Goggia zeigte, wer die Chefin ist

Sport / 14.01.2022 • 19:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sofia Goggia gewann zuletzt alle sieben Abfahrten, an denen sie teilnahm.gepa
Sofia Goggia gewann zuletzt alle sieben Abfahrten, an denen sie teilnahm.gepa

Favoritenrolle auch in Zauchensee bei der Italienerin, Scheyer wieder auf Rang fünf.

Zauchensee Sofia Goggia hat als Schnellste des Abschlusstrainings ihre Favoritenrolle für die Weltcup-Abfahrt heute in Zauchensee untermauert. Drei Hundertstel Vorsprung hatte die Vortageszweite auf die vor Olympia immer stärker werdende „Snowboarderin“ Ester Ledecka. Lara Gut-Behrami lag als Dritte schon 0,70 Sekunden zurück. Beste Österreicherin war als erneute Fünfte Christine Scheyer (+0,93). Die Siegerin von 2017 ist wohl die größte ÖSV-Podesthoffnung.

Nicht alle Karten aufgedeckt

Zwar überraschte Nadine Fest bei erneut perfekten Bedingungen als Sechste und unterstrich Mirjam Puchner als Siebente, dass sie ihre gute Dezember-Form ins neue Jahr gerettet hat. Aber Fest wollte ihr bisher bestes Ergebnis nicht überbewertet wissen. „Ich habe versucht, alles zu geben. Die rund um mich haben aber sicher noch nicht alle Karten aufgedeckt.“ Puchner, mit drei Podestplätzen bisher beste Speed-Österreicherin im Olympiawinter, rätselte über ihren Rückstand. „Mir gibt vor allem zu denken, dass ich oben schon so viel verliere“, wunderte sich die Salzburgerin.

Für die italienische Abfahrts-Olympiasiegerin sprechen neben Leidenschaft auch die puren Zahlen. Goggia hat vor einem Jahr zwar die Heim-WM in Cortina verpasst, aber die letzten sieben von ihr bestrittenen Weltcupfahrten gewonnen. Sie führt auch im Super-G-Weltcup und fährt seit Langem in Überform. Erstaunlich, dass ihr in Zauchensee noch ein Podestplatz fehlt. „Heute und gestern habe ich mir mal die Piste angeschaut. Aber Samstag ist der wichtige Tag“, wollte sie ihre Trainingsergebnisse nicht überbewerten. Angesichts der Tatsache, dass bei ihr Weltcup-Trainings zumindest teilweise die normalen Speed-Übungseinheiten ersetzen, kann sich die Konkurrenz aber warm anziehen.Besonders freut Goggia, dass erstmals seit 2014 in Zauchensee hoffentlich vom supersteilen Gamskogel aus gefahren wird.

Ein Russi-Start

Dort beschleunigen die Frauen in vier Sekunden auf 115 km/h. „Das ist ein echter Bussi-Start. Super. 80 km/h wie in Val d‘Isere sind für Frauen viel zu langsam“, jubelte die Speed-verrückte Goggia, die in Österreich schon auf den Legendenstrecken in Bad Kleinkirchheim (Franz Klammer) und St. Anton (Karl Schranz) gewonnen hat. Womöglich sollte man die Kälberloch also auf Michael Walchhofer umtaufen.

Dass es zumindest heute von vornherein nur um Platz zwei geht, wollen die ÖSV-Frauen nicht hinnehmen. Scheyer strahlte mit der Sonne über Zauchensee um die Wette. „Es ist für mich eine Instinkt-Piste. Ich fahre wahnsinnig gerne hier“, erklärte die Götznerin. „Wenn ich Gas gebe und fehlerfrei runterkomme, ist viel drin. Die Top Fünf oder ein Podest wären dann schon das Ziel.“ Goggia zu schlagen, werde natürlich schwer. „Sie ist im Moment in Hochform. Aber wenn man stresst, macht auch sie Fehler.“ Mit Ariane Rädler (20.) und Vanessa Nussbaumer (35.) sind heute zwei weitere Vorarlbergerinnen am Start.

Durststrecke im Super-G

Viel zu gewinnen hat am Sonntag im Super-G (11.30 Uhr, live ORF 1) Tamara Tippler. Die Steirerin ist mit sieben Podestplätzen in dieser Disziplin ohne Sieg „Rekordhalterin“. Österreichs letzte Super-G-Siegerin war die rekonvaleszente Nina Ortlieb im Februar 2020 in La Thuile. Für den letzten Heimsieg sorgte Renate Götschl im Dezember 2006 auf der Reiteralm.

Podesthoffnung: Christine Scheyer, Siegerin von 2017,
Podesthoffnung: Christine Scheyer, Siegerin von 2017,

Ski alpin

2. Training Damenabfahrt

1. Sofia Goggia (ITA) 1:47,19 Min., 2. Ester Ledecka (CZE) +0,03, 3. Lara Gut-Behrami (SUI) +0,70, 4. Nadia Delago (ITA) +0,77, 5. Christine Scheyer (AUT) +0,93, 6. Nadine Fest (AUT) +1,25, 7. Mirjam Puchner (AUT) +1,27, 8. Nicol Delago (ITA) +1,28, 9. Laura Gauche (FRA) +1,30 , 10. Corinne Suter (SUI) +1,38, 15. Ramona Siebenhofer +1,75, 20. Ariane Rädler +2,05, 22. Tamara Tippler +2,24, 27. Stephanie Venier +2,60, 33. Michaela Heider +3,06, 35. Vanessa Nussbaumer +3,22, 36. Cornelia Hütter (alle AUT) +3,25

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