Mehr Frauen als Männer in Tokio

Sport / 05.07.2021 • 20:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bettina Plank aus Feldkirch ist bei der Olympia­premiere der Karatesportler in Tokio dabei.ÖKB
Bettina Plank aus Feldkirch ist bei der Olympia­premiere der Karatesportler in Tokio dabei.ÖKB

Größtes rot-weiß-rotes Aufgebot bei Olympischen Sommerspielen seit Sydney 2000.

Wien Das Österreichische Olympische Komitee hat 18 Tage vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Tokio insgesamt 75 Athletinnen und Athleten nominiert. Es ist das größte ÖOC-Team seit Sydney 2000, als es 94 waren. Es folgten 74 in Athen, je 70 in Peking und London (2012) sowie 71 zuletzt in Rio (2016). Mit 39:35 sind erst zum zweiten Mal nach Sydney mehr Frauen als Männer dabei. Die 32. Sommerspiele in der Geschichte beginnen am 23. Juli und enden am 8. August.

Nach der Nullnummer in London holten vor mittlerweile fünf Jahren die Segler Thomas Zajac und Tanja Frank im Nacra 17 mit Bronze die einzige Medaille in Brasilien, sie werden für Österreich als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier mit dabei sein. Außer in der Leichtathletik Diskuswerfer Lukas Weißhadinger und dem als eine von fünf Sportarten neu ins Programm aufgenommenen Klettern mit Jakob Schubert zählt Österreich auch im Judo, Segeln, Triathlon, Schwimmen, Rudern, Kanu und Mountainbike zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter.

In 20 von 33 Sportarten vertreten

Österreich wird in 20 der 33 Sportarten – so viele gab es noch nie bei Sommerspielen – vertreten sein. Neun sind es aus dem Schwimmverband, acht aus dem Radsport, sieben aus der Leichtathletik, je sechs im Judo, Segeln und Tischtennis, fünf im Kanu und Reiten, vier im Triathlon, drei sind es im Golf und Rudern, je zwei im Klettern, Gewichtheben, Schießen und Tennis, und mit je einer Athletin oder einem Athleten ist Rot-Weiß-Rot im Badminton, Karate, Moderner Fünfkampf, Skateboard und Turnen vertreten. Österreich schaffte es mit Klettern, Karate und Skateboard in drei der fünf neuen Sportarten an den Start. „Wir liegen über dem langjährigen Durchschnitt von 72. Wir sind überzeugt, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Teams passt“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss bei der Präsentation in Wien. Der Altersschnitt der 75 beträgt 28,21 Jahre, 51 Sportler und damit mehr als zwei Drittel sind Debütanten im Zechen der fünf Ringe. „Klares Ziel muss sein, die Medaillenausbeute von Rio zu übertreffen“, meinte Generalsekretär Peter Mennel. ÖOC-Präsident Karl Stoss: „Drei Medaillen aufwärts wäre schön.“

Zwischen 18 und 42 Jahren

Jüngste ÖOC-Athletin ist Schwimmerin Lena Grabowski (18 Jahre), ältester Athlet Tischtennis-Ass Robert Gardos (42). Dessen Disziplinkollegin Li Jia blickt ihrer sechsten Teilnahme entgegen. Die gesamte Teamgröße mit weiblichen und männlichen Trainern, Betreuern, ÖOC-Mitarbeitern und dem medizinischem Personal umfasst 211 Personen. Die Anzahl der Akkreditierungen für Betreuer und Trainer ist an die Anzahl der nominierten Aktiven gekoppelt. Da werde es laut Mennel dann manchmal eng: „Wir konnten dennoch auf fast alle Wünsche eingehen.“

Mennel strich die Außergewöhnlichkeit dieser Spiele wegen der Coronasituation hervor. „Es ist so ungewöhnlich, mit nichts vergleichbar. Wer das am besten wegschieben kann, wird Erfolg haben. Es wird eine Riesen-Riesen-Herausforderung, vor allem mental, für alle Athleten“, erklärte der 66-jährige Bregenzer. Die Impfquote in der ÖOC-Delegation liege bei mehr als 90 Prozent. „Wir wollen nicht das Risiko eingehen, dass eine Infektion einen Teil der Mannschaft ausschaltet.“

Als erste Athleten sind die Wildwasser-Kanuten nach Japan gereist, um im Olympiakanal zu trainieren. Es folgen am Freitag die Trosse aus dem Tischtennis- und Segel-Lager. Vertreten ist Österreich auch im Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees durch den aus dem Irak stammenden und in Tirol lebenden Ringer Aker Al Obaidi (bis 67 kg).

Die nach 1940 zweiten Sommerspiele in der Hauptstadt Japans gehen wegen der Coronapandemie mit einem Jahr Verspätung in Szene und werden unter strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen abgehalten. Das Protokoll für alle beteiligten Personen ist engmaschig und erlaubt kaum Bewegungsfreiheit außerhalb der für die Ausübung des Sports oder die Berichterstattung darüber notwendigen Schauplätze sowie die Unterkunft.

Ausländische Zuschauer sind nicht zugelassen. Ob die Zahl der erlaubten maximal 10.000 japanischen Fans pro Wettkampfstätte bleibt, wird noch diskutiert.

Der Wolfurter Benjamin Bildstein (r.) und sein Tiroler Vorschoter David Hussl zählen im 49-er-Segeln zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten.GEPA
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Bereits im Oktober 2019 holte sich Kunstturnerin Elisa Hämmerle aus Lustenau ihren Startplatz.ÖFT
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Der Dornbirner Philipp Oswald (l.) und der Steirer Oliver Marach vertreten Österreich im Tennis-Doppelbewerb. Privat
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