Fehlstart erhöht den Druck

Sport / 14.01.2022 • 23:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Youngster Lukas Hutecek zählte zu den Aktivposten, zog sich aber in der 40. Minute eine Knöchelverletzung zu und ist gegen Deutschland fraglich. APA
Youngster Lukas Hutecek zählte zu den Aktivposten, zog sich aber in der 40. Minute eine Knöchelverletzung zu und ist gegen Deutschland fraglich. APA

Österreich mit 31:36-Niederlage gegen Polen. Am Sonntag wartet Deutschland.

Bratislava Bereits nach dem ersten Auftritt bei der EURO 2022 stehen Österreichs Handballer in der Mission Einzug in die Hauptrunde mit dem Rücken zur Wand. Die Equipe von Teamchef Ales Pajovic unterliegt im Auftaktspiel der Gruppe D in Bratislava gegen Polen mit 31:36 (14:17). Damit hat die zweite Partie am Sonntag (18 Uhr, live ORF 1) gegen Deutschland bereits Endspielcharakter. Nur mit einem Sieg gegen den „großen“ Bruder lebt die Chance auf einen Top-2-Platz in der Vorrunde.

Abwehr als Schwachstelle

Wie im Vorfeld von Pajovic angekündigt, erwies sich die Defensive als Achillessehne im Startspiel: „Wir haben alles probiert, doch am Ende konnten wir weder mit der 6:0-, noch mit der 5:1- oder 4:2-Abwehrformation den Spielfluss der Polen stoppen. Sie haben es immer wieder geschafft, ihre treffsicheren Flügelspieler oder die körperlich überlegen Kreisläufer in Position zu bringen“, analysierte der ÖHB-Teamchef nüchtern.

Ähnliche Worte fand Fabian Posch, der mit seinem Doppelpack zur 2:0-Führung (2.) sorgte, unmittelbar nach Spielende: „Wir sind in der Abwehr viel zu weit auseinander, haben ihnen zu viel Raum gelassen“, erklärte der Kreisläufer und ließ auch seine Enttäuschung durchklingen: „Natürlich kann noch viel passieren in der Gruppe. Im Großen und Ganzen muss man aber sagen, dass es ein Riesendämpfer ist und nun sehr, sehr schwer wird. Wir dürfen uns jetzt keinen Ausrutscher leisten .“

Ab dem 5:4 im Hintertreffen

Nach dem Traumstart gingen die Polen in der achten Minute erstmals mit 5:4 in Führung und ließen sich diese bis zum Schluss nicht mehr nehmen. Im Gegensatz zu Österreich leisteten sich die von sieben Coronafällen betroffenen Polen auch im Angriff kaum Fehlwürfe. Besonders gegen die Würfe von Goalgetter Szymon Sicko aus dem Rückraum fand Österreich in keiner Phase des Spiels ein Rezept. Nach dem rot-weiß-roten Zwischenspurt auf 10:12 (23.) baute der Gegner seinen Vorsprung peu a peu bis auf 17:14-Pausenstand aus.

Der Wille war Österreich nicht abzusprechen, die Chance, beim Stand von 20:23 (40.) auf zwei Treffer heranzukommen, blieb aber ungenutzt. Polen blieb ruhig, ließ sich nicht aus der Fassung bringen und setzte sich fast mühelos wieder auf 26:21 bzw. 29:25 (49.) ab. Bei der letzten Auszeit (51.) versuchte Pajovic noch einmal seine Spieler aus der Reserve zu locken, doch Polen agierte zu routiniert und ließ sich nach dem Ausschluss von Sicko (47.) nach einer Attacke an ÖHB-Kapitän Nikola Bilyk nicht aus dem Konzept bringen und brachte den Auftaktsieg sicher über die Zeit. Spätestens nach dem 35:29 (55.) war der rot-weiß-rote Fehlstart in die Endrunde besiegelt.

„Jetzt müssen wir gegen Deutschland gewinnen, sonst ist die Endrunde für uns früher beendet, als vorgenommen“, erklärte Topskorer Sebastian Frimmel nüchtern.

„Egal welches Abwehrsystem wir gespielt haben. Polen war immer effektiver als wir.“

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