Bewegtes Jahr mit krönendem Abschluss für Tennis-Ass Oswald

Sport / 26.12.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bewegtes Jahr mit krönendem Abschluss für Tennis-Ass Oswald
Das perfekte Familienglück: Philipp Oswald mit Gattin Linda, Sohn Leopold Arthur (13 Monate) und der zehn Tage alten Luca. Roland Paulitsch

Philipp Oswald über den erfüllten Olympiatraum, Vaterfreuden und seine Pläne 2022.

Dornbirn Das zu Ende gehende Kalenderjahr brachte für Tennis-Ass Philipp Oswald sprichwörtlich Höhepunkte am Fließband auf allen Ebenen und nur kleine Tiefpunkte. Vorarlbergs seit über einem Jahrzehnt erfolgreichster Tennisspieler erfüllte sich mit der Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio einen großen sportlichen Traum, erreichte mit dem Viertelfinaleinzug bei den Australian Open in Melbourne sein bislang bestes Resultat bei einem Grand-Slam-Turnier und war sowohl beim ATP-Cup zu Jahresbeginn als auch bei der erstmaligen Teilnahme von Österreichs Daviscupteam am Finalturnier vor wenigen Woche dabei. In der Doppelweltrangliste beendete er die Saison auf dem 52. Rang.

Auf Sohn Leo folgt Tochter Luca

Auch auf privater Ebene kann sich der 35-jährige gebürtige Feldkircher, der seit vielen Jahren in Dornbirn wohnhaft ist, über einen krönenden Jahresabschluss freuen: Nach Sohn Leopold Arthur (13 Monate) wurde das Familienglück im Hause Oswald durch die Geburt von Tochter Luca vor zehn Tagen vollendet. „Ich kann mich nicht beklagen. Es war ein wirklich ereignisreiches Kalenderjahr. Ohne die Wertigkeit der sportlichen Erfolge zu mindern, steht natürlich die Geburt meiner Tochter an erster Stelle. Wenn es einem vergönnt ist, so viele schöne Momente in einem Jahr zu erleben, rücken die wenigen nicht so erfreulichen Ereignisse ganz weit in den Hintergrund.“

Die 16. Saison in der ATP-Tour begann für Oswald mit einem Erlebnis der unangenehmen Art. Bei der Anreise zum ersten Grand-Slam-Turniers wurde eine Person, die wie Oswald in der Chartermaschine von Doha nach Melbourne saß, positiv auf das Coronavirus getestet. Obwohl Oswald einen negativen PCR-Test ablieferte, musste er sich nach der Ankunft in Australien in eine 14-tägige Quarantäne begeben und seinen Geburtstag allein in einem 25 Quadratmeter großen Hotelzimmer feiern. „So eine Situation wünscht man niemandem.“

Bewegtes Jahr mit krönendem Abschluss für Tennis-Ass Oswald
Gemeinsam mit dem Neuseeländer Marcus Daniell gelang bei den Australian Open der Einzug ins Viertelfinale. GEPA

Erstaunlicherweise wirkte sich die Zwangspause nicht auf die sportlichen Erfolge aus. Nach dem Viertelfinale bei den Australian Open, zusammen mit Marcus Daniell, folgte der Finaleinzug beim ATP-250er in Doha. Im Oktober folgte mit Oliver Marach dasselbe Resultat beim 250er in Sofia. Weitere Höhepunkte waren die Achtelfinale bei den ATP-1000ern in Rom und Toronto, je ein Halb-, Viertel- und Achtelfinale bei den 500er-Turnieren in Queens, bei den Erste-Bank-Open in Wien und in Dubai. In Summe kann Oswald, der im Oktober 2020 in Cagliari seinen elften und bislang letzten ATP-Titel holte, zusätzlich auf acht Finalteilnahmen sowie insgesamt 31 Turniersiege auf Challengerebene im Verlauf seiner 2005 gestarteten Profikarriere verweisen.

Am 28. Dezember Abflug nach Australien

Bezüglich seiner sportlichen Laufbahn wurden in den letzten Wochen die Weichen gestellt. Bereits am 28. Dezember wird sich der Dornbirner auf den Weg in Richtung Australien machen und ab 2. Jänner beim ATP-Cup in Sydney aufschlagen. Bei der inoffiziellen Mannschafts-WM wird Oswald letztmals mit Marach spielen. Da der Steirer anschließend seine Karriere beendet, wird Oswald beim Major in Melbourne mit dem 38 Jahre alten Niederländer Matwe Middelkoop ein Doppel bilden.

2022 hat die eigene Karriere Priorität

Parallel dazu laufen im Hintergrund die Bestrebungen, dass Oswald nach seiner aktiven Karriere seine Erfahrung einbringt und Sportdirektor im Vorarlberger Tennisverband (VTV) wird. „Dass ich dafür vorgesehen bin, ist natürlich eine große Ehre für mich. Auf jeden Fall ist es ein interessantes Projekt, das ich weiterverfolgen werden. Vorerst hat aber die zumindest bis Ende 2022 dauernde eigene Karriere noch oberste Priorität“, betont Oswald, der im Oktober zum VTV-Ehrenmitglied ernannt wurde und das Ehrenzeichen in Gold erhielt.