Aus der Quarantäne zum Triumph am Lauberhorn

Sport / 16.01.2022 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Verschwörungstheorien rund um Kriechmayr-Sieg in Wengen.

Wengen Vincent Kriechmayr ist der Mann, der den 92. Lauberhornrennen seinen Stempel aufgedrückt hat. Die Affäre um die verspätete Anreise nach Wengen aus der Corona-Quarantäne gipfelte am Samstag in seinem Sieg beim Abfahrtsklassiker. Dass er Beat Feuz auf den zweiten Platz verwies und Marco Odermatt „nur“ Vierter war, schmeckte vielen Schweizern nicht.

Keine Vorwürfe der Kontrahenten

Die Frage, ob Kriechmayrs zwei nicht gemachte Trainingsläufe das entscheidende Ass in seinem Ärmel waren, konnte am Samstag nicht geklärt werden. „Ich war trotzdem blau, muss ich sagen“, rekapitulierte der Weltmeister seine Fahrt.

Der im Raum stehende und von vielen Schweizern geteilte Vorwurf lautet, dass die FIS die bisher gängige Auslegung ihres Reglements mit Füßen getreten habe, damit Kriechmayr in Wengen starten kann. Dabei gibt es zwei Aspekte: zum einen die Wettkampfregel, wonach die Teilnahme an zumindest einem Training verpflichtend ist. Kriechmayr verpasste beide Trainingsfahrten, durfte sich aber am Freitag aus dem Starthaus wuchten und sofort abschwingen.

Zweitens gibt es das Covid-Regulativ der FIS. Laut Swiss-Ski muss ein positiv getesteter Athlet länger in Quarantäne bleiben als Kriechmayrs fünf Tage. Das wurde dadurch ausgehebelt, dass Kriechmayrs positiver Test nie bei dem Weltverband aufschlug – er damit offiziell nicht positiv war. Die FIS habe hier „komplett versagt“, schimpfte der Schweizer Alpin-Direktor Walter Reusser. Verbandschef Urs Lehmann ortete gemäß „Blick“ „eine der größten Sauereien, die jemals im Skirennsport passiert sind.“

Ski-Weltcup

Herrenabfahrt Wengen

1. Vincent Kriechmayr (AUT)  2:26,09 Min.

2. Beat Feuz (SUI)  +0,34 Sek.

3. Dominik Paris (ITA)  +0,44

4. Marco Odermatt (SUI)  +0,46

5. Matthias Mayer (AUT)  +0,51

6. Martin Cater (SLO)  +0,66

7. Aleksander A. Kilde (NOR)  +0,98

8. Stefan Rogentin (SUI)  +1,36

9. Otmar Striedinger (AUT)  +1,67

10. Max Franz (AUT)  +1,77

11. Daniel Hemetsberger (AUT)  +1,80

12. Christof Innerhofer (ITA)   +1,85

13. Niels Hintermann (SUI)  +1,88

14. James Crawford (CAN)  +1,91

15. Ryan Cochran-Siegle (USA)  +2,16

16. Daniel Danklmaier (AUT)  +2,19

26. Christian Walder (AUT)  +3,22

37. Stefan Babinsky (AUT)  +4,42

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