Reine Kopfsache

Sport / 26.04.2021 • 18:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reine Kopfsache

Das 2:2 im „Hinspiel“ gegen Hartberg hatte Unterhaltungswert. Beide Teams zeigten gute und schwächere Phasen in ihrem Spiel. Zudem bewies die Partie, wie sehr der Fußball zur Kopfsache geworden ist. Stark, wie Altach den 0:1-Rückstand sowie den Ausfall von Philipp Netzer nach nur zehn Minuten verkraften konnte. Zumal einmal mehr sichtbar wurde, dass man im Defensivverhalten Probleme hat und in der Offensive nach wie vor die endgültige Durchschlagskraft fehlt.

Trainer Damir Canadi setzte gegen Hartberg wie zuletzt auf eine 3-5-2-Grundordnung, die sich in der Defensive meist zu einem 5-1-3-1 veränderte. Sein Gegenüber Markus Schopp ließ sein Team in einem 4-2-3-1 agieren. Altach versuchte im Ballbesitz durch schnelle Spielverlagerungen die Außenspieler Csaba Bukta und Emir Karic zu forcieren. Samuel Oum Gouet, Manuel Thurnwald und Manfred Fischer sollten das Zentrum verdichten. Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, weil Altach im Passspiel zu wenig schnell agierte und ich die Aggressivität beim Raus attackieren vermisst habe. So auch beim ersten Gegentreffer. Bukta hätte den Flankenball von Rajko Rep schneller blockieren müssen. Weiters konnte der kurz zuvor eingewechselte David Bumberger nach einem Stellungsfehler das 0:1 nicht verhindern.

Danach jedoch sollte die beste Phase der Altacher kommen. Das Passtempo passte und der Zugriff auf die gegnerischen Spieler wurde durch schnelleres Attackieren besser. Der Schwerpunkt lag nun auf Spielverlagerungen, und die dadurch entstandenen Räume wurden gut genutzt. Zwei Treffer innerhalb von vier Minuten waren der Lohn dieser guten Phase.

Arbeit gegen den Ball

Nach einem Doppeltausch zur Pause verstärkte Hartberg seine Offensive. Die Gäste übernahmen wieder die Spielkontrolle. Altach versuchte die Räume eng zu halten und kam nach zwei guten Umschaltsituationen zu Chancen durch Gouet und Daniel Maderner. Danach fehlte mir erneut die Arbeit gegen den Ball. Wie beim Treffer zum 2:2. Es war ein typisches Verhalten der Altacher an diesem Tag. Hartbergs Innenverteidiger Manfred Gollner wurde von Fischer nicht angelaufen und konnte ohne Druck einen langen Ball hinter die Abwehr schlagen. In Florian Flecker fand er einen Abnehmer. Auch dieser Treffer hätte vor allem durch Bumberger besser verteidigt werden müssen. Der junge Verteidiger machte erneut keine gute Figur, agierte für mich in dieser Aktion einfach zu passiv im Zweikampf. Zudem stand Torhüter Martin Kobras zu zentral im Tor.

Schon heute treffen die beiden Teams in Hartberg wieder aufeinander. Ich denke, die Trainer werden von ihrer taktischen Ausrichtung nicht abweichen. Ich würde mir wünschen, dass Altach sich im Vorwärtsverteidigen sowie im Spiel gegen den Ball steigert. Die 25 Minuten vor der Pause haben ja gezeigt, dass mit Mut und Überzeugung einiges möglich war. Doch wie anfangs erwähnt, alles wohl eine Sache des Kopfes.

Dieter Alge (55) ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.