Für Rossi gibt es gleich eine tragende Rolle

Sport / 04.01.2022 • 22:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marco Rossi steht vor dem Debüt in der NHL, steht im Kader der Minnesota Wild für das Spiel in der Nacht auf Freitag in Boston. gepa
Marco Rossi steht vor dem Debüt in der NHL, steht im Kader der Minnesota Wild für das Spiel in der Nacht auf Freitag in Boston. gepa

Minnesota lässt den Jungstar in Reihe zwei stürmen.

St. Paul Erste Trainingseinheit für Marco Rossi gestern Vormittag mit den Minnesota Wild. Und bald zeichnete sich ab: Der 20-Jährige bekommt von Trainer Dean Evason im Spiel des NHL-Klubs nach dem Rückruf vom Farmteam in Iowa eine tragende Rolle. Der Nummer-neun-Draft von 2020 wurde als Mittelstürmer zwischen dem Schweizer Kevin Fiala auf der rechten Seite und Cokapitän Marcus Foligno auf der linken Seite eingebaut. Im ersten Überzahlblock rückte Rossi im Training als vierter Stürmer sogar in die erste Formation auf, spielt zusammen mit Superstar Kirill Kaprizov, Ryan Hartman, Mats Zuccarello sowie Verteidiger Alex Goligoski. Das NHL-Debüt des Iowa-Topscorers geht, wie berichtet, in der Nacht auf Freitag in Boston gegen die Bruins über die Bühne.

Der letzte Sieg der Wild resultiert vom 9. Dezember, seither gingen fünf Spiele in Serie verloren. Vielleicht auch, weil die Personalsituation beim Klub etwas angespannt ist. Mit Joel Eriksson Ek fehlt Mittelstürmer Nummer eins, Flügel Jordan Greenway unterliegt dem Covid-Protokoll, in der Verteidigung stehen Kapitän Jared Spurgeon und Jonas Brodin nicht zur Verfügung.

„Ich mache mir keinen Druck“

Um fünf Uhr früh war gestern für Rossi in Des Moines Tagwache, um sieben hob das Flugzeug nach Minneapolis ab. „Ich war überrascht, als mich Trainer Tim Army am Tag davor zum Meeting gerufen hat“, erzählt er dann in der Pressekonferenz nach dem Training. „Noch mehr, als er mir dann mitgeteilt hat, dass ich in die NHL hochgezogen werde“, sagt Rossi. „Es war aber nicht so, dass ich in Iowa ständig aufs Handy geschaut und auf einen Anruf von Minnesota gewartet habe. Jetzt aber genieße ich diese Situation.“

Manager Bull Guerin und Coach Evason beorderten auch Matt Boldy, in der Vorbereitung kongenialer Partner des Rankweilers, von Iowa zurück nach Minnesota. Beide Akteure fallen unter die Taxi-Squad-Regel, die im letzen Jahr aufgrund der Covidpandemie eingeführt wurde. Sie ermöglicht es, den Kader von 23 auf 29 Spieler aufzufüllen, ohne dass der Klub damit die geltende Gehalts-Obergrenze belastet.

Die Dauer des Aufenthalts im Minnesota-Kader hängt davon ab, wie lange Joel Eriksson Ek verletzt ist, aber auch, wie sich Rossi präsentiert. „Ich mache mir keinen Druck, werde versuchen, mein Spiel zu spielen“, gibt sich das Talent selbstbewusst. Die Vertragssituation spielt ebenfalls eine Rolle. Setzt der Klub Rossi nach Ablauf der Taxi-Squad-Bestimmungen in zehn oder mehr Spielen ein, startet die Laufzeit seines Einsteigervertrags. Sind es weniger als zehn Einsätze, wird der Dreijahreskontrakt erst in der nächsten Saison aktiv.

Heute reist familiäre Unterstützung zum ersten Spiel Marcos in Boston an. Mutter Claudia und Vater Michael werden bei der NHL-Premiere ihres Sohnes in der Nacht auf Freitag (1 Uhr) im TD Garden live dabei sein, ebenso am Samstag im Heimspiel gegen Washington.

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