Österreich-japanischer Freudentaumel zum Ende der Vierschanzentournee

Sport / 07.01.2022 • 17:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Strahlend stand Daniel Huber auf dem Podest von Bischofshofen - lange hat er für diesen Moment des ersten Einzelsiegs im Weltcup gearbeitet.AFP
Strahlend stand Daniel Huber auf dem Podest von Bischofshofen – lange hat er für diesen Moment des ersten Einzelsiegs im Weltcup gearbeitet.AFP

Erneuter Gesamtsieg von Kobayashi und Tagessieg von Huber.

Bischofshofen Drei Königen ist der Tag gewidmet, im Areal der Paul-Außerleitner-Schanze hat es am Donnerstagabend aber zwei Könige gegeben. Der eine war der nun zweifache Tournee-Gesamtsieger Ryoyu Kobayashi, auch wenn der Japaner mit Rang fünf den Grand Slam mit Siegen auf allen vier Schanzen des Klassikers anders als vor drei Jahren verpasste. Sieg Nummer vier schnappte ihm mit Daniel Huber einer weg, mit dem sich viele freuten – alle im ÖSV-Team, aber auch Konkurrenten.

29 Jahre alt musste der Salzburger werden – und zwar am vergangenen Sonntag – bevor er nun seinen größten Sieg landete. „Ein sehr emotionaler Tag. Es war ein sehr harter und langer Weg für mich“, bilanzierte Huber zufrieden und glücklich. „Es war das große Ziel, irgendwann einen Weltcup zu gewinnen. Und dass mir das heute so gelungen ist, ist unfassbar. An so einem leicht verschneiten Tag daheim in Salzburg in Bischofshofen. Ich habe gewusst, ich habe es drauf, es fehlt nicht viel.“

Große Emotionen

Diesmal sei der Tag gewesen, an dem er schon gemerkt habe, dass er die nötigen PS zusammenbringt. „Ich habe mich so gut gefühlt und war schon lange nicht mehr so klar in meinem Konzept, in meinem Gefühl. Das wollte ich einfach genießen.“ Nervös sei er vor dem finalen Sprung dann schon etwas gewesen, die Erinnerung an seinen Sieg als Halbzeit-Führender ebendort bei den Österreichischen Meisterschaften habe ihm mental aber ein bisschen geholfen.

Den Moment auf dem Siegespodest hat Huber genossen. Seine Augen blieben geschlossen, während aus den Lautsprechern die österreichische Bundeshymne erklang und im Hintergrund ein Feuerwerk abging. „Das ist ein unfassbarer Moment, auf den ich über 20 Jahre lang hingearbeitet habe“, erklärte der nunmehrige Gesamtweltcup-Elfte. Die versammelte ÖSV-Crew applaudierte, ein gemeinsames Jubel-Foto durfte natürlich auch nicht fehlen.

Zweiter Tournee-Sieg

Währenddessen freute sich auch ein Kollege Hubers. Der Japaner Ryoyu Kobayashi hat wie vor drei Jahren die Vierschanzen-Tournee der Skispringer gewonnen, den erneuten Grand Slam mit Siegen in allen Bewerben aber verpasst. Der 25-Jährige musste sich in Bischofs­hofen mit Rang fünf begnügen. Kobayashi gewann die Gesamtwertung mit 24,2 Punkten vor dem beim Finale nur zehntplatzierten Norweger Marius Lindvik. „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht wegen des Grand Slams, aber ich freue mich sehr, dass ich den goldenen Adler zum zweiten Mal gewonnen habe“, sagte der Japaner.

Fortsetzung findet der Skisprung-Weltcup bereits an diesem Wochenende – heute, Samstag, und morgen finden abermals in Bischofshofen ein Einzelspringen und ein Teambewerb statt.

„Es war ein sehr harter und langer Weg für mich. Und ein sehr emotionaler Tag.“

Skispringen

Vierschanzentournee, 4. Springen in Bischofshofen

 1. Daniel Huber (AUT) 286,8 Punkte 136,5 m/137,0 m

 2. Halvor Egner Granerud (NOR) 282,4 136,5/136,0

 3. Karl Geiger (GER) 281,9 140,5/132,0

 4. Yukiya Sato (JPN) 281,1 139,0/134,5

 5. Ryoyu Kobayashi (JPN) 277,8 133,5/133,5

 6. Robert Johansson (NOR) 277,7 133,0/135,0

 7. Jan Hörl (AUT) 275,3 130,0/136,0

 8. Markus Eisenbichler (GER) 275,2 133,0/134,0

 9. Lovro Kos (SLO) 273,6 132,0/144,0

10. Marius Lindvik (NOR) 271,5 126,0/139,0

11. Philipp Aschenwald (AUT) 269,1 136,0/132,5

12. Wladimir Zografski (BUL) 261,5 130,5/135,0

13. Piotr Zyla (POL) 260,9 128,0/134,0

18. Clemens Aigner (AUT) 255,5 128,5/131,0

19. Daniel Tschofenig (AUT) 254,4 129,0/129,5

20. Manuel Fettner (AUT) 250,2 137,5/132,0

22. Michael Hayböck (AUT) 245,5 126,5/127,5

23. Stefan Kraft (AUT) 245,0 124,0/129,0

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