Pogacar ließ nichts anbrennen

Sport / 11.07.2021 • 21:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Premierensieg bei der Tour de France: Sepp Kuss rollt in Andorra-La-Vella solo ins Ziel.gepa
Premierensieg bei der Tour de France: Sepp Kuss rollt in Andorra-La-Vella solo ins Ziel.gepa

Tour-de-France-Leader zeigte in den Pyrenäen seine Vorzüge – Etappe ging an Sepp Kuss.

andorra la Vella Titelverteidiger Tadej Pogacar hat auf der ersten Pyrenäen-Etappe der Tour de France keine Schwäche gezeigt. Der Slowene parierte gestern auf dem 191 km langen Weg mit über 4500 Höhenmetern von Ceret nach Andorra alle Attacken und führt das Gesamtklassement vor dem zweiten Ruhetag weiter überlegen an. Der Tageserfolg nach drei Bergwertungen der ersten Kategorie ging an den US-Amerikaner Sepp Kuss aus dem Jumbo-Team, der einer großen Ausreißergruppe angehört hatte.

Alle Angriffe abgewehrt

Sein Stallkollege Jonas Vingegaard ist hinter Rigoberto Uran (EF) neuer Gesamtdritter, weil Guillaume Martin seinen zweiten Platz nach einem Tag wieder los ist und auf Rang neun zurückrutschte. Der Franzose verlor in der Abfahrt vom 2400 Meter hohen Port d‘Envalira, dem höchsten Punkt der heurigen Tour, den Anschluss an die Gruppe mit Pogacar und schaffte es danach nicht mehr zurück.

Der slowenische Spitzenreiter wehrte im steilen Schlussanstieg zum Col de Beixalis einige Angriffe von Vingegaard, Richard Carapaz und Co. ab. Auch in der serpentinenreichen Abfahrt ins Ziel nach Andorra la Vella blieb Pogacar wie der im Kampf um den Tagessieg von Alejandro Valverde gejagte Kuss souverän. Der in Andorra lebende US-Amerikaner bejubelte eine Woche nach der Aufgabe seines Kapitäns Primoz Roglic 23 Sekunden vor dem spanischen Altmeister seinen ersten Erfolg bei der Tour.

Einen Tag nach dem zweiten Platz von Patrick Konrad hatte es mit dessen Bora-Teamkollegen Lukas Pöstlberger erneut ein Österreicher in die Ausreißergruppe geschafft, in der er gegen hochkarätige Konkurrenz wie Kuss, Wout van Aert, Julian Alaphilippe und andere Asse aber machtlos war. Im langen Anstieg zum Dach der diesjährige Frankreich-Rundfahrt rund 50 Kilometer vor dem Ziel fiel Pöstlberger ins Hauptfeld zurück, in dem er bis zum letzten Berg noch seinen Kapitän Wilco Kelderman unterstützte.

Der Niederländer hielt mit Pogacar und Co. mit und verbesserte sich aufgrund des Rückfalls von Martin auf Gesamtrang sechs. Pogacar kann mit 5:18 Minuten Vorsprung auf Uran indes beruhigt in den Ruhetag und die nächste Berg­etappe am Dienstag gehen.

Einen Coup im Visier

Konrad krönte die 14. Etappe mit Platz zwei. Der 29-Jährige lieferte am Samstag beim Solo-Sieg des Niederländers Bauke Mollema ein auffälliges Rennen in der Verfolgergruppe und bewies im Finish in Quillan auch Sprinterqualitäten. Nach Gregor Mühlberger 2019 zeigte bei der Frankreich-Rundfahrt wieder ein Österreicher mit einer Top-drei-Platzierung auf.

„Ich bin nicht unzufrieden, meine Beine waren gut und ich bin ein starkes Rennen gefahren“, sagte Konrad in einer ersten Reaktion. Er hat noch den ganz großen Coup im Visier: „Ich habe hier noch vier oder fünf Chancen und ich habe noch nicht aufgegeben.“

RAdsport

108. Tour de France 2021

14. Etappe, Carcassonne – Quillan (184 km): 1. Bauke Mollema (NED) Trek 4:16:16 Std., 2. Patrick Konrad (AUT) Bora +1:04 Min. , 3. Sergio Higuita (COL) EF gl. Zeit, 4. Mattia Cattaneo (ITA) Deceuninck, 1:06 Min., 5. Michael Woods (CAN) Israel +1:10, 6. Omar Fraile (ESP) Astana +1:25, 114. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +17:42 Min., 115. Marco Haller (AUT) Bahrain gl. Zeit

15. Etappe, Ceret Andorra (191,3 km): 1. Sepp Kuss (USA) Jumob 5:12:06 Std., 2. Alejandro Valverde (ESP) Movistar +0:23 Min., 3. Wout Poels (NED) Bahrain +1:15 Min., 4. Ion Izaguirre (ESP) Astana, 5. Ruben Guerreiro (POR) EF, 6. Nairo Quintana (COL) Arkea alle gleiche Zeit, 45. Patrick Konrad (AUT) Bora +14:35 Min. – 67. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +22:50 – 73. Marco Haller (AUT) Bahrain +23:07

Gesamtwertung: 1. Tadej Pogacar (SLO) UAE 62:07:18 Std. – 2. Rigoberto Uran (COL) EF +5:18 – 3. Jonas Vingegaard (DEN) Jumbo + 5:32 – 4. Richard Carapaz (ECU) Ineos 5:33 – 5. Ben O‘Connor (AUS) AG2R + 5:58 – 6. Wilco Kelderman (NED) Bora +6:16, 28. Konrad +1:01:01 Std. – 114. Pöstlberger +2:41:01 – 132. Haller +2:59:52