„Die Familie ist mein großer Rückhalt“

Sport / 11.01.2022 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Die Familie ist mein  großer Rückhalt“
Der Vater als Vorbild. Papa Hubert ist die wichtigste Bezugsperson im Skileben von Johannes Strolz.

Adelboden-Sieger Johannes Strolz über ein Déjà-vu, Glückwünsche und besondere Personen.

Warth Er habe nicht gut geschlafen, erzählt Johannes Strolz, die Nacht sei eine lange gewesen. Was beim frischgebackenen Weltcupsieger aber nicht auf eine ausgelassene Feier zurückzuführen war. Den Warther wühlten die Ereignisse rund um eine ersten Weltcupsieg auf. „Ich bin lange hellwach im Bett gelegen, habe die Bilder von Adelboden noch einmal erleben. Sie sind wie ein Rad durchgelaufen“, genoss der Slalomsieger vom Chuenisbärgli-Klassiker ein Déjà-vu. „Es war brutal schön.“ Und der Morgen danach anstrengend. „Seit ich aufgewacht bin, telefoniere ich in einer Tour. Aber insgesamt es ist eine super Sache“, bleibt Strolz gut gelaunt.

Odermatt gratulierte

Mit der Familie hat er sich nach dem Rennen in Adelboden im Hotel mittels Videochat ausgetauscht. „Ich habe so viele Glückwünsche bekommen, von Verwandten, Kollegen, Betreuern, von ganz vielen, die mich in dieser langen Zeit unterstützt und gefördert haben.“ Zwei besondere Gratulation waren auch darunter: „Ich habe zwar noch nicht alles gelesen, aber der Marco Odermatt und der Andre Myhrer waren auch darunter. Das ist echt cool. “
Ob es jetzt auch vom Skiverband, nachdem er nach der letzten Saison den Kaderstatus verloren hat, kurzfristig eine „Marscherleichterung“ gibt? „Ich bin ja schon seit dem Herbst ein Teil der Mannschaft, durfte drei Trainingskurse mitmachen, bin immer schnelle Zeiten gefahren und habe mich dass für den Weltcup qualifiziert“, erklärt der 29-Jährige. „Ich bekomme von den ÖSV-Trainern ein Toptraining. Der einzige Unterscheid momentan: ich habe in Adelboden keine aktuelle Jacke vom ÖSV angehabt.“ Das Service bleibt auf jeden Fall in eigenen Händen. „Der Jänner ist für Slalomfahrer der wichtigste Monat des Jahres, da möchte ich keine Experimente eingehen. Ich werde auch von Manfred Pichler, dem Servicemann von Dominik Raschner unterstützt.“ Mit der Arbeit im Skiraum hat sich Strolz seit den Jugendtagen befasst. „Man muss es wie eine zweite Disziplin ansehen. Der Vorteil ist, dass ich auf dem Ski spüre, was der Servicemann bei der Präparierung spürt. Manchmal ist es zäh, weil es natürlich Zeit und Energie benötigt. Allerdings kann ich die Details so umsetzen, wie ich sie mir vorstelle.“ Fünf bis sechs Paar Ski sind für jedes Rennen herzurichten, drei kommen mit zur Pistenbesichtigung, am Hang erfolgt die Auswahl des Rennskis. „Aber ich werde von Head sehr gut unterstützt, habe ein Superpacket bekommen. Bei der Schuhwahl steht mir Patrick Bechter zur Seite, beim Ski helfen Patrick Wirth, Michael Gmeiner und Michael Mattle.“

„Papa kennt mich am Besten“

Die wichtigste Bezugsperson im Skileben von Johannes bleibt Papa Hubert, Kombinations-Olympiasieger von 1988.“ „Er kennt mich einfach am Besten, weiß, auf worauf es draufankommt. Was ich vor allem schätze: wenn ich nach Hause komme ist es ihm egal, ob ich ausgefallen bin oder gewonnen habe. Das ist für ihn nebensächlich. Wenn es läuft freut er sich natürlich und er leidet auch mit, wenn es nicht so gut geht. Aber für den Papa bin ich immer der Gleiche. Das gilt auch für die Mama, die Schwester und die Freundin, sie sind alle ein Riesen-Rückhalt für mich.“

Johannes Strolz fuhr beim Slalom in Adelboden in die Erfolgsspur.  GEPA
Johannes Strolz fuhr beim Slalom in Adelboden in die Erfolgsspur. GEPA

Attacke in Schladming

Mit Wengen, Kitzbühel und Schladming warten weitere drei große Torlaufklassiker auf Strolz. „Ich freue mich jetzt einmal riesig, was mir in Adelboden gelungen ist. Damit wird es auch fürs nächste Jahr passen. Zur Zeit läuft es, ich freue mich auf die Rennen, gehe es einmal ohne große Erwartungshaltung an. Am meisten mag ich den Hang in Schladming, der lädt zum Attackieren ein.“
Ein präsentes Thema sind die Olympischen Winterspiele. „Das ist groß für die Medien und die Öffentlichkeit. Peking kommt für mich oder eben nicht“, sieht es Strolz pragmatisch. „Darüber wird dann diskutiert, wenn die Zeit dafür ist.“

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