Shiffrin brauste zum Rekord

Sport / 11.01.2022 • 22:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Zielhang in großen Schwierigkeiten, am Ende rettete sich Katharina Liensberger mit Platz 21 beim Nachtslalom in Schladming ins Ziel.apa
Im Zielhang in großen Schwierigkeiten, am Ende rettete sich Katharina Liensberger mit Platz 21 beim Nachtslalom in Schladming ins Ziel.apa

Amerikanerin überflügelte Stenmark, Vlhova holte Slalom-Kristall, Rang 21 für Liensberger nach Fehler.

Schladming Mikaela Shiffrin hat im Slalom der alpinen Ski-Frauen in Schladming triumphiert und damit ihren 73. Weltcup-Sieg – den 47. im Torlauf – gefeiert. Mehr schaffte in einer Einzeldisziplin noch niemand. Die US-Amerikanerin, nach dem ersten Lauf noch Fünfte, gewann 0,15 Sekunden vor der slowakischen Halbzeitführenden Petra Vlhova, die sich bereits zwei Rennen vor Saisonende die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Slalom-Weltcups sicherte.

Mair auf Rang vier

Dritte wurde die Deutsche Lena Dürr (+0,93), als beste Österreicherin überraschte Chiara Mair auf Platz vier (+1,05). Nach dem ersten Lauf war die Tirolerin noch 14. gewesen war. „Gut besichtigt, gut analysiert, und ich habe einen super Trainer, mit dem ich den Lauf noch einmal durchgegangen bin“, nannte die 25-Jährige im ORF-Interview die Gründe für ihre Steigerung. Im Hinblick auf eine mögliche Olympia-Teilnahme gab sich Mair bedeckt. „Ich habe meine Probleme gehabt in dieser Saison und bin noch nicht dort, wo ich hinwill.“

Katharina Liensberger ging als Achte in den zweiten Lauf, fiel dann aber nach einem schweren Fehler im Finish an die 21. Stelle zurück. „Ich habe gewusst, ich muss attackieren, die Ski laufen lassen. Ich wollte das umsetzen, man hat sich schnell bewegen müssen und stabil dagegenhalten. Leider ist mir das nicht gelungen“, analysierte die Göfnerin. „Es ist noch nicht die Sicherheit und Konstanz, die ich gerne hätte. Es ist noch Zeit bis Olympia, da kann ich mich noch voll in Form bringen“, so die 25-Jährige.

Kleine Kugel als großes Ziel

Vlhova hat schon vor Olympia eine wichtige Trophäe sicher. „Es war ein großes Ziel, die kleine Kugel zu gewinnen“, meinte die 26-Jährige, die sich bereits 2019/20 zur besten Slalom-Weltcupläuferin gekrönt hatte. Dass sie diesmal im Rennen gegen Shiffrin den Kürzeren zog, ließ sich verschmerzen. „Wir pushen uns gegenseitig. Das ist gut für den Sport und für die Show.“

Shiffrin brauste mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang zu ihrem 47. Slalom-Weltcupsieg. Kein Skiläufer oder keine Skiläuferin hat mehr Rennen in einer Disziplin gewonnen, zuvor hatte sich die 26-Jährige die Bestmarke mit Ingemar Stenmark (46 Siege im Riesentorlauf) geteilt. „Es hat lange gedauert. Ich möchte einmal nur meinen zweiten Lauf und diesen Moment genießen. Das war ein ganz spezieller Wettkampf“, erklärte Shiffrin. „Ich war überrascht im zweiten Durchgang, habe nicht erwartet, dass das reicht. Ich bin dankbar, dass dieser Sieg möglich war.“

Im Finale nicht mehr mit dabei auf der Planai war Katharina Gallhuber. Die hoch eingeschätzte Niederösterreicherin, Sechste in Lienz und Zagreb sowie zuletzt Achte in Kranjska Gora, verpasste als 31. die 30er-Entscheidung knapp um eine Zehntelsekunde. „Mein Start war noch okay. Danach schaut es aber so aus, also ob ich bei jedem Rechtsschwung abschwingen möchte. Ich habe die Ski überhaupt nicht auf Zug gebracht“, gab sich Gallhuber selbstkritisch.

„Wir erwarten uns mehr“

ÖSV-Sportdirektor Anton Giger war zur Rennhalbzeit mit dem Abschneiden, abgesehen von Sporer, gar nicht zufrieden. „Wir haben uns auf die aggressiven Verhältnisse nicht gut genug eingestellt. Da erwarten wir uns mehr.“

„Es hat lange gedauert. Das war ein ganz spezieller Wettkampf.“

Liensberger hatte hart zu kämpfen, um im Kurs zu bleiben.
Liensberger hatte hart zu kämpfen, um im Kurs zu bleiben.
Blick auf die Videowall: Liensberger ist entsetzt über ihre Fehler.
Blick auf die Videowall: Liensberger ist entsetzt über ihre Fehler.

Ski-Weltcup

Damenslalom Schladming

1. Mikaela Shiffrin (USA)  1:32,66  45,70  46,96

2. Petra Vlhova (SVK)  1:32,81  +0,15  45,28  47,53

3. Lena Dürr (GER)  1:33,59  +0,93 45,55  48,04

4. Chiara Mair (AUT) 1:33,71  +1,05  46,52  47,19

Camille Rast (SUI) 1:33,71  +1,05  46,03  47,68

6. Leona Popovic (CRO) 1:34,04  +1,38  46,42  47,62

7. Mina Fürst Holtmann (NOR)  1:34,16  +1,50  46,30  47,86

8. Laurence St-Germain (CAN)  1:34,17 +1,51  46,99  47,18

9. Amelia Smart (CAN)  1:34,34  +1,68  46,61  47,73

10. Maria Therese Tviberg (NOR) 1:34,38  +1,72  46,92 47,46

11. Charlotta Säfvenberg (SWE)  1:34,40  +1,74  46,51 47,89

12. Ana Bucik (SLO)  1:34,54  +1,88  46,73  47,81

13. Charlotte Guest (GBR)  1:34,56  +1,90 46,58  47,98

14. Rosa Pohjolainen (FIN)  1:34,58  +1,92 46,52  48,06

15. Katharina Huber (AUT)  1:34,61  +1,95  46,88  47,73

21. Katharina Liensberger (AUT)  1:35,39  +2,73 46,07 49,32

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Michelle Gisin (SUI), Anna Swenn-Larsson (SWE)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marie-Therese Sporer (AUT), Wendy Holdener (SUI), Ali Nullmeyer (CAN), Paula Moltzan (USA), Erin Mielzynski (CAN), Emma Aicher (GER)

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