Olympiatraum im Hinterkopf

Sport / 21.04.2021 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Olympiatraum im Hinterkopf
Staatsmeisterin Marlies Männersdorfer peilt bei der Kunstturn-EM einen Top-24-Platz im Mehrkampf an. GEPA

Marlies Männersdorfer hat bei der Kunstturn-EM das Mehrkampffinale im Visier.

Basel Trainieren, trainieren und wieder trainieren hieß es in den letzten sechs Monaten für Kunstturnerin Marlies Männersdorfer. Obwohl sich die 23-jährige gebürtige Niederösterreicherin, die seit sechs Jahren in Vorarlberg lebt und für die TS Jahn Lustenau startet, bei den Titelkämpfen in Egg nach 2017 und 2018 zum dritten Mal die höchste Auszeichnung im Mehrkampf sicherte und zudem Einzelgold am Balken und Stufenbarren sowie Silber am Boden holte, wurde sie nicht für die EM im Dezember 2020 in der Türkei nominiert. Aus diesem Grund absolviert die HLSZ-Sportsoldatin mit Verspätung ab Mittwoch in Basel ihren dritten Einsatz bei einem Championat der Europäischen Turnunion (UEG). „Nach so einer langen Trainingsphase bin ich vorerst einmal nur froh und glücklich darüber, endlich wieder Wettkampfatmosphäre zu genießen. Natürlich wäre es mir viel lieber gewesen, wenn auch Zuschauer in der Halle wären. Doch die besonderen Umstände durch die Pandemie sind nun mal so, und daran führt kein Weg vorbei.“

Viele neue Elemente eingebaut

Nicht vorbeiführen an Männersdorfer soll am Mittwoch ab 18.30 Uhr der Kampf um die Startplätze für das Mehrkampffinale am Freitag. „Wenn alles perfekt läuft, wäre der Einzug in das 24-köpfige Starterfeld im Mehrkampf möglich“, gibt sich Männersdorfer kämpferisch. „Positiver Nebeneffekt der langen Wettkampfpause war sicherlich, dass ich genügend Zeit hatte, an allen vier Geräten kleine Veränderungen in der Abfolge der Übungselemente vorzunehmen. Am Balken habe ich gegenüber der ÖM in Egg eine komplett neue Übung einstudiert, am Boden und beim Sprung wurde ein Upgrade der Elemente vorgenommen. Lediglich am Barren gab es keinerlei Neuerungen“, erklärt Männersdorfer.

Olympiastart bleibt das große Ziel

Mit einem absoluten Topresultat könnte die Wahl-Vorarlbergerin sogar noch im letzten Abdruck auf den Zug in Richtung Tokio aufspringen. Die besten zwei Athletinnen im Mehrkampf in der bereinigten Wertung erhalten einen Quotenplatz. Dazu werden alle Athletinnen, die schon ein Tokio-Ticket haben, gestrichen. „Um das zu erreichen, müsste aber alles mehr als perfekt laufen. Ein Olympiastart ist und bleibt mein großer sportlicher Traum, den ich sicher bis Paris 2024 verfolgen werde.“

Spätestens dann will Männersdorfer auch ihr Bachelorstudium für Logistikmanagement an der Fernuni Bad Reichenhall abgeschlossen haben. „Im letzten halben Jahr konnte ich durch die fehlenden Wettkämpfe etliche Prüfungen früher ablegen als geplant. Jetzt hoffe ich, dass mir dieser Nebeneffekt auch auf sportlicher Ebene hilft“, so Männersdorfer.

Tokio-Fixstarterin Elisa Hämmerle verzichtet

Neben Männersdorfer wäre auch Elisa Hämmerle für die EM in Basel qualifiziert gewesen. Doch die 25-jährige Lustenauerin verzichtet und bereitet sich in den Niederlanden auf ihren Start bei den Sommerspielen in Tokio vor, wofür sie bereits fix nominiert ist.