Schwitzen für das große Ziel

Sport / 04.01.2022 • 22:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In Lustenau zeigt man sich von der Erwartungshaltung unbeeindruckt.vn-stiplovsek
In Lustenau zeigt man sich von der Erwartungshaltung unbeeindruckt.vn-stiplovsek

Zweitliga-Tabellenführer Austria Lustenau hat die Vorbereitung für das Frühjahr gestartet.

Lustenau Es geht wieder los. Runde um Runde drehen die Profis der Lustenauer Austria um die Laufbahn des Parkstadions. Nach der Winterpause steht zum Vorbereitungsauftakt ein Lauf auf dem Programm. Dieser soll Aufschluss geben, wo die Spieler nach der Winterpause stehen. Alle Mann sind an diesem lauen Nachmittag in der Stickergemeinde an Bord, einzig Jean Hugonet und Adriel Tadeu Ferreira da Silva fehlen coronabedingt – beide Spieler infizierten sich vor der Abreise nach Lustenau mit Corona, sind aktuell in ihrer Heimat in Quarantäne. Sie sollen nächste Woche zur Mannschaft stoßen.

Geprägt von Unsicherheiten

Auch die Lustenauer Vorbereitung ist vor der Pandemie-Dynamik nicht gefeit. Regelmäßig werde getestet, so auch vor dem Trainingsauftakt. „Wir rechnen damit, dass auch wir positive Fälle haben werden – so wie es halt überall anders auch ist“, zeigt sich Trainer Markus Mader realistisch. Die Spieler seien jedenfalls noch einmal hinsichtlich der Thematik sensibilisiert worden.

Flexibilität ist in dieser Vorbereitung wieder gefragt. „Es ist alles derzeit ein großes Fragezeichen“, bringt es Mader auf den Punkt. Für Anfang Februar ist ein Trainingslager im türkischen Side geplant, dort sollen Testspiele gegen den SCR Altach sowie eine bosnische Mannschaft auf dem Programm stehen. Vor dem möglichen Trainingslager geht es in Testspielen noch gegen Bundesligist WSG Tirol (in Hohenems), auswärts gegen den FC Vaduz, den FC Lauterach sowie den TSV Berg (in Hohenems). Vor dem Ligastart gegen den SV Lafnitz am 18. Februar wird noch ein Test beim FC Dornbirn bestritten.

Doch nicht nur die Corona-Situation erfordert Flexibilität – auch eine siebenwöchige Vorbereitung gehört gut gestaltet. „Die Vorbereitung im Winter ist für einen Fußballer die schlimmste Zeit des Jahres. Wir wissen das – aber da müssen wir durch“, so Mader. Deshalb ist vor allem „Abwechslung“ das Credo. Dieses Wochenende geht es etwa in den hinteren Bregenzerwald, Team-Building auf Langlaufski. „Wir werden auch sonst die ein oder andere Abwechslung reinbringen, vielleicht mal einen Wellnesstag einlegen.“ Und bei den Trainings müsse natürlich der Ball dabei sein. Eine reine Laufeinheit sei so eine absolute Seltenheit. Das dürfte wohl nicht zum Missfallen der Spieler sein.

Ein Ziel vor Augen

Obwohl im Herbst zwölf der 16 Ligaspiele gewonnen werden konnten, am Feintuning wird weiter gearbeitet. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir das Positionsspiel noch verbessern können“, erklärt Mader. Kadertechnisch hat sich in Lustenau bislang nichts verändert. „Aber die Übertrittszeit fängt ja erst an – da kann also schon noch etwas passieren“, so der Coach.

Der Fokus in der Rückrunde jedenfalls ist klar: Da weitermachen, wo die Lustenauer zuletzt aufgehört haben. „Die Spieler haben jetzt ein Ziel: Sie wollen Meister werden oder zumindest aufsteigen. Und das siehst du ihnen auch an, sie wollen das unbedingt durchdrücken.“ Ob es dann klappe, werde man sehen – man habe ja immer noch sehr gute Gegner zu bespielen. Mit der Rolle des Gejagten könne man vor der Rückrunde aber gut leben. Und das, auch wenn der Druck von Spiel zu Spiel größer werde. „Der Druck ist natürlich da, jeder Außenstehende sagt dir, dass wir sicher aufsteigen werden. Das ist aber nicht so einfach – und das wissen wir auch“, stellt der Trainer klar.

In Schwung kommen

Seiner Mannschaft unterstellt Mader aber ohnehin eine gewisse Coolness, ein Nervenflattern befürchtet er nicht. Ob er nicht die Befürchtung habe, dass die Mannschaft nach dem sensationellen Herbst über den Winter den Schwung verloren habe? „Das werden wir jetzt die nächsten sieben Wochen sehen“, meint Mader lachend. „Das ist Zeit genug, um wieder in Schwung zu kommen.“

„Die Wintervorbereitung ist für einen Fußballer die schlimmste Zeit des Jahres.“

Brandon Baiye und Tobias Berger.
Brandon Baiye und Tobias Berger.
Die Stimmung war trotz Laufeinheit gut.
Die Stimmung war trotz Laufeinheit gut.

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