Angriff auf die Krone

Sport / 03.01.2022 • 20:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im vergangenen Jahr verpasste Katharina Liensberger bei der Snow Queen Trophy in Zagreb um fünf Hundertstel gegen Petra Vlhova den Sieg.gepa
Im vergangenen Jahr verpasste Katharina Liensberger bei der Snow Queen Trophy in Zagreb um fünf Hundertstel gegen Petra Vlhova den Sieg.gepa

Katharina Liensberger geht bei der Snow Queen Trophy in Zagreb auf den Sieg los.

Zagreb Trotz schwieriger Wetterbedingungen wegen warmer Temperaturen ist der Sljeme in Zagreb für die Weltcup-Slaloms der Frauen und Männer bereit. Den Auftakt machen Katharina Liensberger und Co. heute (12.30/16.05 Uhr). Bei der seit 2005 ausgetragenen Snow Queen Trophy gewann Mikaela Shiffrin wie Marlies Raich als Rekordsiegerin viermal. Und die US-Amerikanerin wird nach ihrer Corona-Infektion wieder am Start sein.

Gute Erinnerungen

Bei den vergangenen beiden Auflagen setzte sich aber die derzeit deutlich im Disziplinweltcup führende Petra Vlhova durch, Katharina Liensberger als Dritte 2020 und Zweite 2021 hat bewiesen, dass sie mit dem Hang gut zurechtkommt. Die Kugelverteidigerin präsentierte sich vor dem Jahreswechsel in Lienz als Zweite stark, obwohl sie davor wegen der mit Symptomen verlaufenen Covid-19-Infektion zehn Tage lang in Quarantäne und nicht auf Ski gestanden war. Das gute Gefühl auf den kurzen Latten wollte sie auch ins Jahr 2022 mitnehmen. Und wagt mit den guten Erinnerungen vom letzten Jahr den Angriff auf die Krone: Damals fehlten der Göfnerin nur fünf Hundertstel auf Siegerin Petra Vlhova.

„Ich habe mich gut erholt und danach auf der Reiteralm gut trainieren können. Ich fühle mich sehr gut, fit und voll startklar“, sagte Liensberger bei frühlingshaften Temperaturen in Zagreb. „Der Bärenberg verlangt einem alles ab, die Piste wird durch die warmen Temperaturen spurig werden, da heißt es, von Start bis ins Ziel alles zu geben.“ Die Krone der Königin würde sie sich gerne aufsetzen. „Das ist etwas Besonderes hier, der Flair des Nachtrennens. Wenn man am Start hinunterschaut und die mystische Stimmung mit dem Abendrot hat. Und die Krone obendrauf wäre ein Highlight.“ Das Gefühl kennt sie allerdings bereits. „Ich habe einmal in einem Theaterstück eine Königin gespielt.“

Das mannschaftliche Abschneiden der Österreicherinnen war in Lienz mit Katharina Truppe auf Platz vier und Katharina Gallhuber auf sechs das mit Abstand stärkste im ganzen Winter in dieser Disziplin. Technik-Chef Hannes Zöchling nahm dies als Momentaufnahme erfreut zur Kenntnis, wollte es aber auch nicht überbewerten. „Wir wollen den Schwung mitnehmen, aber auch ruhig bleiben. Das nächste Rennen fängt wieder bei null an, wir werden uns wieder gut darauf einstellen.“

Vier Katharinas nach Peking?

Vor den Olympischen Spielen in Peking sind mit Zagreb, wo wegen der Pandemie keine Zuschauer zugelassen sind, Kranjska Gora und Flachau bis 11. Jänner noch drei Weltcup-Slaloms angesetzt, das rot-weiß-rote Quartett für China könnte sich laut derzeitigem Stand aus den vier Katharinas mit Nachnamen Liensberger, Truppe, Gallhuber und Huber zusammensetzen. Darüber hinaus machten in diesem Winter nur Marie-Therese Sporer und Chiara Mair Punkte. „Es gibt noch ein paar Rennen bis Olympia. Es sollte auch keine Rolle im Hinterkopf spielen, sie können sich nur über Leistung qualifizieren. Es ist besser, es nicht im Kopf zu haben, denn die Erwartungshaltung ist aus meiner Sicht ein Leistungskiller. Das Wichtigste ist, gutes Skifahren zu zeigen“, sagte Zöchling.

Mehr Attacke

Auf den Punkt gebracht hat es in Lienz Truppe, der Formaufbau in Richtung China stimmt. Sie wollte es über Silvester ruhig angehen lassen und hatte nur einen großen Wunsch. „Die heiße Phase kommt erst jetzt, Gesundheit ist das Wichtigste. Und dann mit dem Selbstbewusstsein einfach Gas geben“, meinte die Kärntnerin, die vor zwei Jahren Siebte in Zagreb war und 2021 ausschied. Gallhuber war vor zwei Jahren Sechste, im Vorjahr Elfte: „Es heißt jetzt einfach, den Schwung mitzunehmen.“

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