Djokovic-Teilnahme weiter in der Schwebe

Sport / 13.01.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Entscheidung erneut vertagt. Auslosung bereits erfolgt.

Melbourne Zumindest bis zur Auslosung hatte sich Novak Djokovic schon mal durchgeschlagen. Vier Tage vor Turnierstart befand sich der Weltranglistenerste noch in Melbourne, bereitete sich auf seinen umstrittenen Start bei den Australian Open vor und bekam seinen Auftaktgegner zugelost. Gleichzeitig stand weiter ein großes Fragezeichen hinter dem Antreten des Serben. Der gewaltige Wirbel hält an, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres wird von dem Politikum überschattet. Die Regierung in Down Under verschob die Entscheidung über den Entzug der Aufenthaltsgenehmigung des 34-Jährigen erneut. Während weiterhin die Ausweisung aus Australien droht, wird unter Djokovics Kollegen das Unverständnis lauter. Der Weltranglisten-4. Stefanos Tsitsipas kritisierte den Branchenprimus. „Wir haben uns alle an die Regeln gehalten, um nach Australien zu kommen und am Turnier teilzunehmen. Und wir haben uns dabei sehr diszipliniert verhalten“, sagte der Grieche in einem Interview: „Eine sehr kleine Minderheit hat sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen. Das lässt die Mehrheit irgendwie wie Idioten aussehen.“

Minister Hawke entscheidet

Die Auslosung, die dem Titelverteidiger ein Duell mit Landsmann Miomir Kecmanovic bescherte, wurde plötzlich ohne Angabe von Gründen um mehr als eine Stunde verschoben. Sofort gingen Gerüchte herum, dass ein Statement des Premierministers der Grund sein könnte. Aber Scott Morrison verwies darauf, dass die Entscheidungsgewalt bei Einwanderungsminister Alex Hawke liegt: „Das sind persönliche Vollmachten, von denen Minister Hawke Gebrauch machen kann, und ich werde das nicht weiter kommentieren.“

Der Eindruck, dass die politische Führung den Tennisstar trotz dessen Gerichtserfolgs noch immer ausweisen möchte, besteht weiter. Die Australian Open seien „bedeutender als eine Person“, sagte Dan Andrews, Premierminister des Bundestaates Victoria, „genauso wie die Sicherheit unser Gemeinschaft bedeutender ist als eine Person“. Andrews fügte mit Verweis auf Rivale Rafael Nadal an: „Rafa hätte es nicht besser sagen können: Lass dich einfach impfen.“

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