Hubert Hammerer führte 1964 Österreichs Olympiateam an

Sport / 21.07.2021 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine umstrittene Disqualifikation kostete Geiger/Fischer 1964 in Tokio die Chance auf einen Spitzenplatz.
Eine umstrittene Disqualifikation kostete Geiger/Fischer 1964 in Tokio die Chance auf einen Spitzenplatz.

Fünf Vorarlberger qualifizierten sich für die ersten Tokio-Sommerspiele.

Schwarzach Am 10. Oktober 1964, einem Samstag, wurden die 18. Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnet. Schütze Hubert Hammerer, Olympiasieger von Rom, trug die österreichische Fahne ins Stadion. Der Bregenzerwälder senkte die rot-weiß-rote Fahne vor Kaiser Hirohito, der den Gruß mit einer Verbeugung erwiderte. 72.000 Zuschauer im Nationalstadion spendeten den in beige und blau gekleideten Österreichern Beifall.

„Piz Buin“ durfte nicht segeln

Neben Hammerer waren mit den Seglern Karl Geiger und Werner Fischer, sowie den Ringern Helmut Längle und Hans Marte vier weitere Vorarlberger in Tokio im olympischen Einsatz. Für Geiger und Fischer endete der erste Regattastart 1960 mit einem Mastbruch. Das Duo zeigte aber Nehmerqualitäten, segelte 1963 zum ersten Staatsmeistertitel und schnappte im Jahr darauf dem bekannten Künstler und dreifachen Titelgewinner Christian Ludwig Attersee das Olympiaticket weg. Die Bregenzer fuhren bei der EM vor den Sommerspielen im englischen Whitestable die Bronzemedaille heraus. Auf Geiger und Vorschoter Fischer wartete vor dem Tokio-Einsatz aber viel Stress. Weil das Boot gut sichtbar den Namen „Piz Buin“ trug, musste im Schnellverfahren in Holland ein neutrales Sportgerät gebaut werden. Die Taufe fand gerade noch rechtzeitig vor Ort statt. Wie heuer war auch 1964 das Segelrevier in Enoshima situiert. Geiger und Fischer lagen auf Bronzekurs, wurden aber von einem dänischen Boot versenkt. Ein Protest der Kanadier wegen einer vermeintlichen Berührung tat das Seine, die Gemeinschaft vom Bodensee wurde in einer entscheidenden Wettfahrt disqualifiziert. Am Ende stand der achte Olympiaplatz für Geiger und Fischer.

Hammerer bleib eine weitere Olympiamedaille versagt. Als Titelverteidiger führte er im 300-m-Bewerb nach zwei Disziplinen, der Stehendbewerb warf den Egger aber auf den neunten Rang zurück.

Im Ringen waren Marte und Längle im Einsatz. Marte wurde von einer Verletzung gestoppt: nach zwei Siegen kegelte er sich den Oberarm aus, am Ende stand Rang elf.

Grüße von den Olympischen Sommerspielen 1964 an die VN-Leser von den Vorarlberger Teilnehmern Karl Geiger, Werner Fischer, Helmut Längle und Hans Marte.
Grüße von den Olympischen Sommerspielen 1964 an die VN-Leser von den Vorarlberger Teilnehmern Karl Geiger, Werner Fischer, Helmut Längle und Hans Marte.