Das Mastermind hinter Ryoyu Kobayashi

Sport / 05.01.2022 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Richard Schallert ist der Mann hinter den Erfolgen.

Bischofshofen Richard Schallert ist das Mastermind hinter den Erfolgen des japanischen Überfliegers Ryoyu Kobayashi. Für den österreichischen Trainer ist die Tournee bereits entschieden. Richard Schallert hat keine Zweifel, wenn er an die Tournee-Chancen seines Schützlings Ryoyu Kobayashi denkt. „In Bischofshofen lässt er sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen, das ist seine Lieblingsschanze“, sagte der 57-Jährige aus Brand im Vorfeld der beiden letzten Springen.

Und Schallert muss es wissen. Seit mehr als drei Jahren betreut der Vorarlberger mit dem gepflegten Rauschebart den japanischen Überflieger, verhilft dem 25-jährigen „Roy“, wie er im Team genannt wird, womöglich zum zweiten Tourneesieg nach 2018/19. Kobayashi sei „ein wertvoller Diamant, der schon schön geschliffen ist“, sagt Schallert, im Skisprung-Zirkus oft „Richie“ genannt. „Der Richie ist eine ganz besondere Person, die sich sehr zurückhält“, beschreibt ihn sein Landsmann und ZDF-Experte Toni Innauer: „Die zwei passen sehr gut zusammen.“ Schallert, in seiner aktiven Zeit unter anderem Sechster der Vierschanzentournee 1982/83, zieht gern im Hintergrund die Fäden.

In der Vergangenheit als Cheftrainer der Tschechen und Russen, außerdem als Betreuer des deutschen C-Kaders oder diverser österreichischer Nachwuchsspringer. Seit April 2019 trainiert der Vorarlberger, der in einer Großfamilie mit neun Geschwistern aufwuchs, die Japaner unter ungewöhnlichen Bedingungen. Anders als in Europa kümmern sich dort nämlich Firmen um die Sportler.

Lange Trainerkarriere

Als Angestellter der Tsuchiya Holding, eines Wohnungsbau- und Immobilienunternehmens in Sapporo, betreut Schallert neben Kobayashi auch Springer wie Noriaki Kasai. Oft bekommt Schallert Sprungvideos aus Sapporo zugeschickt. „Ich schreibe die Trainingspläne“, erzählt er. Im Sommer trainiert das japanische Team gerne in Österreich, auch deshalb fühlt sich Kobayashi in Bischofshofen oder Innsbruck sehr wohl.

Winterspiele als Höhepunkt

Kobayashis Erfolgsgeheimnis? „Die ersten großen Erfolge sind ihm mehr oder weniger passiert“, sagte Schallert zuletzt. „Dass er jetzt so springt, das hat er sich erarbeitet.“ Nach der Tournee steht im Februar das noch viel größere Highlight an. „Die Winterspiele in Peking haben in Japan einen enormen Stellenwert. Da sind sie auch bereit, mehr Geld zu investieren“, sagt Schallert. Wenn Kobayashi so weiterfliegt, ist eine Medaille unter der Ägide des Masterminds zumindest sehr wahrscheinlich.

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