Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Jubelnder Sündenbock

Sport / 17.06.2021 • 07:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Er möchte vor allem Kindern und Jugendlichen ein gutes Vorbild sein. Eine wahrlich ehrbare Einstellung. Die Worte von Marko Arnautovic und das Eingeständnis seines Fehlverhaltens rund um seinen Torjubel wirken angesichts des Urteils der UEFA-Disziplinarkommission ein wenig aufgesetzt. Beleidigung des Gegenspielers und nicht Rassismus waren Grundlage des Urteilspruchs. Dass man im österreichischen Lager auf eine Berufung verzichtete und die Sperre von einem Spiel akzeptierte, lässt darauf schließen, im Verfahren nicht die besten Karten gehabt zu haben.
Nein, Arnautovic war nie einfach und hat sich noch nie in ein Schema drängen lassen. Doch er hat sich sportlich als Fußballer immer durchgesetzt. Als Familienvater und Mensch, dessen Wurzeln in verschiedensten Ländern und Kulturen beheimatet sind, hat er Aufholbedarf. Es darf durchaus positiv gewertet werden, dass er sein Fehlverhalten eingestanden und noch nach dem Spiel versucht hat, den Konflikt aus der Welt zu schaffen. Dass dies den Verantwortlichen schließlich zu wenig war, lässt wiederum Spielraum für Spekulationen.