Djokovic ist unerwünscht

Sport / 05.01.2022 • 22:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der neunmalige Melbourne-Sieger Novak Djokovic wird im Starterfeld der Australian Open fehlen.ap
Der neunmalige Melbourne-Sieger Novak Djokovic wird im Starterfeld der Australian Open fehlen.ap

Dem Tennis-Ass wurde die Einreise in Melbourne verweigert.

Melbourne Serbiens Tennisstar Novak Djokovic wurde die Einreise in Australien und damit die Teilnahme an den Australian Open in Melbourne (ab 17. Jänner) verweigert. Dies berichtete die Zeitung The Age, identische Informationen verbreitete parallel die serbische Zeitung Blic. Djokovics Visum sei abgelehnt worden, er sollte noch gestern ausgeflogen werden. Zuvor legten aber noch die Anwälte des Serben Einspruch ein.

Ein falsches Visum

Die Nummer eins der Weltrangliste wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung für Ungeimpfte bei den Australian Open in Melbourne antreten, hatte aber offensichtlich das über falsche Dokumente beantragt. Die ganze Nacht hatte der 34-Jährige am Flughafen festgesessen.

Kurz nach der Landung in Melbourne begann die Farce um den Superstar. Trotz seiner umstrittenen medizischen Ausnahmegenehmigung verweigerten die Grenzschützer dem wohl ungeimpften Serben zunächst die Einreise, weil sein Visum ungültig war. Die Dokumente, die Djokovic vorlegte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. Die daher kontaktierten Behörden des australischen Bundesstaats Victoria verweigerten die Unterstützung für den Weltranglisten-Ersten.

Schon vor der Ankunft in Australien hatte sich eine Welle der Empörung im Gastgeberland des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison aufgebaut. Die Ausnahme-Erlaubnis für Djokovic sorgte für „Zorn und Konfusion“, wie es der Sender ABC nannte. Andere Äußerungen reichten von „Ohrfeige für alle Australier“ bis „Schlag ins Gesicht für Millionen von Australiern“. Turnierdirektor Craig Tiley verteidigte die umstrittene Entscheidung, bat den 20-maligen Grand-Slam-Sieger aber um Nennung seiner Gründe.

Schreckliche Botschaft

Am Dienstag hatte der Branchenprimus nach wochenlangem Schweigen und Zaudern mitgeteilt, dass er nun dank genau einer solchen Ausnahmegenehmigung nach Australien fliegen werde. Seinen Impfstatus hat er bislang nicht öffentlich gemacht. Djokovic hat die Australian Open bereits neunmal gewonnen und will als Titelverteidiger antreten. Bei einem Sieg würde er seine Konkurrenten Roger Federer und Rafael Nadal mit Grand-Slam-Triumph Nummer 21 hinter sich lassen. Angesichts des Wirbels um den Start von Djokovic forderte Premierminister Scott Morrison ausreichende Belege für die medizinische Ausnahme. „Er muss das tun, denn wenn er nicht geimpft ist, muss er einen akzeptablen Nachweis erbringen, dass er aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, um Zugang zu den gleichen Reiseregeln wie vollständig geimpfte Reisende zu erhalten“, sagte Morrison.

Auch Innenministerin Karen Andrews sprach Klartext: „Jede Person, die nach Australien einreisen möchte, muss unsere strengen Grenzbestimmungen einhalten“, betonte sie. Die Regionalregierung des Bundesstaates Victoria und Tennis Australia könnten einem nicht geimpften Spieler zwar die Teilnahme an dem Turnier gestatten, die Grenzregeln würden jedoch von der Nationalregierung überwacht.

Andere Regeln

„Es ist traurig für die Bewohner dieses Landes, denen während dieser Pandemie immer wieder internationale und zwischenstaatliche Reisen verweigert wurden, selbst um ihre sterbenden Lieben zu sehen. Für diejenigen, die von ihren Kindern getrennt wurden oder nicht an der Beerdigung eines engen Freundes oder Familienmitglieds teilnehmen konnten“, schrieb „The Canberra Times“ und resümierte: „Leider sind die Regeln anders, wenn Sie ein globaler Sport-Superstar sind.“

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