Ein Traumtor und ein Abgang

Sport / 25.04.2021 • 20:12 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Wieder verletzt, wieder droht eine lange Reha: SCRA-Kapitän Philipp Netzer verließ nach nur zehn Minuten das Feld. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Comeback.gepa
Wieder verletzt, wieder droht eine lange Reha: SCRA-Kapitän Philipp Netzer verließ nach nur zehn Minuten das Feld. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Comeback.gepa

Das 2:2 des Cashpoint SCR Altach gegen Hartberg hatte viele unterschiedliche Facetten.

Altach Es war intensiv von Beginn an, das Heimspiel gegen Hartberg. Am Ende gab es für Altach in einem extrem wichtigen und spannungsgeladenen Heimspiel einen verdienten Punkt. 2:2 trennten sich die beiden Mannschaften. Der Weg dahin führte auch über Schockmomente. Den ersten bereits nach acht Minuten, als Kapitän Philipp Netzer ein Laufduell gegen Seifedin Chabbi abbrechen musste und mit schmerzverzerrtem Gesicht im Rasen liegen blieb. Dass in den Sekunden danach Chabbi allein vor Torhüter Martin Kobras an dessen sehr starker Fußabwehr scheiterte, wurde fast zur Nebensache. Für Netzer war die Partie mit einer Adduktorenverletzung früh zu Ende und David Bumberger musste somit einen „Kaltstart“ hinlegen. Zudem wurden die Positionen in der Innenverteidigung getauscht. Berkay Dabanli übernahm die zentrale Rolle, Jan Zwischenbrugger rückte von links auf rechts, und Bumberger verteidigte links. Der Schock des Ausfalls von Netzer saß den Heimischen in den folgenden Minuten sichtlich in den Knochen. Die Gäste aus der Oststeiermark wirkten aggressiver und zielstrebiger. So auch in Minute 15, als Rajko Rep auf der Außenbahn ungehindert zum Flanken kam, wobei Bumberger nicht gut gegen Chabbi verteidigte und der Vorarlberger in den Reihen von Hartberg mit einer Direktabnahme im Fallen den Führungstreffer für die Gäste erzielte.

„Wir hatten heute Phasen, die richtig gut waren, aber auch welche, in der wir Probleme bekamen. Schade, dass wir erst nach dem Rückstand so richtig präsent waren“, analysierte SCRA-Coach Damir Canadi nach dem Spiel. Und er meinte noch: „Schade um den nicht gegebenen Elfmeter.“ Für den Gefoulten selbst, für Manfred Fischer, war es ein klares Foul (90.). Deshalb war das 2:2 am Ende für den gebürtigen Steirer nicht zufriedenstellend. Auch Daniel Maderner, der endlich wieder traf, ärgerte sich. „Das waren heute zwei verlorene Punkte.“

Ein Schuss mit fast 100 km/h

Das Gegentor ließ die Rheindörfler erstarren, und erst ein fataler Fehler von Manfred Gollner – der Hartberger legte den Ball ohne Behinderung im Mittelfeld quer – drehte die Partie in der ersten Hälfte. Daniel Maderner sprintete dazwischen, schnappte sich das Leder und finalisierte gegen den herauslaufenden Goalie Rene Swete (22.). Altach war nun im Spiel, attackierte früher, war wacher in den Zweikämpfen und zwang die Steirer zu weiteren Fehlern in der Defensive. Der Lohn dafür sollte ein Traumtor zur 2:1-Pausenführung sein. Samuel Oum Gouet übernahm eine missglückte Kopfballabwehr von Andreas Lienhart aus 28 Metern im vollen Lauf und der Ball schlug mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 97 km/h im Netz ein. Mit der Führung im Rücken war Altach nun Herr in der Cashpoint Arena. Vor allem über den spielfreudigen Csaba Bukta lief nun einiges, aber auch ein Doppelpass von Meilinger und Maderner mit Abschluss von Ersterem zwang Swete zu einer Abwehr (34.). Zudem hatte man die Angriffe der Gäste im Griff.

Zur Pause nahm Hartberg-Trainer Markus Schopp in seinem ersten Duell mit Altachs Canadi zwei Auswechslungen vor. Mit Dario Tadic und Sascha Horvath kamen zwei neue, spielstarke Offensivkräfte für Torschütze Chabbi und Matija Horvat. Und die Gäste übernahmen sofort das Kommando. Allein die große Gefahr strahlten sie bis auf einen Kopfball von Bakary Nimaga (53.) nicht aus. Weil Altach besser organisiert war und weil in den Zweikämpfen konsequenter attackiert wurde.

Altach im Konter-Modus

Und die Canadi-Schützlinge kamen zu guten Umschaltmomenten. So nach 59 Minuten, als Oum Gouet marschierte, seine Hereingabe aber keinen Abnehmer fand. Das Match aber nahm minütlich Fahrt auf. Weil Hartberg Druck machte und Altach zu Konterangriffen kam. So nach 62 Minuten, als Bukta auf Maderner flankte (62.). Nur Sekunden davor war Dario Tadic mit einer Linksabnahme gescheitert – Torhüter Martin Kobras hatte noch die Finger im Spiel. Drei Minuten später war der Altacher Schlussmann geschlagen, weil Florian Flecker zielstrebig einen Flankenball erlief, von Bumberger nicht genug attackiert wurde und aus kurzer Distanz einschoss (65.). Beide Teams schenkten sich in der Folge nichts, wobei Hartberg mehr Spielanteile für sich verbuchte. Vor allem Tadic war ein stetiger Unruheherd im Altacher Strafraum. Bei Fleckers Topchance auf den Siegtreffer war er als Vorbereiter im Einsatz, wobei Tadic beim Flankenball von Rep aus dem Abseits agierte – nicht gesehen von SR-Assistent Michael Obritzberger (81.). VN-cha

„Wenn wir den Elfmeter bekommen, können wir das Spiel noch gewinnen. Schade darum.“

Die Zahlen zum Spiel

Cashpoint SCR Altach TSV Hartberg

10 Schüsse gesamt 14

 4 Schüsse auf das Tor 5

37,6 % Ballbesitz 62,4 %

 2 Eckbälle 6

16 Flanken 13

49,4 % Zweikampfquote 50,6 %

 4 Abseits 1

73 % Passquote 81,2 %

10 Fouls 12