Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Vorschuss und Vertrauen

Sport / 23.04.2021 • 05:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist eine Wertschätzung für 27 Jahre Profifußball, für zwei Cupfinali und viele schöne Momente auf dem Platz. Es ist auch ein Vertrauensvorschuss in grün-weiße Fußballtradition. Doch spätestens jetzt muss jedem Austria-Anhänger klar sein, dass sich in Lustenau etwas ändern muss. Weiterwursteln und nur Stadionpläne zu wälzen reicht einfach nicht, um in Zukunft im österreichischen Profifußball noch eine Rolle spielen zu können. Klar ist, dass der Klub nun liefern muss. Nicht nur sportlich mit Punkten, sondern auch mit einer blitzsauberen finanziellen Gebarung.
Die vergangenen Tage sollten Warnung genug sein, ein zweites Mal werden all die Gönner nicht einspringen. Dass selbst der Hauptsponsor von Fußball-Intimfeind FCL angeschrieben wurde, zeugt eher von Verzweiflung denn von Ideenreichtum. Und angesichts einer wohl noch offenen Stadionmiete von 250.000 Euro und dem Erlass eben dieser, ist die Gemeinde längst zum Hauptpartner für den Fußballklub geworden. Die Austria ist abhängig geworden, hat viel von ihrer Identität eingebüßt. Sportlich hat man sich in die Hände von Ahmet Schäfer, Eigentümer von Clermont Foot und CEO von Core Sports Capital gegeben. So verzichtet man in der Liga bewusst auf Einnahmen aus dem Ö-Topf und zahlt trotz Lizenzauflage nicht in die heimische Akademie ein.