Hamilton steuert die 100. Pole an

Sport / 29.04.2021 • 21:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Portimao steigt am Sonntag die dritte Runde im Formel-1-WM-Duell zwischen Mercedes-Champion Lewis Hamilton gegen Red-Bull-Star Max Verstappen.Reuters
In Portimao steigt am Sonntag die dritte Runde im Formel-1-WM-Duell zwischen Mercedes-Champion Lewis Hamilton gegen Red-Bull-Star Max Verstappen.Reuters

Der Formel-1-Champion hat die Zeitenjagd zu seiner eigenen Kunstform erhoben.

Portimao In den Tagen vor dem dritten Saisonlauf in der Formel-1-WM suchte der Spitzenreiter etwas Ablenkung vom Titelduell mit Herausforderer Max Verstappen. „Verzeiht all die Fehler, ich bin wirklich nicht gut“, schrieb Lewis Hamilton zu einem Video von einem Solo mit einer Gitarre, die ihm die Pop-Legende David Bowie einst geschenkt hatte. Perfektion verlangt sich Hamilton nur auf der Rennstrecke ab. In Portugal könnte er seinen Wagen zum 100. Mal auf die Pole Position steuern.

Alle hinter sich gelassen

Diese Marke wäre ein weiterer Meilenstein für den Rekordsammler. Die Ikonen Michael Schumacher, der 68 Mal Startplatz eins belegte, und Ayrton Senna (65) hat der Brite, der in Portimao sein 269. Rennen fährt, schon länger weit hinter sich gelassen. Diese Jagd am absoluten Limit nach der perfekten Runde, der Kampf von Mensch und Maschine gegen die Uhr in einem kurzen Zeitfenster – das ist Hamiltons Reich. „Hammertime“ heißt das dann, es ist fast so etwas wie eine eigene Kunstform des Champions.

Sir Lewis, dem große Worte und der Glaube an Gott nicht fern sind, beschreibt diese Momente nicht selten als außerirdische Erfahrung, als Schritt über die Grenze des vermeintlich Möglichen. „Unter dem Helm liegt das komplexe Schlachtfeld des Geistes. Zerbrechlich, feindlich, friedvoll, liebevoll und leidenschaftlich“, dichtete der 36-Jährige neulich, als er in Imola zum 99. Mal der Schnellste in der Qualifikation war.

„Ich sage mir selbst: Ich bin nur ein Gefäß für Licht und Liebe, ich kann alles sein, ich bin mutig, ich bin stark, ich habe unermessliche Kraft“, ließ Hamilton seine Millionen Fans in den sozialen Netzwerken wissen und rief ihnen zu: „Du kannst alles mit Deinem Geist überwinden.“ Geholfen hat natürlich auch, dass der siebenfache Weltmeister in den vergangenen Jahren zumeist in einem überlegenen Auto saß.

Weg wird beschwerlich

Das ist in dieser Saison anders. Red Bull und Verstappen waren in Bahrain und Imola auf Augenhöhe, der Weg zum achten WM-Titel könnte für Hamilton ziemlich beschwerlich werden. Beim Auftakt quetschte sich der Weltmeister noch zum Sieg, in Italien rettete er trotz eines seltenen Patzers mit viel Glück Platz zwei.

Und apropos soziale Medien. Hamilton plant, seine Accounts in den Netzwerken am Rennwochenende in Portugal ruhen zu lassen. Er werde voraussichtlich dem von englischen Fußballclubs angestoßenen Boykott folgen, um so ein Zeichen gegen Rassismus und Hass im Netz zu setzen, sagte der Mercedes-Pilot. „Rassismus ist immer noch ein Problem. Die Social-Media-Plattformen müssen mehr dagegen tun“, erklärte der WM-Spitzenreiter. Hamilton verzeichnete auf Instagram gestern 22 Millionen Follower, bei Twitter waren es 6,3 Millionen. Und auf der Facebook-Seite folgten dem Briten 5,3 Millionen Abonnenten.

Formel 1

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