Duell der Legionäre auf Europas Bühne

Sport / 11.01.2022 • 21:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bregenz-Topskorer Mikhail Vinogradov ist mit Russland bei der EURO 2022 dabei, Luka Vukicevic (r.) steht im erweiterten Kader von Montenegro. GEPA
Bregenz-Topskorer Mikhail Vinogradov ist mit Russland bei der EURO 2022 dabei, Luka Vukicevic (r.) steht im erweiterten Kader von Montenegro. GEPA

Bregenz-Goalgetter Vinogradov trifft mit Russland bei EURO 2022 auf Litauen mit Hard-Akteur Antanavicius.

Kosice Am 18. Dezember standen sie sich im 98. Ländle-Derby gegenüber, und 26 Tage später kommt es am Donnerstag (18 Uhr) in der Steel Arena in Kosice zum nächsten direkten Duell: Die Rede ist von Bregenz-Goalgetter Mikhail Vinogradov und dem Alpla-HC-Hard-Akteur Karolis Antanavicius, der vor wenigen Tagen seinen seit Sommer laufenden Vertrag beim regierenden ÖHB-Meister vorzeitig verlängert hat. Sowohl der 24-jährige Russe Vinogradov als auch der gleichaltrige Litauer feiern bei der von Donnerstag bis 30. Jänner in Ungarn und der Slowakei ausgetragenen EURO 2022 ihr Debüt im Trikot ihrer Heimatländer bei einem Handball-Großevent.

Zwangspause wegen Verkühlung

Vinogradov, der 2019 sein Debüt im russischen Männerteam feierte, zehn A-Länderspiele und sechs Tore zu Buche stehen hat, sorgte nicht nur mit seinen 114 Treffern (Schnitt 7,6 pro Spiel) in Bregenz für Furore, er überzeugte beim seit 25. Dezember andauernden Teamlehrgang in Moskau auch Teamchef Velimir Petkovic: „Es ist eine große Ehre und gleichzeitig eine riesige Herausforderung, mein Heimatland bei der EM-Endrunde zu vertreten“, betonte der Rechtshänder. „Nach Silvester musste ich einige Tage wegen einer Verkühlung etwas kürzertreten. Obwohl ich auch zuletzt beim 28:26-Sieg im Test gegen Kroatien gefehlt habe, bin ich überglücklich, doch im 18-Mann-Kader für die Endrunde zu stehen.“

Nach glorreichen Zeiten mit EM-Gold 1996 sowie Silber 94 und 2000 wartet die Sbornaja in diesem Jahrhundert noch auf ein Topresultat bei einem EHF-Großevent. Nach der erstmaligen Nicht-Qualifikation 2018 und Rang 22 bei der EURO vor zwei Jahren in Österreich zählt Russland auch diesmal nicht zu den Favoriten. Gegner bei der in Kosice ausgetragenen Gruppe F der Vorrunde sind der 2020-Dritte Norwegen, Co-Gastgeber Slowakei und Litauen. In der Qualifikation setzte sich Russland vor Tschechien, der Ukraine und den Färöer durch.

Teilnahme war gefährdet

Im Gegensatz zu EM-Dauergast Russland ist Litauen nach 1998 (Rang neun) erst zum zweiten Mal in der Geschichte bei einer Endrunde vertreten. Die vom ehemaligen Tirol-Legionär Mindaugas Andriuska trainierte Equipe aus dem Baltikum, in dessen Reihen auch der Ex-Bregenzer Paul Babarskas steht, belegte in der Qualifikation hinter Portugal und Island den dritten Rang und rutschte als einer von vier Gruppendritten in das 24 Nationen umfassenden Starterfeld bei der Endrunde. Hard-Leistungsträger Antanavicius und Co. absolvierten den finalen Teamlehrgang in Vilnius. Zuletzt gab es Gerüchte, Litauen müsse aufgrund finanzieller Probleme seine Teilnahme zurückziehen. „Als wir die Info erhielten, dass nun doch ein Sponsor gefunden wurde, war die Freude natürlich bei allen Beteiligten riesengroß“, erklärt Antanavicius. „Jetzt wollen wir uns natürlich mit einer entsprechenden Leistung für die Unterstützung bedanken und unser Heimatland würdig vertreten. Norwegen ist aus meiner Sicht der klare Gruppenfavorit, und dahiner erwarte ich einen Dreikampf auf Augenhöhe im Kampf um den zweiten Startplatz in der Hauptrunde“, betont Antanavicius, der bislang elf A-Länderspiele und zwölf Tore zu Buche stehen hat, abschließend.

Nicht bei der Endrunde dabei

Mit Hard-Goalgetter Srdjan Predragovic und Bregenz-Linkshänder Luka Vukicevic stehen zwei weitere Legionäre der beiden Ländle-Hochburgen im 35-köpfigen Großaufgebot ihre Heimatländer. Während der 26-jährige Predragovic bereits vor Beginn des Teamlehrgangs erklärte, in der Weihnachtspause Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen und sich im Jänner auf seine Arbeit bei Hard konzentrieren will, nahm der 20 Jahre alte Vukicevic am EM-Lehrgang teil, wurde aber im finalen 18-Mann-Kader nicht mehr berücksichtigt.

Sowohl Predragovic als auch Vukicevic meldeten sich zum Trainingsauftakt letzten Montag bei ihren Vereinen gesund zurück. Zum Auftakt der letzten sechs Partien im Grunddurchgang der HLA-Meisterliga empfängt „Winterkönig“ Hard am 11. Februar Schwaz (6.) und Verfolger Bregenz ist einen Tag später bei Bruck/Trofaiach (9.) zu Gast.

„Es ist eine große Ehre und Herausforderung, mit Russland bei der EM 2022 zu spielen.“

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