bei Weitem nicht so. Mir das einzugestehen, war richtig schwer.“ Auch danach hatte Meilinger mit „ups and downs“ zu kämpfen. Heute fällt es ihm leichter, darüber zu sprechen. Weil er sich fit fühlt, weil er den Spaß am Fußball wiedergefunden und weil er in der knappen Freizeit viel Freude mit dem Nachwuchs hat.

Mögliche Aufstellungen

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (3-5-2) Kobras; Zwischenbrugger, Dabanli, Bumberger; Thurnwald, Fischer, Netzer, Haudum, Karic; Meilinger, Maderner

ERSATZ Casali; Oum Gouet, Anderson, Bukta, Tartarotti, Daniel Nussbaumer, Wiss

ES FEHLEN Schreiner (Sprunggelenksverletzung), Obasi (Achillesehne), Edokopolor (Gehirnerschütterung)

FC ADMIRA W. MÖDLING

AUFSTELLUNG (3-4-3) Leitner; Aiwu, Bauer, Ostrzolek; Hausjell, Vorsager, Kerschbaum, Kronberger; Atanga, Wooten, Starkl

ERSATZ Hadzikic – Maier, Datkovic, Auer, Kadlec, Hoffer, Breunig

FRAGLICH Datkovic, Kadlec

ES FEHLEN Malicsek (gesperrt), Babuscu (Knie-OP), Tomic (Knöchelbruch), Rath (Patellasehne)

Als einer der Routiniers sieht er sich zudem in der Pflicht, die Jungen in der schwierigen Situation zu führen, ihnen mit einem Rat zur Seite zu stehen. „Es geht um sehr viel“, sagt Meilinger, dessen Vertrag bei den Rheindörflern noch bis Sommer 2022 läuft. Dann, so ist er sich sicher, soll noch nicht Schluss mit Fußball sein. An seinen bevorstehenden 30. Geburtstag denkt er deshalb mit einer Portion Gelassenheit. „Ich erinnere mich noch, als ich als 18-Jähriger meinen ersten Profivertrag unterschrieben habe und mir gesagt wurde, die Zeit zu genießen. Ich dachte nur: Ich bin jung, was soll das?“ Doch Fußball ist schnelllebig und die Zeit rast, wie er heute selbst sagt. Dennoch verfolgt er weiter konsequent Plan A („Einige Jahre will ich noch spielen“), erst dann soll Plan B folgen.
Aus eigener Erfahrung weiß er, dass hierfür Erfolgserlebnisse das beste Rezept darstellen. So kommt er zurück auf die bevorstehende Fußballwoche, die nächsten Dienstag mit dem Spiel in Hartberg schließt. Wenn er von „richtungsweisend“ spricht, so geht sein Coach einen Schritt weiter. „In der Woche kann die Mannschaft viel reparieren.“ Deshalb sei Mentalität gefragt, deshalb wolle er gerade in der Offensive eine Entwicklung sehen. Wie groß der Druck in der Qualigruppe ist, weiß Canadi nun. „Auch für mich ist das neu“, verrät er. Wohlwissend dass allein die Ausgangslage den Gegner mehr unter Zugzwang setzt. „Eine Mannschaft mit Qualität und Tempo. Zuletzt wurde sie unter Wert geschlagen“, sagt er über die Admira. „Die Hartberg-Niederlage war ärgerlich, aber unser Blick ist nach vorne gerichtet. Wir haben jetzt gegen Altach die Chance auf ein positives Erlebnis. Diese Möglichkeit wollen wir unbedingt nützen“, bringt es Damir Buric (56), Trainer bei den Südstädtern auf den Punkt. An seiner Ausrichtung, offensiv in einem 3-4-3- und in der Defensive in einem 5-4-1-System, wird er deshalb wohl nichts verändern. Es sei denn, Altachs Angreifer entdecken das Toreschießen für sich.

Genau deshalb hat Plan A noch immer klar Priorität
Genau deshalb hat Plan A noch immer klar Priorität