„Unten stimmt schon alles“

Sport / 09.01.2022 • 22:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Großer Moment für Paul Wanner. Trainer Julian Nagelsmann gratuliert dem 16-Jährigen nach seinem ersten Einsatz für den FC Bayern.afp/2
Großer Moment für Paul Wanner. Trainer Julian Nagelsmann gratuliert dem 16-Jährigen nach seinem ersten Einsatz für den FC Bayern.afp/2

Großes Lob von Bayern-Coach Nagelsmann über das Supertalent aus Amtzell.

München Paul Wanner ist gerade mal 16 Jahre alt, das aber auch erst seit dem 23. Dezember. Trotzdem hatte Julian Nagelsmann am Freitag keine Bedenken, den Teenager eine Viertelstunde vor Schluss noch reinzuwerfen in das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:2). Acht junge Feldspieler standen dem Trainer des FC Bayern als Helfer in der Not zur Verfügung, alle ohne Einsatzminute in der Bundesliga. Nagelsmann entschied sich für den Jüngsten. Und für den ab Montag 18 Jahre alten Luca Copado.

„Die zwei Jungen haben es gut gemacht“, sagte Nagelsmann nach dem Spiel, in dem Wanner mit 16 Jahren und 15 Tagen zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Geschichte wurde. Zugegeben, der Münchner Trainer hätte gerne darauf verzichtet, die Grünschnäbel zu bringen, noch dazu bei einem Rückstand, aber die Corona-Not ist nun mal groß bei den Münchnern. Über Wanner, geboren in Amtzell, nördlich von Lindau, seit Juli 2020 bei den Bayern, geriet Nagelsmann dann auch ins Schwärmen. Mit Einschränkungen allerdings. Wanner sei ein „unfassbares“ Talent: „Linker Fuß sehr schnell, sehr ballsicher, mutig, also ein herausragender Spieler.“ Aber? „Paul muss klar bleiben im Kopf, dann stehen ihm Tür und Tor offen. Wenn er nicht klar bleibt im Kopf, geht es auch schnell wieder zu. Oben wird es entschieden, wo es hingeht. Unten kann er alles.“

Waner und Arijon Ibrahimovic wurden unter der Woche in höchster Not aus dem Trainingslager der Münchner U-17 in Spanien abberufen. Dass Wanner einer werden kann, wissen sie auch beim DFB, dort spielt er in der U-17-Auswahl.

Die Bayern haben ihn in der Hinrunde der laufenden Saison schon hochgezogen in die U19, am kommenden Wochenende beim 1. FC Köln dürfte er aber erst mal wieder im Profi-Kader stehen. Bleibt die Frage, ob der junge Kerl, der 2018 vom FV Ravensburg in den Münchner Nachwuchs gewechselt ist, die frische Höhenluft verträgt. Dafür wird sicherlich auch sein Vater, der Ex-Austria-Lustenau- und Hard-Spieler Klaus Wanner sorgen.

Adi Hütter bleibt realistisch

„Wir wissen auch, dass der FC Bayern nicht in Bestbesetzung angetreten ist“, das gelte auch für das Personal, „das sie nachlegen konnten“, sagte Gladbachs Trainer Adi Hütter (51) relativierend zum ersten Sieg seiner Mannschaft nach vier Niederlagen und einem Remis. Es war sein vierter Sieg als Trainer gegen den FC Bayern. Und es war ja nicht zu leugnen: Den Münchnern fehlten 13 Profis, allein neun wegen Corona.

„Paul muss klar bleiben im Kopf, dann stehen ihm Tür und Tor offen.“

FUSSBALL

Deutschland, Bundesliga

18. Spieltag

Bayern München – B. Mönchengladbach 1:2 (1:2)

Bei den Bayern spielte Marcel Sabitzer durch. Trainer bei Mönchengladbach ist Adi Hütter. Torschütze Stefan Lainer wurde in der 79. Minute ausgewechselt, Hannes Wolf saß auf der Ersatzbank.

Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Union Berlin 2:2 (1:1)

Leverkusen weiter ohne den verletzten Julian Baumgartlinger, bei Union wurde Christopher Trimmel in der 77. Minute ausgewechselt

TSG 1899 Hoffenheim – FC Augsburg 3:1 (2:1)

Hoffenheim mit Christoph Baumgartner und Stefan Posch, aber ohne den erkrankten Florian Grillitsch. Bei Augsburg wurde Torschütze Michael Gregoritsch nach einer Stunde ausgewechselt.

RB Leipzig – FSV Mainz 05 4:1 (1:0)

Bei Leipzig fehlte der verletzte Konrad Laimer. Mainz bis zur 82. Minute mit Karim Onisiwo, Kevin Stöger saß auf der Bank und David Nemeth wurde in Minute 65 eingewechselt.

SC Freiburg – Arminia Bielefeld 2:2 (1:0)

Freiburg mit Philipp Lienhart. Bei Bielefeld spielte Alessandro Schöpf durch, Manuel Prietl fehlte nach einer Corona-Erkrankung und Kevin Wimmer war über die volle Distanz im Einsatz.

Eintracht Frankfurt – Bor. Dortmund 2:3 (2:0)

Trainer in Frankfurt ist Oliver Glasner, Martin Hinteregger spielte durch und Stefan Ilsanker saß auf der Ersatzbank.

SpVgg Greuther Fürth – VfB Stuttgart 0:0

Bei Stuttgart spielte Sasa Kalajdzic durch.

Hertha BSC Berlin – 1. FC Köln 1:3 (0:2)

Bei Köln spielte Florian Kainz bis zur 66. Minute, kurz zuvor (65.) war Dejan Ljubicic für Louis Schaub ins Spiel gekommen.

VfL Bochum – VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)

Wolfsburgs Pavao Pervan saß auf der Bank, Xaver Schlager fehlte verletzungsbedingt.

Tabelle

 1. FC Bayern München 18 14 1 3 57:18 43

 2. Borussia Dortmund 18 12 1 5 44:28 37

 3. TSG Hoffenheim 18 9 4 5 38:27 31 

 4. SC Freiburg 18 8 6 4 30:10 30

 5. Bayer 04 Leverkusen 18 8 5 5 42:30 29

 6. 1. FC Köln 18 7 7 4 30:28 28

 7. 1. FC Union Berlin 18 7 7 4 25:23 28

 8. Eintracht Frankfurt 18 7 6 5 29:27 27

 9. RB Leipzig 18 7 4 7 34:23 25

10. FSV Mainz 05 18 7 3 8 26:21 24

11. VfL Bochum 18 7 2 9 17:26 23

12. B. Mönchengladbach 18 6 4 8 24:33 22

13. Hertha BSC Berlin 18 6 3 9 21:38 21

14. VfL Wolfsburg 18 6 2 10 17:30 20

15. VfB Stuttgart 18 4 6 8 22:31 18

16. FC Augsburg 18 4 6 8 18:29 18

17. Arminia Bielefeld 18 3 8 7 16:24 17

18. Greuther Fürth 18 1 3 14 13:49 6

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