Schnell mit „Schlaferlauf“

Sport / 13.01.2022 • 19:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Christine Scheyer nimmt die guten Erinnerungen von ihrem Sieg 2017 in Zauchensee mit. Im ersten Training fuhr die Götznerin auf den fünften Platz.gepa
Christine Scheyer nimmt die guten Erinnerungen von ihrem Sieg 2017 in Zauchensee mit. Im ersten Training fuhr die Götznerin auf den fünften Platz.gepa

Scheyer als Fünfte beste ÖSV-Läuferin in Zauchensee – Schmidhofer verzichtet auf die Winterspiele.

Zauchensee Die Begeisterung für die Weltcupstrecke in Altenmarkt-Zauchensee hält bei Christine Scheyer an. „Es gibt keine schönere Strecke für mich“, gestand die 27-Jährige aus Götzis. 2017 sorgte sie dort für den letzten österreichischen Abfahrts-Heimsieg im Weltcup. „Es ist immer wieder cool, hierher zu kommen“, sagt ihr die Kälberloch-Piste besonders zu. Trotz eines „Schlaferlaufes“ im ersten Training unterstrich sie mit Platz fünf die Vorliebe für die Piste im Pongau.

Bedenken waren zu groß

Kira Weidle sorgte für die beste Zeit, 0,15 Sek. vor der Saison-Dominatorin Sofia Goggia. Neben Breezy Johnson verzichtete auch Nicole Schmidhofer trotz Kaiserwetters auf ein Antreten. Die Steirerin, die sich vor über einem Jahr schwer am Knie verletzt hat, zog im letzten Moment zurück und wird sich nun auf den Super-G (Sonntag) konzentrieren. Und erklärte den Verzicht auf die Winterspiele: „Das Thema Olympia ist mit heute eigentlich zum Abhaken“, sagte Schmidhofer am Zaun des Zielstadions zu den Reportern. „Natürlich wird mir das in meiner Sammlung fehlen. Ich könnte aber in Peking ohnehin nicht um eine Medaille mitfahren, also haben es die anderen eh mehr verdient.“

Schmidhofer war schon beim exponierten Starthaus der Kälberloch-Abfahrt, als ihre Bedenken doch zu groß wurden. „Ich habe mich einfach nicht bereit gefühlt“, erklärte sie und sprach körperliche Probleme an. „Nicht schlimm, aber halt zur falschen Zeit“, so die 32-Jährige. Bei der Besichtigung sei noch alles okay gewesen. „Es wäre perfekt zum Fahren gewesen. Dann sind aber trotzdem Bedenken wegen der Sprünge und Kompressionen gekommen und wenn du solche Gedanken im Kopf hast, ist es besser, nicht zu starten.“

Es fängt bei null an

Hinter Weidle und Goggia folgten beim ersten Abtasten mit der perfekt präparierten Abfahrt im Salzburger Pongau, wo dank des makellosen Wetters erstmals seit 2014 vom spektakulären Gamskogel-Schuss aus gefahren werden kann, Lara-Gut Behrami (+0,42), Nicol Delago (+0,72) und Scheyer als beste Österreicherin auf Platz fünf (+0,85). Ramona Siebenhofer wurde Neunte (+1,45). Zwischen 15 und 19 platzierte sich ein von Mirjam Puchner angeführtes ÖSV-Quintett weiters Tamara Tippler, Stephanie Venier, Nadine Fest und Ariane Rädler. Cornelia Hütter wurde 32. Vanessa Nussbaumer klassierte sich auf Rang 48.

Kaufen könne sie sich vom damaligen Sieg aber nichts, meinte Scheyer. „Es ist doch schon lange her und alles fängt immer wieder bei null an. Aber es gibt mir natürlich Zuversicht zu wissen, dass ich hier schnell sein kann.“ Dass es Samstag nur um Platz zwei hinter Goggia gehe, sehen viele ÖSV-Frauen nicht so. „Das ist die falsche Einstellung“, meinte etwa Tippler.

Der Starthang begeistert

Einig war man sich in der Begeisterung über den supersteilen und nur per Aufzug erreichbaren Starthang. „Es ist richtig, richtig cool. Ich bin oben gestanden und habe in Richtung meiner Heimat geschaut, so weit sieht man“, berichtete die Steirerin Siebenhofer. „Wenn du dann startest, bist du blitzartig auf hundert. Schade, dass wir das nicht jedes Jahr haben.“

Scheyer hatte seinerzeit wegen Neuschnee vom Hot Air aus gewonnen. „Es ist aber viel schöner, wenn der steile Start dabei ist“, befand sie. „Das ist der schönste Start im Weltcup. Die Aussicht ist genial und es geht gleich richtig zur Sache.“

Hütter sieht das ähnlich, bemängelte aber vor allem ihre eigene Fahrt. „Im ersten Training tu ich mir immer schwer“, gestand die Steirerin, die ihre Lungenquetschung von vor Weihnachten ausgestanden hat. Dass die Fahrt trotzdem enormen Spaß gemacht habe, stimme. „Ich war heute lange am Weg, also habe ich sogar länger Spaß gehabt“, ulkte sie.

„Das Thema Olympia ist mit heute eigentlich zum Abhaken. Ich könnte aber in Peking ohnehin nicht um eine Medaille mitfahren.“

Ski alpin

1. Training Damenabfahrt

1. Kira Weidle (GER) 1:48,49, 2. Sofia Goggia (ITA) +0,15 Sek., 3. Lara Gut-Behrami (SUI) +0,42, 4. Nicol Delago (ITA) +0,72, 5. Christine Scheyer (AUT) +0,85, 6. Ester Ledecka (CZE) +0,89 , 7. Romana Miradoli (FRA) +0,91, 8. Marie-Michele Gagnon (CAN) +1,00, 9. Ramona Siebenhofer (AUT) +1,45, 10. Francesca Marsaglia (ITA) +1,57, 15. Mirjam Puchner +1,79, 16. Tamara Tippler 1,86, 17. Stephanie Venier +1,90, 18. Nadine Fest +1,91, 19. Ariane Rädler +2,12, 33. Sabrina Maier +3,37, 34. Cornelia Hütter +3,42, 48. Vanessa Nussbaumer + 7,18

Nicht gestartet: Nicole Schmidhofer (alle AUT)

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