Auf heimischem Boden soll es besser werden

Sport / 02.01.2022 • 22:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Enttäuschung war Stefan Kraft nach der Oberstdorf-Qualifikation anzusehen.AFP
Die Enttäuschung war Stefan Kraft nach der Oberstdorf-Qualifikation anzusehen.AFP

Nach zwei misslungenen Tournee-Stationen folgt jetzt Innsbruck: „Es geht ganz viel ums Gespür“, weiß der Trainer.

Seefeld Fünf der sieben Athleten des österreichischen Skispringer-Teams bei der Vierschanzentournee haben sich im Kongresszentrum Seefeld beim Eisstockschießen aufgelockert. Gefehlt haben Manuel Fettner wegen seiner Lendenwirbelprobleme und Stefan Kraft. Der Salzburger absolvierte zeitgleich auf der 70er-Schanze von Seefeld fünf Sprünge, um nach der verpassten Qualifikation für den Bewerb in Garmisch-Partenkirchen möglichst wieder in die Spur zu kommen.

„Auf so einer kleineren Schanze bin ich schon länger nicht mehr gesprungen“, sagte Kraft im Anschluss an seine Einheit. Auf diesem Bakken würden sonst eher Schüler- und Austria-Cup-Springen stattfinden, für ihn sei es diesmal aber genau richtig gewesen. „Damit ich wieder meine Sachen spüre, die ich tue. Das war nicht der Fall in Garmisch. Ich habe schon wieder gemerkt, wenn etwas gut war und wenn nicht. Die Spur gibt bei einer kleinen Schanze etwas zurück, ob Energie drinnen ist oder nicht.“

Das Gefühl wieder aufbauen

Drei seiner Versuche hätten gut funktioniert, was auch ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl bestätigte. „Es war für ihn vom Gefühl gut, wo muss ich mich hin orientieren. Auf einer kleinen Schanze muss man einfach ein bisschen anders springen“, erklärte der Coach. „Das ist zum wieder Eichen ganz gut.“ Er glaube, dass sein Schützling für die Innsbruck-Qualifikation heute, Montag, nun das Gefühl habe, wie er sich orientieren müsse. Widhölzl: „Es geht ganz viel ums Gespür, die Video-Analyse ist oft sekundär.“

Der Tiroler vermutete, dass die Erwartungshaltung des Teams und von Kraft selbst vor Garmisch vielleicht zu groß gewesen sei. „Er hat es aber jetzt gut weggesteckt und war auf der Kleinen echt motiviert.“ Kraft bestätigte auch, dass er über den Lapsus von Silvester nun nicht mehr grüble. Gleich danach sei aber mit dem ÖSV-Trainerteam und seinem Trainer Patrick Murning darüber getüftelt worden. „Dann muss man sich noch das Material anschauen und alles zusammen auf einen grünen Nenner bringen.“

Ein Top-Favorit in Innsbruck sei er deswegen aber nicht. Es gelte, auch auf dem großen Bakken wieder Vertrauen zu sammeln. „Damit ich wieder mein Flugsystem finde, was eigentlich immer meine große Stärke war“, berichtete Kraft. Damit habe er seit dem Herbst immer wieder Probleme gehabt. „Das ist dann auch lange sehr gut gegangen, aber jetzt hat einmal etwas am Tisch auch nicht gepasst und auch beim Vertrauen nicht.“ So sei der Garmisch-Absturz erklär-, wenn auch nicht erwartbar gewesen. Andererseits sei es nun ein Glücksfall, dass es nun auf die Heim-Schanzen gehe. „Das kommt sicher genau richtig“, betonte Kraft. „Am Berg­isel haben wir schon vor der Tournee gut trainiert, das gibt ein gutes Gefühl.“

„Am Bergisel haben wir schon vor der Tournee gut trainert, das gibt ein gutes Gefühl.“

SKISPRINGEN

Gesamtwertung, Vierschanzentournee (2/4)

 1. Ryoyu Kobayashi (JPN) 593,2 Punkte

 2. Marius Lindvik (NOR) 580,0

 3. Lovro Kos (SLO) 575,5

 4. Markus Eisenbichler (GER) 572,1

 5. Halvor Egner Granerud (NOR) 563,4

 6. Karl Geiger (GER) 560,9

 7. Robert Johansson (NOR) 559,8

 8. Stephan Leye (GER) 530,5

9. Jan Hörl (AUT) 527,3

10. Daniel Huber (AUT) 526,1

11. Yukiya Sato (JPN) 520,7

12. Killian Peier (SUI) 518,6

13. Jewgenij Klimow (RUS) 508,8

14. Gregor Deschwanden (SUI) 508,5

15. Daniel Andre Tande (NOR) 507,1

16. Daniel Tschofenig (AUT) 501,8

19. Philipp Aschenwald (AUT) 489,4

36. Stefan Kraft (AUT) 260,1

40. Manuel Fettner (AUT) 234,9

41. Ulrich Wohlgenannt (AUT) 233,2

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