Die Suche nach der perfekten Balance

Sport / 20.04.2021 • 21:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Blumen für die Slalomkönigin der Weltcupsaison 2020/21. Katharina Liensberger mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann vor dem von ihr handsignierten Plakat.Steurer/4
Blumen für die Slalomkönigin der Weltcupsaison 2020/21. Katharina Liensberger mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann vor dem von ihr handsignierten Plakat.Steurer/4

Katharina Liensberger über eine „wunderschöne Saison“.

Schwarzach Pünktlich und mit einem Lächeln im Gesicht erschien Katharina Liensberger zum großen VOL.at-Live-Special im neuen TV-Studio im Medienhaus in Schwarzach, mit ihr, der zweifachen Weltmeisterin von Cortina d‘Ampezzo 2021, im Mittelpunkt. Dabei war wenig zu spüren von der „wilden Henne“, wie die im italienischen Nobel-Skiort hochdekorierte Rennläuferin von ihrem Trainer-Wegbegleiter Alexander Berthold in den VN ob ihrer Leistungen im Schülerbereich einst bezeichnet wurde. Vielmehr wirkte die 24-Jährige ein wenig zurückhaltend und ruhig. Als schließlich die Frage von Moderator Gerold Riedmann nach dem „Rosa-Bügel“ am Laternser Übungslift kam und so Erinnerungen an die Anfänge im Schnee aufleben ließ, reagierte die frischgebackene Slalomkönigin dann doch mit einem herzhaften Lacher.

Gute Serien im Fernsehen beginnen oft mit „Was bisher geschah …“. Wie waren die Wochen nach dem Saisonende?

Liensberger Es war einfach wichtig, wieder einmal zur Ruhe zu kommen. Diese Zeit habe ich mir auch genommen, weil ich auch gespürt habe, dass ich es brauche. Einmal so richtig runterkommen, alles neu sortieren und abzuschalten. Damit ich wieder neu durchstarten und loslegen kann.

Werfen wir einen Blick zurück auf die WM. Alles begann im Parallelrennen. Die Nachricht, dass es Gold gab kam ja erst in einem Interview mit Zeitungskollegen.

Liensberger Ja, während eines der vielen Interviews ist die Nachricht gekommen: Alles gut, Katharina, du hast nicht Silber, sondern Gold gewonnen. Ich war überrascht, dass es sich gedreht hat. Es war megacool, doch Gold zu gewinnen.

Quasi eine Achterbahnfahrt, die dann mit der Bronzemedaille weiterging und in Slalomgold gipfelte. Was war das für ein Erlebnis?

Liensberger Es war natürlich wunderschön, dass es dazu gekommen ist. Es ist so eine lange Geschichte, auf die ich hingearbeitet habe. Ich bin dankbar all jenen Leuten, die mich in dieser Saison unterstützt haben, sodass es dann gereicht hat. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, habe ich richtig den Spaß gespürt, so stark abschließen zu können.

Eine Frage, die sich viele stellen: Was ist der Flow und wie kommt man da rein?

Liensberger Ich habe viel daran gearbeitet, dass alles so gelingt, wie ich es mir vorgenommen habe. Mein Mentaltrainer hat mir geholfen, zu dem zu finden, was mir Spaß macht, was meine Leidenschaft ist.

Wie wichtig war der erste Weltcupsieg in Aare?

Liensberger Extrem wichtig, so wunderschön. Wie ich durch die Tore gefühlt geflogen bin, und gemerkt habe, dass es weitergeht, wie ich das Gefühl für den Schnee, für den Ski aufbauen konnte.

Hat die Katharina Lampenfieber kurz vor dem Start?

Liensberger (schmunzelnd) Wenn man es so nennen will, dann ja. Wobei, ich nicht glaube, dass ich nervös war. Es war schon eher eine Spannung die es auch braucht, um das umzusetzen, was man sich vornimmt. In der Saison hat sich dann alles total leicht angefühlt, aber danach habe ich einfach die Zeit für mich gebraucht.

Wie viel Zeit bleibt denn tatsächlich außerhalb des Rennbetriebs?

Liensberger Es bleibt natürlich Zeit und die muss man für sich auch nehmen. Deshalb ist es wichtig, gut zu überlegen, was man will und was man tut.

Was waren wichtige Punkte in Ihrer Karriere, die Sie heute so dastehen lassen wie Sie sind?

Liensberger Ganz sicher Laterns. Meine Heimat, in die ich so gerne zurückkomme. Dann der ÖSV, der mich voll unterstützt hat, und die vielen Trainer von Beginn an.

In Laterns erzählt man sich am Babylift die Geschichte, dass die Katharina Liensberger immer auf den ausgeblichenen roten Bügel gewartet hat, quasi als Glücksymbol?

Liensberger (lacht) Das war fast schon ein Ritual. Ich wollte immer diesen speziellen Bügel haben. Mein Wille hat mich meinen eigenen Weg gehen lassen. Ich habe immer genau gewusst, was ich will.

Was verändert der Erfolg?

Liensberger Wichtig ist, die richtige Balance zu finden. Wie will ich sein als Privatperson, wie als Berufsperson.

In lockerer Atmosphäre ließ Katharina Liensberger mit Gerold Riedmann eine Saison der Superlative Revue passieren und gewährte intime Einblicke.
In lockerer Atmosphäre ließ Katharina Liensberger mit Gerold Riedmann eine Saison der Superlative Revue passieren und gewährte intime Einblicke.
Interessiert verfolgt Katharina Liensberger noch einmal die Sendung.
Interessiert verfolgt Katharina Liensberger noch einmal die Sendung.
Der Medaillentisch mit der Slalom-Kristallkugel glänzt golden.
Der Medaillentisch mit der Slalom-Kristallkugel glänzt golden.