Der große Gejagte

Sport / 15.07.2021 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein gewohntes Bild im Vorarlberger Amateurfußball: Jubel im Lager der Emser.<span class="copyright">VN-stiplovsek</span>
Ein gewohntes Bild im Vorarlberger Amateurfußball: Jubel im Lager der Emser.VN-stiplovsek

Angestrebtes Ziel ist der Meistertitel in der Regionalliga West, Projekt „2. Liga“ wird immer konkreter.

HOHENEMS Zwei gespielte Eliteliga-Saisonen – und beide Male landete der World-of-Jobs VfB Hohenems unter den besten zwei Teams. Die Emser gelten im Vorarlberger Amateurfußball zurzeit als Maß aller Dinge. Ganze 19 (!) Meisterschaftsspiele in Folge sind die Emser schon unbesiegt, die letzte Saisonniederlage gab es vor fast zwei Jahren: Am 14. September 2019 unterlag man den Altach Juniors mit 0:4. In der Regionalliga West allerdings durfte Hohenems die aktuelle Stärke bislang aber nicht unter Beweis stellen. Und auch wenn in den Saisonen 1986/87 und 1982/83 jeweils zwei Vizemeistertitel in der Westliga herausschauten: Ein Triumph in der Regionalliga West fehlt in der Titelsammlung. Spätestens zum 100-Jahr-Jubiläum im Jahre 2023 soll dieser für den VfB aber Realität sein.

Die Vorbereitungen laufen

In der knapp 17.000 Einwohner zählenden Stadt steckt das Projekt 2. Liga schon in den Startlöchern, Hohenems rüstet sich bereits für eine sportlich erfolgreiche Zukunft in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs. „Wir wollen die Rahmenbedingungen für die 2. Liga erfüllen. Bezüglich der Infrastruktur im Stadion Herrenried hat es mit der Stadt schon Gespräche gegeben, es gibt hier auch positive Signale“, äußert sich Hohenems-Obmann Harald Achenrainer. Denn das Stadion Herrenried ist seit seiner Entstehung vor 40 Jahren etwas in die Jahre gekommen, Sanierungsarbeiten sind notwendig. Der Klub hat daher auch ein neues Stadionkonzept erstellt und der Stadt Hohenems präsentiert. Ende August werden zudem Vertreter der Bundesliga das Hohenemser Stadion begutachten und auf etwaige Mängel prüfen. Vor allem das Flutlicht gilt als Problemkind und entspricht nicht den ÖFB-Richtlinien. Auch die Stehplatztribüne auf der Nordseite bedarf einer Sanierung.

Der Druck ist groß

Für den VfB-„Boss“ Harald Achenrainer gibt es aber auch sportlich einen klaren Fahrplan: „Wir wollen die Qualifikation für das Play-off in der Westliga im Frühjahr schaffen und dann um den Meistertitel mitspielen“. Achenrainer ist davon überzeugt, dass die Emser auch trotz der Abgänge von Jan Stefanon, Kerim Kalkan und Russel Seutcho einen der beiden ersten Plätze in der VN.at-Eliteliga erreichen. Mit dem Nenzinger Andre Ganahl und dem Ungarn Tamas Herbaly wurden zwei Verstärkungen verpflichet. „Wir hatten sicher einen Aderlass und müssen als Kollektiv versuchen diese Abgänge zu ersetzen. Der Vorteil liegt in der Kadergröße, die meisten Spieler können auf mehreren Positionen eingesetzt werden“, zeigt sich der Neo-Coach Goran Sohm-Milovanovic aber zuversichtlich. Er wird neben Co-Trainer Marc Hämmerle auch von Ex-Lustenauer Tamas Tiefenbach unterstützt.

Aber auch der Trainer weiß: „Der Druck ist enorm groß, aber meine Mannschaft muss damit umgehen können. Jedes Team will uns natürlich ein Bein stellen und gibt mehr als hundert Prozent gegen uns.“ Als Topfavorit gelte seine Mannschaft nicht, versucht Sohm-Milovanovic tiefzustapeln: Man sei nur Mitfavorit. Viele Trainer der anderen Klubs aus der höchsten Amateur-Spielklasse sehen das anders: Hohenems gilt als heißester Kandidat für den Meistertitel. Im Kader steckt die nötige Qualität – doch zehn Vereine werden es den Emsern schwer machen. Eine erste Bewährungsprobe gibt es gleich am nächsten Mittwoch (19 Uhr) im Topspiel gegen SW Bregenz.

„Jedes Team will uns natürlich ein Bein stellen und wird alles dafür geben.“